Feb
21
Letzten Freitag hatte mich Timo Lommatzsch von Molthan van Lohn in Hamburg gefragt, ob ich am aktuellen “Mittagstisch” teilnehmen wolle, ein regelmäßig stattfindenes, halbstündiges Gespräch über Telefon, dass aufgezeichnet und dann auf der Plattform “Social Media PReview” ausgestrahlt wird. Timo meinte, es ginge um das Thema “Dialog”, ich hatte aber leider keine Zeit. Jetzt ist der Podcast grade online gegangen, und ich habe mir ihn sehr interessiert angehört. Und der Titel “Ist Dialog ein zwingendes Element?” kam mir nicht nur bekannt vor, er bezog sich dann sogar explizit auf meinen Blogpost letzte Woche: “Es braucht keinen “Dialog” für erfolgreiche Social Media“.
Doch nicht alles simples Handwerk?

cc gholzer, Flickr
Ich finde den Podcast sehr gelungen, Kompliment an Timo, Lars Basche von Text 100 und Sebastian Keil von von WBN. Und ich finde das ganze Thema weiterhin sehr spannend. Ich freue mich, dass nicht alle sagen “alles Handwerk, alles ganz normal, alles langweilig”. Lustig fand ich vor allem, dass ich beim Hören immer was sagen wollte, aber dann erst gemerkt habe: Ist ja viel zu spät, ist ja nur eine Aufzeichung. Aber auf jeden Fall ein tolles Format. Habe ich für mich jetzt erst neu entdeckt. Ich habe erst bei Social Media PReview kommentiert, der Kommentar wurde aber doch so lang, dass ich jetzt einen Blogpost draus gemacht habe
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Feb
17
Ich möchte hier meinen Beitrag zur “Normalisierung der Debatte” leisten und einfach mal ungeordnet eine Reihe von Thesen aufstellen.
1. Social Mediaist eine simple Realität
Menschen tauschen Informationen öffentlich im Internet aus. Und durch die Mechanismen des Internets bilden sich Cluster, in denen sich gleich interessierte Menschen über ihre speziellen Interessen austauschen. Punkt. Mehr ist das nicht. Aber auch nicht weniger.
2. Social Media ist ein neuer Einfluss auf die Meinungsbildung
Weil sich Menschen öffentlich unterhalten (und weil Google nicht vergisst und alles findet), sind die Gespräche, Informationen und Meinungen für alle sichtbar.

Menschen reden miteinander. Wenn sie es in sozialen Medien tun, kann jeder zuhören. Social Media Club München. (cc kirasong)
Sie fließen so in die Meinungsbildung anderer, nicht unmittelbar an dem Gespräch Beteiligter ein. Direkt, weil sie “das Volk” unmittelbar liest, oder indirekt, weil sie von Mittlern (also Journalisten und Bloggern) gesehen und verarbeitet werden. Dieses Phänomen ist ein komplett neues Phänomen: Zig-tausende Jahre war es fundamental anders: Da war “Wissen Macht”. Heute sind “Informationen Allgemeingut”.
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Feb
17
Es scheint ein Trend zu sein. “Social Media ist in der Krise!” Jedenfalls liest man in der Blogsosphäre ganz viele Blogbeiträge und es wird intensiv diskutiert. Ein kleines Pottpuri des Weltschmerzes hat Ralf Schwartz in seinem Werbeblogger zusammengestellt. Ein wirklich lesenwerter Beitrag. Verändert Social Media wirklich die Welt? Muss Social Media authentisch sein? Ist Dialog eine “conditio sine qua non” für Social Media? Welchen Einfluss, und welche Bedeutung haben Blogger? Dreht sich die Branche nur um sich selbst?

