Vodafones Social Media Engagement: Vodafone hat alles richtig gemacht. Aber wer hat sie beraten?

Posted by on Juli 8, 2009 at 8:41 pm.

Vodafone ist meines Wissens nach der erste große Consumer-Konzern in Deutschland, der sich auf die neuen Welt der Social Media ernsthaft einlässt. Vodafone spricht die Web-Community direkt an und fordert deren Feedback: Über Twitter, über Facebook, über ihr Blog, und ein Myspace-Engagement ist geplant. Dafür verdient Vodafone sehr viel Respekt und Anerkennung. Und heute hat Vodafone eine “Pressekonferenz” veranstaltet, bei der jeder live dabeisein konnte. Da haben sich auch die Vodafone-Bosse den Menschen gestellt. Die Pressekonferenz wurde über soziale Medien angekündigt, und Vodafone hat zugelassen, dass die Menschen das tun, was sie eben in sozialen Medien tun: offen ihre Meinung sagen. Diese Meinung war dann allerdings überwiegend vernichtend. Und das ist gut so.

Social Media is the willingness to fail.Vodafone will das Richtige: Vodafone will menschlicher, offener, direkter werden, will Gesicht zeigen und authentisch sein.Vodafone hat die Zeichen erkannt; sie machen die richtigen Schritte, sie trauen sich. Ich glaube, man kann das nicht oft genug anerkennen. Und ja, Vodafone macht beim So-viel-richtig-machen auch gleich ganz viel verkehrt. Das Schöne dabei ist: Wenn Vodafone schlau ist, wird Vodafone ganz viel aus der Kritik lernen. Und: Auch Dritte können von Vodafone viel lernen. Allerdings: Vieles hätte man vorher wissen und ohne großen Aufwand besser machen können. Dabei hätte man nur das Wichtigste Gebot des “sozialen Dialogs” beachten müssen: Nämlich die Dinge aus der Sicht des Anderen zu sehen – aus der Sicht des Menschen gegenüber.

Das beginnt bei dem Format der “Pressekonferenz”. Das ist widersinnig. Eine PRESSEkonferenz, die sich direkt an die Menschen, an die potenziellen Leser der Presse wendet, ist keine Pressekonferenz. Die “Presse” lebt davon, ihren Lesern neue Informationen zur Verfügung zu stellen. Wenn man sie parallel selbst den potenziellen Lesern zur Verfügung stellt, verliert die “Presse” einen großen Teil ihrer (Daseins-)Berechtigung. Damit missachtet man deren Interessen. Aber anstatt dann konsequent ein neues Format zu wählen (“Public Konferenz” kann man auch mit “PK” abkürzen), bleibt man verhaftet in den alten Strukturen, die für die neuen Zuschauer gleich mal gar nicht geeignet sind. Nicht umsonst haben sich einige in den Kommentaren gefragt, ob denn Journalisten immer so etwas ertragen müssten. Vodafone will vieles richtig machen, es fehlt aber auch hier an der letzten Konsequenz.

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Bitte auf das Bild klicken, um Aufzeichnung der Pressekonferenz zu sehen

Dass die Social Media Bemühungen noch viel zu sehr aus dem alten Denken heraus geplant und umgesetzt sind, zeigen die Protagonisten der Pressekonferenz. Da reden Menschen über ein Thema, das sie sichtbar nicht verinnerlicht haben. Sie sprechen von “Teilnahme” und “Social Media”, aber ihre Sprache, Ihr Diktus drückt das genaue Gegenteil aus. Ich finde es geradezu verblüffend, mit welcher Zielsicherheit die Protagonisten genau die Fehler machen, die das Cluetrain-Manifest den Unternehmen vor zehn Jahren vorgeworfen hat. Journalisten haben das (offensichtlich) jahrelang geduldet. Die Web-Community wird das (langfristig) nicht tun.

Gregor Gründgens, laut Ankündigung “Director Brand & Marketing Communications Vodafone Deutschland GmbH” (schon dieser Titel!) versteht nicht, dass er in dem aktuellen Format mit Menschen spricht, mit mir als Zuseher und Zuhörer. Stattdessen spricht er die ganze Zeit über mich, und zwar als “Zielgruppe” und nicht als Mensch. Ich empfinde es als etwas Beleidigendes zu sehen, wie ich für jemanden nur als Zahl oder als Umsatzpotenzial lebe. Und Gründgens spricht rein egozentrisch von Vodafone und der Kampagne, ohne dabei zu berücksichtigen, was denn eigentlich meine Interessen, die Interessen der Zuhörer sind. Ganz zu schweigen von den hunderten von Kunstworten, die er verwendet, und die ihn meilenweit entfernen. Das ist keine menschliche Stimme. Das hinterlässt einen schalen Geschmack. So hätte er in einer Pressekonferenz mit Marketing-Medien sprechen können, aber so spricht man nicht mit Menschen.

Vielleicht war es kein Zufall, dass Sascha Lobo in der Pressekonferenz als “unser Testimonial” vorgestellt wurde. Nicht als “Mensch”. Oder als “Blogger”. Oder als “Social Media Experte”. Ich würde mir verbitten, als “Testimonial” vorgestellt zu werden. Aber vielleicht ist Sascha Lobo tatsächlich nicht mehr als ein Testimonial. War er auch beraterisch tätig? Es wirkt nicht so; er sah jedenfalls nicht so aus, als ob er sich in der Veranstaltung wohlgefühlt hat. Er ist ja auch kaum zu Wort gekommen. Und auch Scholz & Friends hat sich nicht als guter Berater hervorgetan. Aus meiner Sicht hätte man dringend diese Vorstellung proben müssen, und Herrn Gründgens zumindest “trainieren”. So gut wie der Mann auch sein mag – ich unterstelle das – seine “Performance” war für das Format schlichtweg ungeeignet. Aber das ist nicht sein Versäumnis. Er ist “Director Brand & Marketing Communications Vodafone Deutschland GmbH” und kein Social Media Kommunikator.

