Jan
20
Seitdem es talkabout gibt, habe ich noch nie eine so gute Woche erlebt. Montag einen pfiffigen, tollen Webdesigner als neuen Mitarbeiter gewonnen. Dienstag das “prizeotel” als Kunden gewonnen, ein Low-Budget-Design-Hotel, das in Sachen Social Media schon mit geringen Mitteln Maßstäbe gesetzt hat, und das nun strategisch ausbauen will. Am Mittwoch hat sich die Peer-to-Peer Autovermietung “tamyca” nach einem Workshop für uns entschieden, auch hier sind mit mit dem Thema “Collaborative Consumption” am Puls der Zeit. Am Donnerstag bekamen wir Bescheid, dass wir in der Finalrunde bei einem großen Pitch eines Konzerns zum Thema “strategische Integration von Social Media” sind. Und heute haben wir – auch nach einem Workshop – auch noch “Couchfunk” als Kunden gewonnen, ein junges Unternehmen, das Innovationsführer im Bereich “Social TV” und “Second Screen” ist. Ich freue mich. Ich bin dankbar.

Alle diese neuen Kunden sind “Traumkunden”: Tolle Leute, innovativ, kreativ. Die Workshops liefen richtig klasse, es kribbelte die ganze Zeit, weil die Ideen nur so sprudelten und weil man es auch sprudeln lässt! Und das Schönste: Alle Unternehmen verfügen über die Ressourcen, um die sinnvollen Ideen auch umzusetzen!
Dazu kommt: Nächste Woche fängt Stephan Eichenseher bei uns an als neuer Berater und Teamleiter, auf den ich mich sehr freue. Wenn sich jemand angesprochen fühlt: Wir suchen noch (jetzt mehr denn je) Junior-Berater(innen) und Trainees. Jetzt aber noch ein paar mehr Details zu den Neukunden…

Jan
14
Das sind die Vortragsfolien zu meiner Keynote auf der Veranstaltung der “Social Media Excellence Initiative” am 14. Januar in der Konzernzentrale von Daimler in Stuttgart. Ich habe sie in in leicht abgewandelter Form eingestellt, damit man auch ohne das gesprochene Wort auskommt. Im Grunde geht es viel mehr als Content. Also quasi das Reden. Denn die alte Denke vom “Content” ist tot. Es sind nicht nur die Unternehmen die Reden. “Content” entsteht heute dynamisch, setzt sich immer neu zusammen, vermischt sich. Auch die Grenzen zwischen “Content” (also reden) und tun verschwimmt: Die Art, wie Unternehmen reagieren, ob sie in Interaktion treten, ob sie fremden Content aufnehmen (also lernen), vielleicht sogar fremden Content fordern (Partizipation).
Ich empfehle dringend, die Präsentation auf Slideshare anzuschauen, und dort auch im Vollbildmodus. Oder gleich in der Präsentation hier gleich unten rechts auf das “
” klicken.
.
Ich habe noch keine “Lösung”, ich weiß nur, dass das Konzept “Content” nicht mehr funktioniert. Hat jemand von Euch, von Ihnen Ideen dazu? Ich freue mich auf eine Debatte.
Jan
14
Eigentlich wollte ich nichts groß öffentlich zu dem Thema “Shitstorm bei ING-Diba” schreiben. Aber dann las ich gerade einen Artikel bei der Süddeutschen Zeitung, also einem so genannten Leitmedium (obwohl man wohl immer mehr die Frage stellen muss, ob die Online-Ableger der traditionellen Leitmedien auch noch “leitend” sind, aber das ist eine andere Debatte). Das ist ein beachtenswerter Beitrag. Ich fürchte nur, der Autor Bastian Brinkmann denkt seinen an sich guten Gedanken nicht zu Ende – und ist auch etwas schief im Bild. Und das ist gefährlich, weil es nicht nur die “allgemeinen sozialen Regeln” ad absurdum führt, sondern Unternehmen auch falsche Tipps für das Verhalten im Social Web gibt.