cc Blogwiese, Flickr
Ich finde die Entwicklung klasse. Denn jetzt fangen die wir Protagonisten an, also die, die sich mit dem Thema ausführlich beschäftigen, die Sinnfrage zu stellen. Sie Wir überprüfen ihre unsere Thesen – und Dogmen. Das betrifft vor allem die Social Media Romantiker und die Social Media Egozentriker. Sie Wir werden grade enttäuscht. Von der Realität eingeholt. Und dann gibt es die, die ihre eigenen Interessen bedroht sehen. Ihren Status. Ihre Macht. Ihre kleine Welt, die sie besonders gemacht hat, und in die nun der Mainstream oder – huhuuu – sogar der Kommerz einbricht.
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Feb
15
Gestern gab es auf Twitter ein große Debatte über die Frage, ob “Dialog” ein wesentliches, vielleicht sogar ein unverzichtbares Element von (Corporate) Social Media ist. Das Thema scheint ausgesprochen kontrovers zu sein. Nicht nur, dass sehr, sehr viele an der Debatte teilgenommen haben, die Diskussion war auch ausgesprochen lebhaft. Und es gab auch sehr sehr gute Argumente für beide Seiten.

cc by Kris Hoet, Flickr
Ich wage hier folgende These: Es braucht keinen (direkten) Dialog, um erfolgreich als Unternehmen über Social Media zu kommunizieren.
Wie macht man denn “Social Media”?
Zunächst halte ich es für wichtig zu klären, was das überhaupt ist, wenn man über “Social Media” redet. Kann ein Unternehmen “Social Media” machen? Oder ist eine Kommunikation, die nicht den Dogmen entspricht, “eigentlich gar kein Social Media”, wie manche meinen?
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Feb
14
Seit gestern ist die Website unseres Kunden “Eine Millionen Menschen” online, http://www.eine-million-menschen.de . Wir haben im Vorfeld viel machen dürfen, an der Strategie mitarbeiten, am Konzept, am Film. Ich finde das ein richtig tolles Projekt. Und als der Film dann gestern eingebunden war, habe ich nur kurz einen Link gewtittert.
Hier unten eine kleine Slideshow von ausgewählten Reaktionen. Man beachte: Überall gibt es klare positive Statements! Zusammen ging das an ca. 15.000 Menschen.Ich finde das schon ein sehr gutes Ergebnis. Jetzt müssen wir noch abwarten, ob die Leute die Seite nicht nur *empfehlen*, sondern dass sie auch “einer unter einer Million” werden – also sich schon mal registrieren. Kostet ja nix. Und ist ja nur die Betaphase.
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Feb
11
Gefühlt lese ich jeden Tag, dass ein Unternehmen das andere mit einem neuen Produkt “angreift”. Und unter einem “Killer” macht es heute kaum kein Produkt mehr, das es zu etwas bringen will. Und nun dieser Buzz um Buzz. “Halten Sie Google Buzz für ein geeignetes Produkt, um Facebook und Twitter anzugreifen?” fragt die tagesschau. Die Welt meint, Buzz wolle Twitter ersetzen, wieder andere sehen in Buzz “einen Großangriff auf die IT-Konkurrenz“. Etwas viel Buzz, Dramatik und Hype um Buzz.
Ich persönlich kenne die Motive von Google nicht, aber mir erscheint es absurd danach zu fragen, ob Google Facebook oder Twitter “Marktanteile abnehmen wird”. Von einer auf die andere Technologie zu *wechseln*, macht wenig Sinn, weil das Netzwerk (also die Kontakte zu seinen Freunden) entscheidend sind. Und die werden nicht geschlossen von Facebook und Twitter weg zu Google gehen. Aber wenn Google nicht Facebook und Twitter angreift, dann ist es doch langweilig. Oder nicht?
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Feb
02
Die FAZ vom 02. Februar berichtet wie folgt: “Der Apple-Chef glaubt nicht an das Web 2.0 und will Google stürzen. Mit dem iPad verabschiedet Apple nicht nur den Computer, sondern greift auch die Idee sozialer Netzwerke an. Während sich Google und Apple zunehmend in direkte Konkurrenten verwandeln, übersehen viele Beobachter, dass Jobs ein eingefleischter Skeptiker bezüglich der doppelten Marotte des Silicon Valley geblieben ist: der Rechnerwolke und Web-2.0-Diensten wie Facebook.” (Artikel leider noch nicht online).