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Trotzdem hat Vodafone im Prinzip alles richtig gemacht. Vodafone hat sich geöffnet. Vodafone hat Gesicht gezeigt. Das ist gut und das ist richtig. Und man hat dabei gesehen, dass Vodafone noch nicht wirklich reif ist für Social Media. Und auch das ist okay. Indem sich Vodafone offen stellt, hat es eine Entwicklung in Gang gesetzt, an deren Ende irgendwann Social-Media-Reife steht – oder ein Desaster. Ich glaube, es wird gelingen. Aber aus professioneller Sicht muss ich sagen: Vodafone hätte nicht unbedingt den “harten Weg” wählen müssen und ihren aktuellen Status so deutlich zeigen. Wenigstens hätte man ein Bemühen zeigen können, dem Thema “Social Media” nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich gerecht zu werden. Das sehe ich als Fehler der Berater. Vodafone kann das selbst so wenig leisten, wie sich Münchhausen nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen konnte.

Eines habe ich bei der Vodafone Veranstaltung gelernt. Es wird schwierig, Social Media zu “instrumentalisieren”. Wer Social Media macht, ist eigentlich immer authentisch. Oder wird “authentisch gemacht”. Durch die Transparenz, die durch Social Media entsteht, wird einfach immer offenbar, wo ein Unternehmen steht. “Corporate Social Media” wird aus meiner Sicht nur funktionieren, wenn die dafür richtige Kultur im Unternehmen besteht.

Ich habe in den letzten Wochen sehr viel mit Unternehmen über das Thema Social Media gesprochen. Und mich hat eines erstaunt: Die meisten begreifen sehr schnell, dass “Social Media” viel mehr ist, als ein neuer Kommunikationskanal, über den sich auf neue Art und Weise Marketing, PR und Verkaufsförderung betreiben lässt. Man muss sich auf die Menschen einlassen. Das ist die eigentliche Botschaft. Man muss ihnen zuhören, sie (an)erkennen, sie ernst nehmen. Das bedeutet aber auch, dass dann etwas passieren muss. Aber darauf sind Unternehmen noch nicht eingerichtet. Und auch wenn die Beteiligten großen Respekt vor dem Aufwand und dem Ärger haben, hatte ich doch den Eindruck, dass sie verstehen, dass das kommen wird. Ich habe sogar den Eindruck, dass die Mitarbeiter eine Sehnsucht danach haben: Echt zu sein, anzuerkennen und anerkannt zu werden.

Eine zeitlang werden Unternehmen noch auf die Art und Weise “Social Media” machen können, wie es Vodafone jetzt begonnen hat. Vodafone ist in Deutschland (als Konzern) ein Pionier. Das Medium ist noch jung. Und die Menschen verzeihen (noch) vieles. Natürlich gibt es schon heute – wie bei Vodafone – auch viel Häme. Das gehört bei Social Media dazu: jeder mag sich ja auch profilieren. Aber bei vielen erkennt man auch die Anerkennung für das “Gutgemeinte”. Deswegen ist es jetzt eine gute Gelegenheit, in Social Media einzusteigen. Man kann noch viel ausprobieren.

Aber es wird nicht mehr lange dauern, bis solche halbherzigen Versuche gnadenslos entlarvt und genüsslich ausgeweidet werden. Dann werden nur gut gemeinte Versuche kontraproduktiv. Social Media ist auch die Chance für Unternehmen, lebendiger, echter und wahrhaftiger zu werden. Das wird vielen gut tun. Den Kunden. Den Mitarbeitern. Und den Unternehmen.

Update: Vodafone hat sich im Blog zu dem Thema geäußert – und genau das richtige getan: Gerlernt. http://blog.vodafone.de/2009/07/09/reaktionen-auf-die-livepk/

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Das hat mit der Unternehmenskultur jedoch nichts zu tun. Da bleibt alles beim Alten und der Kunde eine Nummer. Inhaltlich wird viel heiu00c3u009fe Luft in den Wind geblasen.

Und wenn Sie jetzt noch Ihre Tarife an die von Ou00c2u00b2 anpassen werde ich alle 7 Vertru00c3u00a4ge auch verlu00c3u00a4ngern :-)

Der gesamte Artikel sollte jedoch unter dem Titel "Sozial Media is the willingness to fail" stehen, da dieses Zitat am besten den Inhalt des Ganzen repru00c3u00a4sentiert.

Meiner meinung nach eine gute Strategie von Vodafone.
Das Unternehmen setzt auf Medien, dessen Bedeutung in Zukunft steigen wird und sichert sich somit eine gute Stellung im sozial media.
Auch die Pressekonferenz war ein mutiger Schritt in die richtige Richtung. Ob die Umsetzung letztendlich optimal verlaufen ist, bleibt fraglich.