Von Bastian Brinkmann \ Vegetarier wettern gegen ING-DiBa: "Dieser Shitstorm ist Wurst" (auf Bild klicken um zum Artikel zu kommen)
.
Brinkmann schreibt: “Soziale Netzwerke sind neue Marktplätze im wahrsten Sinne”. Und: Die Facebook-Seiten seien in der Wahrnehmung der User kein Unternehmenseigentum: “Sie posten, schreiben und unterhalten sich wie in einem öffentlichen Raum.”
Der Gedanke enthält gleich drei massive Fehler!
Dez
27
Nach der schweren Weihnachtskost jetzt mal was ganz leichtes. Ausgehend von den Gedanken zur “Social Media Strategieentwicklung für den Verkauf” und in Vorbereitung auf unseren internen Workshop habe ich unseren Strategiekreis erheblich überarbeitet. Ich würde den gerne hier schon zur Diskussion stellen, vielleicht hilft er ja dem/der ein oder anderen bei seinen eigenen Gedanken weiter, und vielleicht hat jemand auch gute Anregungen? (Edit: Habe den Titel mehrfach geändert. Jetzt dürfte er passen
)

Klick aufs Bild öffnet große Komplettansicht
Strategische Stoßrichtung von Social Media folgt bestehender Gesamtstrategie
Neu (also gegenüber dem alten Strategiekreis) ist hier vor allem, dass jetzt in der “2. Schicht” nicht mehr einzelne Kommunikationsdisziplinen stehen (Social Media Relations, Social Media Marketing, Social Media Culture), sondern konkrete strategische Stoßrichtungen: Also beispielsweise “Kompetenzführerschaft aufbauen”. Dem liegt die bei uns in den letzten Monaten vollends gereifte Erkenntnis zugrunde, dass Social Media an eine bereits bestehende, übergreifende Strategie angedockt sein muss – sonst bleibt “Social Media” nur eine Maßnahme, die strategisch in der Luft hängt, und die deswegen nicht viel Kraft entfalten kann (nebenbei bemerkt: “Mehr verkaufen wollen” ist genauso wenig eine Strategie wie “mehr Bekanntheit haben wollen”!).
Dez
25
Dieser Blogbeitrag ist zunächst einfach nur mal ein Niederschreiben von Gedanken. Noch nichts Ausgearbeitet. Nur ein Status quo. Mit Schlussfolgerungen. Ich erkenne nämlich gerade, warum ich schon so lange eine tiefe Abneigung dagegen habe, “Social Media” als Tool zu verstehen, um “mehr zu verkaufen”. Der Kern des Problems, den ich hier etwas thematisieren will, ist dabei nicht, “wie” ich mehr verkaufe, sondern viel mehr die Frage, “warum” denn jemand bei mir kaufen sollte. Diese Frage wird aus meiner Sicht generell viel zu sehr vernachlässigt. Aber mir dünkt, dass Social Media so lange nichts vernünftiges zum Unternehmenserfolg beiträgt, wie dieses Frage nicht beantwortet ist.

Und es geht dabei also um die Frage, welche strategische Bedeutung “Social Media” für Unternehmen haben kann. Meinem Gefühl nach liegt hier der Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung. Denn leider gibt es dafür bisher nur sehr wenige Benchmarks, noch immer ist Social Media – wenn überhaupt – taktisch eingesetzt, meistens aber wohl eher “aktionistisch”. Und bei beiden Vorgehen entstehen Probleme und Fragen, die man nicht, oder fast nicht hätte, wenn man mal einige Grundfragen klären würde. Kotler/Bliemel sagen zu Verkaufsförderung: „Während Werbung einen Kaufgrund gibt, bietet Verkaufsförderung einen Anreiz, den Kaufakt zu vollziehen oder voranzutreiben.“ Genau darum geht es. Nur dass es eben noch viel mehr Faktoren gibt, einen Kaufgrund zu liefern…
Dez
22
Die Zeit vor Weihnachten ist ja traditionell die Zeit der Ausblicke und Rückblicke. Ich bin auch gefragt worden, was ich denn für 2012 für “Trends” sehe. Das ist natürlich eine schwierige Frage. Was dabei herauskommt ist üblicherweise wirklich nur Glaskugelleserei. Deswegen will ich das auch etwas anders angehen. Denn es gibt drei vier Hauptthemen, auf die wir uns, als Agentur, im nächsten Jahr konzentrieren werden (einen ganz wichtigen Punkt habe ich noch ergänzt), und ich schreibe hier die Dinge auf, die für uns eine konkrete Auswirkungen haben. Insofern ist das schon etwas konkreter, hoffe ich.