Ich glaube, dass ich so langsam anfange, den Hype und die Debatte um das iPad zu verstehen. In der Debatte um das iPad steckt eigentlich eine andere, eine viel größere Debatte: Nämlich die, wie wir mit der zunehmenden Komplexität der Welt umgehen. Immer wieder wird den Kritikern des iPad vorgehalten, das iPad sei gar nicht für sie gemacht. Und es gibt eine starke Bewegung, die sich für eine Reduktion und Verlangsamung der Welt einsetzt, siehe Frank Schirrmacher oder auch die “Slow-Media-Bewegung” (wenn man dort schon von einer Bewegung sprechen kann).
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Jan
31
Eines möchte ich vorwegschicken: Ich liebe Technologie. Ich liebe Innovationen. Ich liebe Gadgets. Und ich finde das iPad super. Ich werde es mir definitiv kaufen. Aber, so toll wie ich das auch finde: Ich glaube, das iPad zeigt ein Problem auf weit über das “technische Gadget” hinaus. Zumindest wenn man das iPad als alleinige “Zukunft des PC” ausruft. Denn aufgrund der Hardware und der Apple-App-Politik ist das iPad ein Gegenentwurf zu der grade aufkommenden Kultur des Web 2.0: Offenheit, Partizipation und Vernetzung. Laut Apple hält man mit dem iPad das Internet in der Hand – aber vor allem zum Zugucken. Nicht zum Mitmachen. Das iPad zeigt tendenziell einen Weg zurück zum (edit: kontrollierten) Informations-Konsum, nicht nach vorne zum Dialog. Aber trotzdem gibt es einen Hype.

Worum geht’s? Apple hat einen neuen “Computer” vorgestellt. Das iPad. Vielfach wird es jedenfalls als eine ganz neue Art von Computer bezeichnet. Und Frank Schirrmacher hat einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschrieben. Heute, am 31. Januar. So weit, so gut. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es hier um mehr geht als einen Computer. Es ist eine Debatte um die Art, wie wir mit der rasant zunehmenden Komplexität der Welt umgehen. Und mit der damit einhergehenden Komplexität der Meinungsbildung. Sie ist aber auch eine Debatte über die Teilnahme an der Meinungsbildung. Denn bezeichnenderweise hat Apple beim iPad seine ganze Genialität nur in die Optimierung des Abrufens von Informationen gesteckt, nicht in das (Mit-)Teilen: unkomfortable Texteingabe, keine USB-Anschlüsse, keine Spracherkennung (wie z.B. Googles Nexus), keine Kamera und und und.
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Jan
22
Heute hat mir jemand auf Formspring eine sehr gute Frage gestellt, die ich dann auch gleich beantwortet habe. Weil’s so schön war, gleich auch hier im Blog.
Die Frage war: “Eine Firma möchte in den Bereich ‘Social Media’ einsteigen. Wie gehen Sie vor? Was sind die einzelnen Steps, wie Sie die Firma auf Ihren Einstieg vorbereiten? Was leisten Sie, was muss die Firma leisten?”
1. Die Kommunikations-Strategie
Die erste Frage ist die nach der Kommunikations-Strategie: In welchen Bereichen kann Social Media Mehrwert schaffen. Dabei gehen wir davon aus, dass es im Unternehmen diverse Wertschöpfungsprozesse gibt: Vertrieb, Human Ressources, Forschung & Entwicklung, Licence to operate usw. usw. Überall gibt es Ziele, und Verbesserungen in diesen Bereichen haben direkten Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens. Kommunikation ist ein wenig so wie IT: Sie kann Prozesse beschleunigen und optimieren.

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