Der selbstbewusste MArkenauftritt der zielsicheren Vodafone-Kampagne ist genial. Da waren Top Kreative am Werk, die eine innovative und starke partnerschaftliche Marke wie Vodafone neu und spannend inszeniert und damit den Kunden die Produktvorteile nahebringt. Die starke internationale Marke Vodafone trumpht hier mit Topstars der Szene auf und spricht genau die Sprache der Kunden. Vodafone spricht damit auf Augenhu00c3u00b6he der Kunden und ist ein starker und trendsicherer Partner rund um die digitale Kommunikation von heute und von morgen. Vodafone bedient die komplette Klaviatur der digitalen Welt. Web 3.0. Ein Top-Treffer fu00c3u00bcr die Kreativen von Scholz und Friends. Die hohe Resonanz spricht klar fu00c3u00bcr sich. Natu00c3u00bcrlich hat so ein starker interdisziplinu00c3u00a4rer Auftritt Neider. beste gru00c3u00bcu00c3u009fe aus dem norden

Ich finde die tolle Vodafone-Kampagne genial. Da waren Top Kreative am Werk, die eine innovative und starke partnerschaftliche Marke wie Vodafone neu und spannend inszeniert und damit den Kunden die Produktvorteile nahebringt. Die starke internationale Marke Vodafone trumpht hier mit Topstars der Szene auf und spricht genau die Sprache der Kunden. Vodafone spricht damit auf Augenhu00c3u00b6he der Kunden und ist ein starker und trendsicherer Partner rund um die digitale Kommunikation von heute und von morgen. Vodafone bedient die komplette Klaviatur der digitalen Welt. Web 3.0. Ein Top-Treffer fu00c3u00bcr die Kreativen von Scholz und Friends. Die hohe Resonanz spricht klar fu00c3u00bcr sich. Natu00c3u00bcrlich hat so ein starker interdisziplinu00c3u00a4rer Auftritt Neider.

Tolle Debatte!

Wenn die Baronesse sich wirklich sich u00c3u00b6ffnen will fu00c3u00bcr jedermann, dann sollte sie sich darauf einstellen, ein paar derbe Gesellen bei Hofe zu dulden! Nicht umsonst steht die Frisur von Herrn Lobo metaphorisch fu00c3u00bcr die Hinwendung zum Provokativen und zum buchstu00c3u00a4blich Unhu00c3u00b6flichen.

Ich bin u00c3u00bcberzeugt, authentische PR wird in Zukunft AUCH bedeuten, einen deutlich schu00c3u00a4rferen Ton ertragen zu ku00c3u00b6nnen als heute und die Unhu00c3u00b6flichen trotz derber Worte als diejenigen zu akzeptieren, von denen es zu lernen gibt.

Sehr pru00c3u00a4zise und fair beobachtet. Guter Beitrag, weiter so!

Toller Artikel, der vielleicht noch etwas stu00c3u00a4rker auf den Faktor Authentizitu00c3u00a4t eingehen ku00c3u00b6nnte. Es sind ganz kleine Dinge, die etwas "etwas" falsch wirken lassen. Nehmen wir nur Sascha Lobo, der ist bekannt fu00c3u00bcr den "loboesken" Umgang mit dem iPhone. Hier muss er auf einmal mit einem unattraktiven Handy so tun, als tue er damit das, was er sonst mit seinem iPhone tut. Es ist nur ein kleines Detail, aber genau diese Details entscheiden am Ende u00c3u00bcber den Erfolg einer Kampagne - auch, wenn Vodafone leider keine iPhone im Angebot hat.

Spannend ist es zudem, ob Vodafone es tatsu00c3u00a4chlich schafft, diesen vermittelten Spirit zu verinnerlichen. Oder ob es am Ende alles das gleiche bleibt, nur eben mit einer neuen Werbekampagne.

Ich kann hier eigentlich keinen Spirit erkennen. Es ist sicher lu00c3u00b6blich, sich vom Rest der Meute absetzen zu wollen. Aber es ist dochh offenbar, dass zwischen Wollen und Ku00c3u00b6nnen mehr liegt als herausragende Diplome, vielfache Auszeichnungen und eine grou00c3u009fe Anzahl an Referenzkunden. Es hat fast den Anschein, als wolle man gar nicht ku00c3u00b6nnen, um zu beweisen, dass es total falsch ist Social Media/Web 2.0 einzusetzen.

Ich habe den Eindruck, dass es strategisches Kalku00c3u00bcl war, den Kunden vodafone so ins Messer laufen zu lassen. Oder es war mal wieder Marketing 0.2: Awareness ist besser als neue Kunden, weil es den Brand aufwertet. Und darum geht es ja beim Verkauf einer Firma, oder?

Ganz hervorragende Analyse der Vodaphone PK, aber ich finde auch trotz allem den Mut und die Experimentierfreude von Vodaphone sehr gut und mu00c3u00b6chte V ermutigen, auf jeden Fall hier weiter zu machen. Aus den (nicht allzu gravierenden) Fehlern kann man lernen und diese dann schnell korrigieren. Trotzdem bleibt V ein Vorreiter auf dem Gebiet und Vorbild fu00c3u00bcr andere Unternehmen was Social Media betrifft. Weitermachen!

Christian, prinzipiell ist es sehr zu begru00c3u00bcu00c3u009fen, dass Vodafone sich auf Social Media einlu00c3u00a4sst. In der Handhabung der Instrumente sind Carmen und Co. auch sehr gut.
Ich sehe das Problem eher darin, dass der Nutzen nicht kulturell verankert ist. Sprich, die Kommunikationsabteilung hat eine Idee, wie die Generation Upload erreicht werden soll und setzt das als Kampagne um.
Das hat mit der Unternehmenskultur jedoch nichts zu tun. Da bleibt alles beim Alten und der Kunde eine Nummer. Inhaltlich wird viel heiu00c3u009fe Luft in den Wind geblasen.
Als O2 anku00c3u00bcndigte, die Sprachroboter ihrer Hotlines durch echte Call-Center-Agents zu ersetzen, war ich wesentlich stu00c3u00a4rker beeindruckt. Hier wurde glaubhaft vermittelt, dass die Kundenzufriedenheit im Zentrum der u00c3u009cberlegungen stand.
Ich bin u00c3u00bcberzeugt: Die Entdeckung des Menschen wird zuku00c3u00bcnftig u00c3u00bcber Erfolg und Misserfolg von Unternehmen entscheiden.

