Der Kampf Apple gegen Google. In Wirklichkeit ein Kampf zwischen “Kontrolle” und “Freiheit”?

Die FAZ vom  02. Februar berichtet wie folgt: “Der Apple-Chef glaubt nicht an das Web 2.0 und will Google stürzen. Mit dem iPad verabschiedet Apple nicht nur den Computer, sondern greift auch die Idee sozialer Netzwerke an. Während sich Google und Apple zunehmend in direkte Konkurrenten verwandeln, übersehen viele Beobachter, dass Jobs ein eingefleischter Skeptiker bezüglich der doppelten Marotte des Silicon Valley geblieben ist: der Rechnerwolke und Web-2.0-Diensten wie Facebook.” (Artikel leider noch nicht online).

CC Flickr, andres.thor

Ich glaube, dass ich so langsam anfange, den Hype und die Debatte um das iPad zu verstehen. In der Debatte um das iPad steckt eigentlich eine andere, eine viel größere  Debatte: Nämlich die, wie wir mit der zunehmenden Komplexität der Welt umgehen. Immer wieder wird den Kritikern des iPad vorgehalten, das iPad sei gar nicht für sie gemacht. Und es gibt eine starke Bewegung, die sich für eine Reduktion und Verlangsamung der Welt einsetzt, siehe Frank Schirrmacher oder auch die “Slow-Media-Bewegung” (wenn man dort schon von einer Bewegung sprechen kann).

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Das iPad als Ausdruck von Konsumenten-Bedürnissen? Oder: Fett und faul im Web-Schlaraffenland?

Eines möchte ich vorwegschicken: Ich liebe Technologie. Ich liebe Innovationen. Ich liebe Gadgets. Und ich finde das iPad super. Ich werde es mir definitiv kaufen. Aber, so toll wie ich das auch finde: Ich glaube, das iPad zeigt ein Problem auf weit über das “technische Gadget” hinaus. Zumindest wenn man das iPad als alleinige “Zukunft des PC” ausruft. Denn aufgrund der Hardware und der Apple-App-Politik ist das iPad ein Gegenentwurf zu der grade aufkommenden Kultur des Web 2.0: Offenheit, Partizipation und Vernetzung. Laut Apple hält man mit dem iPad das Internet in der Hand – aber vor allem zum Zugucken. Nicht zum Mitmachen. Das iPad zeigt tendenziell einen Weg zurück zum (edit: kontrollierten) Informations-Konsum, nicht nach vorne zum Dialog. Aber trotzdem gibt es einen Hype.


Worum geht’s? Apple hat einen neuen “Computer” vorgestellt. Das iPad. Vielfach wird es jedenfalls als eine ganz neue Art von Computer bezeichnet. Und Frank Schirrmacher hat einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschrieben. Heute, am 31. Januar. So weit, so gut. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es hier um mehr geht als einen Computer. Es ist eine Debatte um die Art, wie wir mit der rasant zunehmenden Komplexität der Welt umgehen. Und mit der damit einhergehenden Komplexität der Meinungsbildung. Sie ist aber auch eine Debatte über die Teilnahme an der Meinungsbildung. Denn bezeichnenderweise hat Apple beim iPad seine ganze Genialität nur in die Optimierung des Abrufens von Informationen gesteckt, nicht in das (Mit-)Teilen: unkomfortable Texteingabe, keine USB-Anschlüsse, keine Spracherkennung (wie z.B. Googles Nexus), keine Kamera und und und.

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Der pragmatisch-professionelle Einstieg in Social Media und was eine Agentur dazu beiträgt

Heute hat mir jemand auf Formspring eine sehr gute Frage gestellt, die ich dann auch gleich beantwortet habe. Weil’s so schön war, gleich auch hier im Blog.

Die Frage war: “Eine Firma möchte in den Bereich ‘Social Media’ einsteigen. Wie gehen Sie vor? Was sind die einzelnen Steps, wie Sie die Firma auf Ihren Einstieg vorbereiten? Was leisten Sie, was muss die Firma leisten?”