Für uns sind das also nicht nur irgendwelche Trends, sondern Entwicklungen, die wir selbst sehen, und – ganz wichtig – die wir aktiv mitgestalten wollen.
Dez
19
Die Deutsche Bank “schlägt zurück”… oder “rudert zurück”? Nach diversen Debatten, und nachdem auch die “normalen Medien” das Thema aufgegriffen haben (Quellen siehe unten), äußerte sich die Deutschen Bank nun am Freitag zu dem Fall:

In einem Video war ein Pressesprecher der Deutschen Bank damit zitiert worden, die verhungernden Menschen in der dritten Welt seien “selbst schuld”. Daraufhin drohte die Deutsche Bank mit juristischen Schritten gegen die Künstler und Menschenrechtsgruppe “Zentrum für Politische Schönheit“. Da schon sehr unglücklich: Das Argument war nicht, dass des “Zentrum für politische Schönheit” die Unwahrheit sagte, sondern dass der Pressesprecher angeblich nicht wusste, dass er zitiert würde (siehe hierzu auch mein Posting vom Freitag).
Nov
28
Ich habe mich heute aufgrund einer Medienanfrage mit einem Fall beschäftigt, der schon rund eine Woche alt ist. Es geht um Kühlschränke und um China. Die Geschichte schnell erzählt: “Vor einem Siemens-Gebäude in Chinas Hauptstadt zerstörten einige Männer mit Hammern drei angeblich defekte Kühlschränke. Diese Aktion war ein Protest gegen die Qualitätsprobleme mit den Kühlschranktüren und die ablehnende Haltung des deutschen Konzerns.” Alle Details dazu gibt es unter anderem bei http://german.china.org.cn. Und diese Nachricht geht um die Welt, in Deutschland haben u.a. fast alle “Leitmedien” berichtet (weitere Quellen am Ende des Artikels). Niemand weiß bisher, ob das zu einem wirtschaftlichen Schaden bei Siemens führt. Aber mit großer Sicherheit sind bei Siemens bzw. Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) ganz viele Manager “not amused”.

Quelle: http://german.china.org.cn/china/2011-11/21/content_23971831.htm
.
Die Frage (für einen Kommunikations-Professional) ist nun: Wie konnte es dazu kommen? Was kann Siemens dagegen tun? Hätte Siemens das verhindern können? Und was kann man daraus lernen? Eine kurze Analyse dieses und ähnlicher Fälle zeigt: Es gibt ein klares Muster und deswegen auch Lösungen: So gut wie immer hat sich der Konflikt angekündigt, aber anstatt empathisch auf die Kritik zu reagieren und die Kritiker wertzuschätzen, geben sich die Unternehmen arrogant und ignorant. Dazu kommt: Die Kommunikation erfährt nichts von den Kritikern, weil diese zuerst im Customer Service oder bei Public Affairs aufschlagen, und diese die Gefahr nicht erkennen.
Nov
26
Eine interessante Definition von Social Network: “Google+ was never created to directly compete for people’s time on the internet.” Sagt readwriteweb.com. Vielmehr sei die Intention von Google+: “… to compete for users’ personal data”. Und weiter: “Becoming the primary platform for social networking would simply be a bonus.” Eine Interessante These. Laut Brad Jordan hat Google+ nur einen Zweck: Nämlich mehr Werbeumsatz für Google zu produzieren. Denn wer künftig in Google suche, sei für Google bekannt, wenn er auch in Google+ eingeloggt sei, Google wisse so also immer sehr viel über den User. Und das verbessere das Targeting. Okay. Verstanden. Ist auch gut. Nur springen solche Theorien zu kurz. Das ist so, als ob man sagen würde, Autos würden gebaut, damit der Autohersteller mehr Geld verdient. Stimmt eben nur auch.

.
Der wirkliche Unterschied liegt nach meiner Wahrnehmung ganz woanders. Nämlich darin, wen man in Facebook bzw. Google sucht – und was man mit ihm macht, wenn man ihn gefunden hat. Und das hat auch Auswirkungen auf die Strategien von Unternehmen, die Facebook und oder Google+ für die Unternehmenskommunikation einsetzen.
Get the whole story »