Der Schein tru00c3u00bcgt ;-)

Hallo Mirko,

ich nehme Vodafone sehr ernst. Schon seit 1995. Seitdem machen sie, dass ich telefonieren kann. Ob sie sich kulturell u00c3u00a4ndern wollen, ist mir egal, es sei denn, sie machen, dass auch ich bald ein iPhone haben kann. Das fu00c3u00a4nde ich super.

Und was ist eigentlich meine These?
Dass Vodafone Klamauk macht, damit noch mehr Menschen mit ihrer Hilfe telefonieren? Das finde ich super.

Dass Journalisten nicht in der Lage sind, kluge Fragen zu formulieren? Das finde ich mistig.

Dass hier und an anderer Stelle nur wenige selbsternannte und tatsu00c3u00a4chliche Kommunikationsprofis Klamauk Klamauk nennen (also Vodafone an seine Taten messen)? Das finde ich nachdenkenswert.

Warum das respektlos ist, verstehe ich nicht. Warum man sich durch Worte wie "Lu00c3u00a4cherlichkeit" und "Geschwu00c3u00a4tz" angegriffen fu00c3u00bchlen kann, verstehe ich, bin aber auch sehr offen und hoffnungsvoll, dass man auch mir sagt, wenn ich dummes Zeug rede.

Hallo Sascha, wu00c3u00bcrde gerne antworten, wenn wir eine gemeinsame Basis hu00c3u00a4tten. Dem scheint nicht so. ;-)

Wenn wir alle mal weniger aufgeregt wu00c3u00a4ren, ku00c3u00b6nnten wir doch folgende Dinge konstatieren:

1. Vodafone hat eine PK fu00c3u00bcr Journalisten abgehalten - Deren Fragen gegen Ende waren weder besonders zahlreich, noch besonders erkenntnisbringend. (Ich hu00c3u00b6rte, es wurde gar geklatscht.)

2. Eine PK fu00c3u00bcr Journalisten mit einer unmoderierten Kommentarspalte versehen ins Netz zu stellen, ist nicht "social".

3. Vodafone hat einen "Markenrefresh" verku00c3u00bcndet, dessen Ziel es ist, mu00c3u00b6glichst vielen Leuten Mobilfunkvertru00c3u00a4ge zu verkaufen. Ob wir "Netzmenschen" uns da angesprochen fu00c3u00bchlen weil man die Zielgruppe jetzt "Generation Upload" nennt, ku00c3u00b6nnen wir uns u00c3u00bcberlegen. Mich persu00c3u00b6nlich sprechen transparente und faire Produkte mehr an.

4. Ein Markenrefresh macht ein Unternehmen nicht grundlegend "social", solange es nicht auch die Produkte, Prozesse und Dienstleistungen so auf die Menschen einstellt, dass diese aus Begeisterung kaufen.

5. Nur weil ein Konzern 40Mio in Online steckt (wohl einiges davon in Social Network-Pru00c3u00a4senzen), ist seine Kommunikation noch lange nicht von Social Media bestimmt. 160 Mio gehen nu00c3u00a4mlich in normale Werbung!

6. Fehler sind toll, solange man draus lernt.

Amen. :-)

@Mirko:
Ok, dann einigen wir uns statt "alte" und "neue" PR (statt Denken) auf "gute" und "schlechte" PR :-)

Ein bisschen befremdlich ist es schon, dass kaum einer daru00c3u00bcber spricht, was das Ganze soll: Aufmerksamkeit erregen, um Mobilfunkvertru00c3u00a4ge zu verkaufen. Stattdessen viele grou00c3u009fe Worte, die vor allem Gru00c3u00bcnde dafu00c3u00bcr liefern, dass "wir" nicht von Vodafone angeheuert wurden.

Die Klagen daru00c3u00bcber, dass auf vermeintlich kritische Fragen nicht eingegangen wurde, sind hart an der Grenze zur Lu00c3u00a4cherlichkeit, denn substantielle Kritik setzt voraus, sich mit ihrem Gegenstand intensiv zu befassen. Ich behaupte mal, dass die Masse der kritischen Fragesteller, das nicht getan hat. Damit ist es Geschwu00c3u00a4tz. Gut, auch das kann dazu fu00c3u00bchren, dass Konsumenten sich verweigern, aber darum geht es hier ja nicht.

Womit wir bei meinem Lieblingsthema wu00c3u00a4ren: Qualitu00c3u00a4t. Dafu00c3u00bcr sollten die stehen, die sich mit Themen auskennen, Journalisten zum Beispiel. Wenn aber auch die nicht in der Lage sind, kritische Fragen zu stellen, wird es zu dem, was es jetzt ist: Klamauk.

Ich hab die Facebook-Diskussion verfolgt und da kamen durchaus sachliche Fragen von Leuten, die sich auskennen. Und was ist daran lu00c3u00a4cherlich, einen Dialog einzufordern von einen Unternehmen, das genau diesen anku00c3u00bcndigte?

Hallo Sascha,

ich finde so eine These respektlos. Ehrlich. Mir gebietet es mein Kodex, Vodafone ernst zu nehmen und ihnen zu glauben, dass sie auch kulturell etwas u00c3u00a4ndern wollen. Es ist enorm schwierig das umzusetzen, und nicht gleich geht ales. Das ist ein Change-Prozess.