1. Die Kommunikations-Strategie

Die erste Frage ist die nach der Kommunikations-Strategie: In welchen Bereichen kann Social Media Mehrwert schaffen. Dabei gehen wir davon aus, dass es im Unternehmen diverse Wertschöpfungsprozesse gibt: Vertrieb, Human Ressources, Forschung & Entwicklung, Licence to operate usw. usw. Überall gibt es Ziele, und Verbesserungen in diesen Bereichen haben direkten Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens. Kommunikation ist ein wenig so wie IT: Sie kann Prozesse beschleunigen und optimieren.

Pfeile

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Twitter-Account-Strategie: Mit “Light”-Accounts mehr Menschen erreichen?

Ich habe mir heute die Frage gestellt, ob es sinnvoll sein kann, “Light”-Versionen des Twitter-Accounts anzulegen. Wir machen nämlich die Erfahrung, dass grade “Multiplikatoren” schnell mal entfollowen, wenn zu viel Traffic auf dem Account ist. Mit “Multiplikatoren” meine ich besonders Journalisten, die üblicherweise ja viele Quellen scannen, und für die dann irrelevante Informationen störend sind. Und aus “professioneller Sicht” ist es nicht gut, wenn man genau die verliert.

Konflikt: Wenig, aber nur relevantes oder auch persönliches und dann auch mehr

Allerdings ist der “viele Traffic” unter Umständen auch nicht unwichtig. Die Tweets also nur “auf das Nötigste” oder das rein Informelle zu beschränken, ist auch keine Lösung. Wir alle wissen und lernen, dass eine Funktion von Twitter auch ist, dem Unternehmen “ein Gesicht” zu geben, wodurch es absolut sinnvoll ist, “persönlich” zu twittern – aber das erzeugt notwendigerweise mehr Tweets in den Timelines. Selbst wenn Journalisten das grundsätzlich schätzen: Sie müssen trotzdem filtern, um ihre Timeline schlank auf das (für sie) Wesentliche zu beschränken. Und so fällt man dann doch mal leicht raus. Das muss nicht sein…

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Social Media gehört zur Grundversorgung eines Unternehmens. Wie Telefon und E-Mail.

“Ist die Zukunft einer Social Media Strategie eine Verschiebung von Ressourcen oder eine Aufstockung/Investment?” fragte Martin Meyer-Gossner von TheStrategyWeb, nach, als ich kürzlich einen Blogpost von ihm kommentierte. Meine Antwort fiel ganz unbeabsichtigt etwas länger aus, und ich möchte den Gedanken gerne auch hier in unserem Blog aufgreifen. Sehr gutes Thema, danke Martin.

“Daran haben viele Unternehmensführer überhaupt kein Interesse!”

cc dfarber, Flickr

Don Tapscott (cc dfarber, Flickr)

Der Ausgangspunkt der Debatte war ein Interview mit Don Tapscott in der Süddeutschen Zeitung vom Donnerstag, das ich im Print mit großem Interesse gelesen habe. Es ist inzwischen auch online verfügbar. Darin fordert Tapscott Unternehmen auf, “sich endlich auf das Mitmach-Netz einzulassen, um von der Transparenz zu profitieren.” Aber er sagt auch: “Eine Web2.0-Kultur würde die Machtverhältnisse in Firmen von grundauf verändern. Daran haben viele Unternehmensführer überhaupt kein Interesse”. Und Martin fragte dazu (zu Recht): “Ist das wirklich heute noch so? Sind Unternehmensführer wirklich so Internet-resistent? Können sich Unternehmensführer das noch leisten in der Zukunft?”

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Die richtige Zeit für ein neues PR-Verständnis. Oder: Es sind die Menschen, Dummkopf!