Es wurden schon die wichtigsten Dinge gesagt, eventuell noch ein Statement was es auf dem Punkt bringt:
Wenn ein grou00c3u009fer Player wie Vodafone sich so u00c3u00b6ffnet, sollte das als ein grou00c3u009fes Zeichen gesehen werden. Kann sich jemand vorstellen wie schwer es intern gewesen sein muss, dieses Format + Testimonials durchzusetzen? Da hat jemand ganze u00c3u009cberzeugungsarbeit geleistet, dafu00c3u00bcr sollten wir auf Agenturseite auf jeden Fall dankbar sein.
Auch wenn man die typischen Zu00c3u00bcge der alten Corporate-Festung noch spu00c3u00bcren konnte, es wehte ein frischer Wind im Hause Vodafone. Und darauf kommts an. Nicht auf ein paar Leute die das Verhalten eines Social Media affinen Startups mit dem eines Global Players vergleichen und dem entsprechend Ohrfeigen austeilen.
Danke Vodafone, fu00c3u00bcr den Schritt nach vorn.

@Christoph: Ja, ja, ja und noch mal JA! Das ist ein Schritt nach vorn. Und jeder der ernsthaft daran interessiert ist, dass wir eine andere Kultur bekommen in der Unternehmenskommunikation, der sollte das Engagement von Vodafone anerkennen!

Ich frage mich schon den ganzen Tag, was heute bei Vodafone los ist. Werden die Initiatoren zur Sau gemacht? Oder sitzt man zusammen und macht ein konstruktives Mission Debriefing.

Bin ja mal gespannt, wann (und ob) Vodafone in dem Blog Stellung nimmt. Zeit wu00c3u00a4r's eigentlich. Sei es auch nur ein "Wir sind dran".

Ich bin bei der ganzen Sache weiterhin hin und her gerissen. Ich sehe ja schon, wo es hingehen soll, bin aber ein bisschen u00c3u00a4rgerlich, dass eine so gute Vorlage geliefert wurde fu00c3u00bcr die, die immer schon gewusst haben, dass man mit Social Media nichts machen kann.

Die spannende Frage auch fu00c3u00bcr mich ist, ob das Zuhu00c3u00b6ren ernst gemeint ist oder ob social media nur wieder ein "Kanal" ist, also eben alte Denke widerspiegelt. Das ist jetzt noch nicht abzusehen. Die ein bisschen ulkige Art, wie angebliche Fragen "der Web Community, die sich eingeloggt hat" in die PK getragen wurden, lu00c3u00a4sst mich nicht beliebig optimistisch sein.

Denn die Grundidee, eine Generation zu definieren, sie einzubeziehen und zu erklu00c3u00a4ren, warum sie meine Produkte braucht, ist ja gut. Wenn es denn die Produkte sind (wu00c3u00a4ren?), die sie braucht und will.

Dass es unflu00c3u00a4tige Kritik geben wird, du00c3u00bcrfte ja niemanden u00c3u00bcberraschen - mich u00c3u00bcberrascht eher, dass ich nicht sehen kann, dass jemand darauf vorbreitet war und wie damit umgegangen wird (wobei auch Aussitzen eine Option ist, ganz klar, meistens nicht mal die schlechteste).

Die erste Welle der Berichterstattung zeigt jedenfalls, dass Vodafone und seine Berater recht richtig lagen ;)

Natu00c3u00bcrlich ist Aussitzen von u00c3u00bcberzogener oder schlicht dummer Kritik die richtige Wahl, man muss nicht auf alles reagieren, was im Internet so verbreitet wird.

Aber noch mal: Auf die berechtigte Kritik und, noch viel wichtiger, auf die sachlichen Fragen hu00c3u00a4tte man fru00c3u00bcher reagieren mu00c3u00bcssen genauso wie man die Facebook-Konversation hu00c3u00a4tte moderieren mu00c3u00bcssen. Einfach nur eine Plattform fu00c3u00bcr Kommentare hinstellen ist Blu00c3u00b6dsinn. Vor allem, wenn man dru00c3u00bcber schreibt, "Wir freuen uns auf Fragen. Sie werden beantwortet" oder so u00c3u00a4hnlich.

Ja, das ist es ja auch, was ich meine :)
Wobei meine Anfrage auch strategisch noch mal an die Auswahl der "Testimonials" ginge und daran, wie wirklich mit der postulierten "Generation Upload" geredet (und zugehu00c3u00b6rt) werden kann.

Platt gesagt: Bisher ist das, was ich sehe, ein Schaufenster, aber noch keine Beizehung. Ich erkenne, dass eine Beziehung gewollt ist. Aber um eine Beziehung zu beginnen, muss ich erstmal etwas geben (so ist das im richtigen Leben zumindest) und achtsam sein. Und, wie du richtig sagst - genau diese Achtsamkeit gab es beim Facebook-Feedback nicht. Oder sie ging im Lu00c3u00a4rm unter.

Wie auch immer: Die Worte aus dem Hause V. haben wir nun gehu00c3u00b6rt, auf die Taten darf man gespannt sein.

Vodafones PK war eine Werbeveranstaltung alter Schule & die ganze social media tapete nur draufgepappt. Unternehmen wollen Ihre Produkte verkaufen und in der u00c3u0096ffentlichkeit gut dastehen. Das ist ok. Konsumenten mu00c3u00b6chten mu00c3u00b6glichst gute Produkte zu guten Preisen und zutreffende oder besser u00e2u0080u009ewahreu00e2u0080u009c Informationen. Das ist doch eine gute Ausgangsbasis fu00c3u00bcr Gespru00c3u00a4che und Verhandlungen. Genau das hat aber nicht stattgefunden und damit hat vodafone die Chance verpasst, die eigentliche stu00c3u00a4rke der social media zu nutzen. Warum sollten wir uns daru00c3u00bcber freuen, dass ein Unternehmen einen Dialog simuliert? Persu00c3u00b6nlich wu00c3u00bcrde ich dieser Camouflage gut gemachte und unterhaltende Werbung vorziehen.

Genau so sehe ich das auch. Als online Maketing Insider einer grou00c3u009fen Foods companie kann ich auch nur den "alten" Ansatz sehen. Niemand will wirklich neue Wege gehen.

Es gibt sie ja, die guten Beispiele. Man denke nur an Dell's Hell (http://tinyurl.com/qlghww). Anscheinend muss dem aber erst ein grou00c3u009fe Krise vorausgehen, damit das Potenzial eines wirklichen Dialoges mit den Kunden gesehen und verstanden wird.

Hallo Christian, wir sagen 100%ig das Gleiche. Nur ist es nicht "ganz einfach" die Verfehlung der Zielgruppe. Das ist der Kern. Natu00c3u00bcrlich geht es in der PR schon immer (theoretisch) um den Aufbau von Beziehungen. Und natu00c3u00bcrlich gelingt das nur wenn man an das Gegenu00c3u00bcber denkt.

Aber die Zielgruppe zu verfehlen ist ja wohl der krasseste Ausdruck fu00c3u00bcr "nicht an sein Gegenu00c3u00bcber denken". "Altes Denken" bedeutet, auf sich zu schauen, die Welt aus seiner Perspektive zu sehen. Und das ist noch gaaaaaanz weit verbreitet. "Neues Denken" bedeutet, die Welt aus der Persepektive des Gegenu00c3u00bcber zu sehen. Und das ist soziale Kompetenz.

Christian schu00c3u00b6n formuliert und mir weitere Arbeit erspart ;-). Ich stimme Dir voll und ganz zu! Dankeschu00c3u00b6n!

Hallo Mirko,

zuerst einmal: Vielen Dank fu00c3u00bcr Deinen Artikel, der einiges auf den Punkt bringt. Folgendes mu00c3u00b6chte ich noch anmerken:

"Und auch Scholz & Friends hat sich nicht als guter Berater hervorgetan."

Wir wissen alle nicht, wie tief Scholz & Friends als Berater involviert war. Inwiefern und ob Sascha Lobo seinen Teil dazu beigetragen hat. Oder sonstwer.

Und: Wir wissen alle nicht wie weit Vodafone wirklich bereit war und ist, sich tatsu00c3u00a4chlich auf die Social Media einzulassen: Das Hype-Thema Social Media lu00c3u00a4sst im Moment das ein oder andere Unternehmen halbherzig auf einen Zug aufspringen, der fu00c3u00bcr Sie noch viel zu schnell ist. Alter Wein in neuen Schlu00c3u00a4uchen: "Ja wir machen Social Media" heisst es dann und alles auf was sich das Unternehmen einlu00c3u00a4sst sind dann hu00c3u00b6chstens "Social Technologies". Doch bei Social Media geht es eben nicht um Technologie, sondern um Menschen und Ihren Dialog. Und das lernt das ein oder andere Unternehmen eben erst, wenn Sie die Technologie gemeistert haben und trotzdem mit Ihr gescheitert sind. Weil die Bereitschaft zum Dialog dahinter fehlt.
Will sagen: Ich merke im Moment eine immer stu00c3u00a4rker werdende Tendenz, dass Unternehmen Social Media hauptsu00c3u00a4chlich als Social Technology verstehen wollen - und dann einfach loslegen und scheitern. Da kann man als Berater sagen was man will. Wenn der Kunde will, dann macht er ;-) Das Gute ist: Vodafone wird jetzt entweder schnell lernen oder schnell scheitern. Denn: Der Zug lu00c3u00a4sst sich nicht aufhalten ;-)

Hallo Bastian,

Ja, wir wissen "alle nicht, wie tief Scholz & Friends als Berater involviert war. Inwiefern und ob Sascha Lobo seinen Teil dazu beigetragen hat. Oder sonstwer."

Eben. Deswegen hat sich auch niemand als Berater *hervorgetan*. Die (potenziellen) Berater haben sich entweder vornehm zuru00c3u00bcckgehalten oder sie haben das Poblem vorher nicht gesehen. Aber sie waren auf jeden Fall beteiligt! Sie waren sogar *persu00c3u00b6nlich* dabei. Live und in Farbe.

Ich werfe das niemandem vor. Ich lerne vielmehr daraus, dass ich mich als Berater (noch mehr als sonst) in solche Dinge einmischen werde. Wer sonst als Sascha Lobo oder Scholz & Friends hu00c3u00a4tte Gelegenheit gehabt, zu pru00c3u00bcfen, ob Vodafone es mit dem Dialog ernst meint? Wenn nein, hu00c3u00a4tten sie sich nicht vor den Karren spannen lassen mu00c3u00bcssen. Wenn ja, hu00c3u00a4tten Sie Einfluss nehmen ku00c3u00b6nnen.

Und was das Thema "Social Media Technology" angeht. Klar, es gibt sone und solche. Fu00c3u00bcr mich persu00c3u00b6nlich ist die Arbeit mit Unternehmen, die sich fu00c3u00bcr Dialog u00c3u00b6ffnen, ein Geschenk. Das ist die Art von PR, die ich schon immer im Kopf hatte. Und es liegt an uns, unsere Kunden dafu00c3u00bcr zu sensibilisieren und sie zu fu00c3u00bchren.