PR ist ein Schimpfwort. So scheint es jedenfalls vielfach. Früher habe ich scherzhaft erzählt, dass ich eher sage, ich sei Rausschmeißer in einem Porno-Kino, als dass ich zugebe, ich sei PR-Berater. Das hätte ein besseres Image. Das tue ich heute nicht mehr. Ich bin gerne PR-Mensch. Aber das Image von PR ist immer noch seltsam. “PR” taucht scheinbar immer im Zusammenhang mit dem Wort “nur” auf. Faszinierend!

Ich bin heute auf einen Blogpost bei freitag.de gestoßen, in dem eine Katrin Schuster fragt (oder sagt): “Twitter? Nur ein weiterer PR-Kanal …“. Sie berichtet von einer Veranstaltung, auf der eine ganze Menge Menschen im Podium saßen, die ich kenne, z.B. Richard Gutjahr vom BR, die freie Journalistin und Bloggerin Ulrike Langer und Michael Praetorius, Leiter Online von Antenne Bayern. Katrin Schuster schreibt darin einen interessanten Satz: “Wenn Journalisten twittern, facebooken u.ä., dann geht es weniger darum, mit den Lesern zu kommunizieren, als vielmehr und allererst darum, Werbung für das eigene Blatt zu machen.” Das scheint mir durchaus auch auf “Unternehmen” und “Kunden” übertragbar. Und wieder das “nur” in der Headline!

schlange

Woher kommt dieses Misstrauen gegen “PR”? Das Problem ist ja hier, dass Unaufrichtigkeit unterstellt wird. Warum wird jedem, der ein Gewerbe (oder einen sonstigen Broterwerb) betreibt, gleich unterstellt, er bezwecke eigentlich nur das eine, selbst wenn er etwas anderes tut? Liegt es daran, dass “PR” lange Zeit ein Synonym für Manipulation, Propaganda, Unaufrichtigkeit und Ausnutzung war? Weil Unternehmen nicht nur nicht authentisch, sondern vor allem nicht integer waren? Oder (teilweise) immer noch sind? Ist der Vertrauensverlust tatsächlich so tief?

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Die zunehmende Bedeutung von Social Media für PR und Meinungsbildung

Ich bin seit etwa 5 Jahren Dozent an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing. Und drei bis fünf Mal pro Jahr halte ich dort eine Vorlesung, meistens 3 Stunden, manchmal aber auf 6. Am vergangenen Samstag (den 09. Januar 2010) war ich wieder dran, dieses Mal im Studiengang “Medienmarketing”. Anbei die Präsentationsfolien, die schon ziemlich gut erklärt sind. Es gibt noch so viel dazu zu sagen, und ich habe auch zwei ergänzende Blog-Beiträge dazu in Arbeit. Einen (etwas polemisch gefragten) mit dem Titel “Werden Kommunikationsleute bald arbeitslos”. Der greift manche “fundamentalistische Ansätze” auf, nach denen Unternehmen in Social Media nichts zu suchen haben, weil die Menschen lieber unter sich sind. Der zweite Artikel wird heißen “In Social Media einsteigen. Jetzt!” und beschreibt die Schritte, die für ein Unternehmen notwendig sind um gleichermaßen pragmatisch wie nachhaltig “am öffentlichen Dialog teilzunehmen”. Quasi als Kontrastprogramm.

Aber hier nun die Folien der Vorlesung :-)

View more presentations from Mirko Lange.
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“Können Sie ein paar Beispiele für gelungene Social Media-Kampagnen von Unternehmen geben?” Ein Interview.

Stephanie Ristig von www.ars-scribendi.com hat mir diese Woche ein paar sehr, sehr gute Fragen für ein Interview gestellt, das sie auf ihrem “Kulissenblog” diese Tage veröffentlichen wird. Herzlichen Dank! Ich möchte die Inhalte auch unseren Blog-Lesern nicht vorenthalten.


Sixtus sagt in der „Sixtus versus Lobo“-Folge zu Twitter: „99 Prozent aller Nachrichten auf Twitter lassen verlauten, dass jemand Pippi geht.“ In PR-Kreisen wird Twitter spaßeshalber als Mirko-Blogging bezeichnet, weil Sie sich so intensiv auf Twitter bewegen. Wie erleben Sie Twitter?