Ich persu00c3u00b6nlich sehe mich als mehr als jemand, der macht, was der Kunde eben will. Aber - und das meine ich in keiner Weise persu00c3u00b6nlich - ich bin auch in eienr anderen Position. Ich bin der Chef von talkabout, habe es also selbst zu verantworten, wenn wir dadurch einen Kunden verlieren oder nicht gewinnen. Betriebswirtschaftlich ist das nicht klug. Aber da bin ich wohl zu sehr Idealist :-)

Ich stimme Dir bei vielem - insbesondere beim Lob fu00c3u00bcr Vodafone - zu. Die Kritik hingegen sehe ich in einem Punkt kritisch. Ich glaube eben nicht an "neues Denken" (s. einer der Kommentare) und u00c3u00a4hnliches. PR ist und bleibt der Aufbau von Beziehungen und da ging es immer schon darum, die Sache aus der Sicht des Gegenu00c3u00bcbers zu beurteilen.

Wenn man von einem Fehler sprechen kann, dann von dem, dass zu einer Veranstaltung fu00c3u00bcr ein Fachpublikum (Wirtschafts-/Marketingpresse) offensiv "normale Leute" eingeladen wurden. Denn auf einer Fachveranstaltung redet man in einer Fachsprache - in diesem Falle der des Marketings. Aus dieser stammen die Begriffe "Testimonial" und auch die Jobbezeichnung von Herrn Gru00c3u00bcndgens. Diese Fachsprachen bieten Kritikern jede Menge Chancen zur Hu00c3u00a4me, aber sie sind notwenig. Sie sind nicht menschlich, weil sie sachlich sind - die medizinische Fachsprache ist auch sachlich, obwohl es da um viel menschlicheres geht.

Deshalb lu00c3u00a4sst sich die Kritik auch mit "altem Denken" begru00c3u00bcnden. Es geht hier nu00c3u00a4mlich ganz einfach um eine Verfehlung der Zielgruppe. Mit der Web 2.0-Community - die zwar heterogen ist, aber durchaus einige verbindende Elemente aufweist - muss so u00c3u00bcber Werbung reden, dass sie es versteht. Denn selbst wenn sich viele fu00c3u00bcr Experten halten - es gibt in der Blogosphu00c3u00a4re nur sehr sehr wenige Leute, die eine Vorstellung davon haben, was Marketing fu00c3u00bcr einen Konzern wie Vodafone bedeutet.

Vodafone hu00c3u00a4tte alles richtig gemacht, wenn man das Thema zielgruppenaffin angegangen wu00c3u00a4re. Anscheinend (das haben die Diskussionen bei Facebook gezeigt) interessierten sich viele der Zuschauer fu00c3u00bcr die Kreation. Also hu00c3u00a4tte man mehr u00c3u00bcber Kreation sprechen ku00c3u00b6nnen. Jemand von S&F hu00c3u00a4tte erklu00c3u00a4ren ku00c3u00b6nnen, ob man authentische Werbung machen kann und wenn ja wie - der Versuch wurde ja augenscheinlich unternommen. Man hu00c3u00a4tte auch eine spannende Podiumsdiskussion u00c3u00bcber die "Generation Upload" fu00c3u00bchren ku00c3u00b6nnen. Das alles hu00c3u00a4tte kein bisschen mehr u00c3u0096ffnung des Unternehmens erfordert. Und auch kein neues Denken.

Ich finde, Du hast in Deinem Beitrag sehr schu00c3u00b6n erklu00c3u00a4rt, wie man Kommunikation mit der Web 2.0-Community (den Geeks) kommuniziert. Ein allgemeingu00c3u00bcltiger Ansatz fu00c3u00bcr Marketing ist dies aber m.E. nicht.

"Man muss ihnen zuhu00c3u00b6ren, sie (an)erkennen, sie ernst nehmen."

So sehe ich das auch und leider passiert dies in meinem Fall keineswegs:
http://www.community-manager.info/vodafone-wie-man-kunden-vergrault

Ich bin ja auch Befu00c3u00bchrworter, dass Unternehmen sich dem Web 2.0 u00c3u00b6ffnen wollen, aber es hilft einfach nichts, wenn dies nur in den Ku00c3u00b6pfen der Marketingabteilung verankert ist, sondern besonders diejenigen, die mit dem Kunden Kontakt haben, also die Mitarbeiter in den Fillialen und im Telefon/Emailsupport, mu00c3u00bcssen dies verinnerlichen und auch akzeptieren.

So jedenfalls ist dies mehr Schein als Sein.

Und ach ja: Einen ganz konkreten Fehler hu00c3u00a4tte man so was von einfach verhindern ku00c3u00b6nnen: Einfach so bald wie mu00c3u00b6glich die vorhandenen Fragen beantworten, die zum Beispiel immer noch unbeantwortet in den Blogkommentaren zu sehen sind und sich gestern in den Facebook-Chat sofort einschalten und damit wirkich das einhalten, was grou00c3u009f und fett auf der Seite oben dru00c3u00bcber steht. Niemand verlangt ja, dass Vodafone u00c3u00b6ffentlich innerhalb von paar Minuten ihr gesamten Vertragsmodell u00c3u00bcber den Haufen wirft. Aber Beteiligung und Eingehen auf die Fragen hu00c3u00a4tte schon gereicht.

Wer einen Blog eru00c3u00b6ffnet oder eine PK u00c3u00bcber Facebook zeigt, der verspricht, sich zu beteiligen. Das ist nicht passiert und da reicht es absolut nicht, sich irgendwann fu00c3u00bcr das gesammelte Feedback zu bedanken. Dass sie das nicht gemacht haben/haben, begreife ich nicht.