Video 12 00m 38sNun ja, das „Mirko-Blogging“ haben wir wohl eher dem Wortspiel mit meinem Namen zu verdanken, als meiner Person. Soweit ich weiß, bezog sich das auch auf beide auf Twitter präsente „PR-Mirkos“, also mich und Mirko Kaminski von achtung! Kommunikation. Aber Scherz beiseite. Ich denke, Sixtus‘ Zitat ist eher der Pointierung geschuldet als wirklich ernst gemeint. Twitter ist einfach ein soziales Gespräch – nicht unterschieden vom „normalen“ sozialen Gespräch. Was man dort hört oder nicht, hängt davon ab, wem man zuhört. Wenn ich Sixtus Glauben schenkte, dass er tatsächlich nur von „Pippi“ liest, müsste ich schon die Frage stellen, wem er denn so folgt – und warum?

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“Im Grunde ist es ganz einfach” – acquisa Roundtable zum Thema Kundendialog

Unternehmen und Kunden reden viel, aber oft übereinander und nicht miteinander. Der Dialog zwischen beiden ist aber grade heute wichtig, denn das Internet bietet Kunden und Firmen die ideale Plattform für die Kommunikation. Wer sie nicht nutzt, hat meist schon verloren. Ein Roundtablegespräch mit Ralf Kosub (Leiter Marketing, Vivento), Prof. Marco Schmäh (ESB Reutlingen), Harry Wassermann (Snt Deutschland), Mirko Lange (talkabout) und Detlef Dörrié (Aktiv Assekuranz) bei www.acquisa.de (“erschienen in acquisa 12/2009″).

roundtable

Das PDF kann hier runtergeladen werden.

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Potenzial zum positiven Social Media Benchmark:
noa bank dekliniert “Social Media” (fast) perfekt durch

Die Kommunikationswelt tut sich derzeit schwer, wirklich gute Beispiele für gelungene (deutsche) Social-Media-Kommunikation anzuführen. Sicher, es gibt eine ganze Menge “lustiger” Kampagnen, die Facebook, Twitter, Blogs & Co. einbinden. Aber dass einmal  ein deutsches Unternehmen konsequent auf Social Media setzt – dafür fehlen nach meiner Ansicht die wirklich guten Beispiele.

Der geschätzte Kollege Stefan Schanz von pr+co hat einen eigenen Twitter-Channel eingerichtet (http://twitter.com/beeftweet) und ein Blog angelegt, in dem er gute Beispiele sammelt. Ein paar nennt auch Christian Bölling in seinem Blogeintrag, und auch Cem Basman hat über einen Blogeintrag einige Vorschläge gesammelt. Bisher waren die aber für mich nicht wirklich überzeugend. Das Social Media Engagement ist entweder halbherzig oder von zu kleinen Unternehmen, sodass die Relevanz fehlt. Und so überwiegen in der Debatte um Social Media die eher negativen Beispiele, jene, die Furore gemacht haben, und das waren fast immer die Geschichten der Krisen: Vodafone, Jack Wolfskin, Jacko, United Airlines usw.

Heute Gestern (also am Samstag) Morgen habe ich ein Unternehmen entdeckt, von dem ich denke hoffe, dass es vielleicht der erste positive Case ist, der Furore macht: Die noa bank. Die Idee der noa bank in aller Kürze: Die Bank will nicht wie sonst üblich mit “ethisch zweifelhaften” Investitionen Geld verdienen, sondern mit Projekten, die Gutes bewirken. Auf den ersten Blick ist die Kommunikation zwar möglicherweise etwas zu “gefühlsduselig”, das will ich aber gar nicht bewerten. Die Grundidee ist faszinierend, die Kommunikation greift sehr gut die drei wichtigsten Grundprinzipien von Social Media auf und setzt sie nahezu perfekt um: “Humanizing”, “Partizipation” und “Transparenz”. Und noch mehr…

website

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