Ich mu00c3u00b6chte die u00c3u009cberschrift aufgreifen: Ja wer hat Vodafone denn nun beraten? Offensichtlich eine Werbeagentur. Warum eine Werbeagentur? Weil grad nichts besseres da war? Weil es um Werbung geht. Ein bisschen anders verpackt und auf zeitgemu00c3u00a4sse Ru00c3u00a4der gestellt, aber: Werbung. Ich glaube sogar: gute Werbung. Weil die Adressaten dort angesprochen werden, wo sie erreichbar sind. Mit Produkten, die eine Relevanz haben. Mit einem Testimonial, das zieht. Undsoweiter. Alles gut. Aber was das mit "social media" zu tun haben soll, ist mir ein Ru00c3u00a4tsel. Heutige Unternehmen sind m.E. aufgrund Ihrers genetisch bedingten Ziels (Wachstum) und der resultierenden Mechanik (Verkaufen) u00c3u00bcberhaupt nicht in der Lage, Bestandteil von "social media" zu sein. Sie mu00c3u00bcssten Ihren zentralen Scheinwerfer von Innen (Bu00c3u00b6rsenwert, Kontostand) nach Aussen (Menschen) richten. Vielleicht erleben wir das ja noch. Bei Vodafone ist davon - zumindest an meinem Horizont - noch kein Lichtstreifen erkennbar.

Scholz & Friends ist schon lange keine "Werbe"-Agentur, sondern eine Kommunikationsagentur auf allerhu00c3u00b6chstem Niveau. Die sind wirklich gut. Und die sind grundsu00c3u00a4tzlich erste Wahl. Aber eine Frage ist richtig: Welche Qualitu00c3u00a4ten und Kompetenz braucht es fu00c3u00bcr "Social Media"? Ich meine: Nicht Gru00c3u00b6u00c3u009fe ist wichtig. Oder Awards. Oder Diplome. Sondern vor allem soziale Kompetenz. Und die genaue Kenntnis der Bedu00c3u00bcrfnisse und Gefu00c3u00bchle der Menschen, mit denen man spricht.

Sehe ich auch so. Allerdings aller Menschen, also sowohl des Unternehmens als auch der jeweiligen relevanten Teilu00c3u00b6ffentlichkeit. Ob Social Media wirklich zur Strategie passen, fragen sich meiner Meinung nach viel zu wenige.

Vielleicht bringt es auch einfach nichts, klassische PR / Media Relations mit Social Media Relations (oder wie auch immer man es nennen mag) zu verbinden. Einfach die Journalisten, wie bisher, u00c3u00bcber die Neuigkeiten informieren (da hu00c3u00a4tte auch eine Pressemeldung gereicht) und eine anders geartete Veranstaltung fu00c3u00bcr die "u00c3u0096ffentlichkeit" machen; vielleicht so, wie der zweite Teil eigentlich angeku00c3u00bcndigt wurde, also eine wirkliche Diskussionsrunde mit echter (externer) Moderation und zusu00c3u00a4tzlicher moderierter Einbeziehung von Fragen u00c3u00bcbers Internet. Dann gehen die beteiligten Sprecher auch ganz anders an die Sache ran als gestern zu sehen.

Danke fu00c3u00bcr diese schu00c3u00b6ne Aufbereitung.
Wie du es von Vodafone erwartet hu00c3u00a4ttest - nu00c3u00a4mlich, dass sie aus deinen Augen auf sich sehen - betrachtest du die Sache aus der Sicht Vodafones.
Auch ich habe Respekt vor ihrem Social Media Trial & Error Schritt. Wen ich aber u00c3u00bcberhaupt nicht entschuldigen kann, sind die beteiligten Berater, die es sicher alle besser wussten, sich aber nicht durchsetzen konnten.

Man muss, wenn man ein Unternehmen auf einen neuen Weg fu00c3u00bchren will, als Berater auch mal hart und streng sein. Man kann nicht in guter deutscher Dienstleister Manier - "Wer zahlt schafft an" - seinen Kunden solche Fehler machen lassen!

Auch ein Bergfu00c3u00bchrer oder Skipper erwartet von seiner Seilschaft/Crew Respekt und Gehorsam und genau das sollten wir Social-Media Berater sein - keine Dienstleisterschluffis. Auf lange Sicht werden sie es einem Danken.

Wenn ich mir vorstelle ich hu00c3u00a4tte all die Sachen im Internet so umgesetzt, wie meine Kunden es von mir wollten ...
Sie sind immer noch meine Kunden weil ich es so umsetze, wie ich es fu00c3u00bcr richtig halte.

Ssssss.... ja. Und Nein. Ich kann mir kein Urteil erlauben, woran es gescheitert ist, Vodafone besser vorzubereiten. Gab es keine(n) Berater/in? Hat man ihm (oder ihr) nicht richtig zugehu00c3u00b6rt? Konnte er (oder sie) sich nicht durchsetzen? Man weiu00c3u009f es nicht.

Wenn ich mir die Pru00c3u00a4sentation anschaue, kann ich mir einfach nicht vorstellen, das die vorher einmal von einem kritisch angeschaut wurde, der das Thema "Social Media" verinnerlicht hat.

Aber wie gesagt, letztendlich ist das egal. Es war auf seine Weise gut, wie es war.

Ich finde, Scholz&Friends hat einen super Job gemacht. Ich finde es wahnsinnig schwierig in einer Kampagne und PK zum einen, die paar Social Media Hansel die wir im Vergleich zur Gesamtbevu00c3u00b6lkerung immer noch sind, gleichermassen zu bedienen wie die weniger Vernetzen (ich mag sie jetzt nicht Offliner nennen). Klar kann man Auftritte proben, aber dann sind sie vll weniger authentisch. Ich fand die PK, jenseits des Buzzword Bingo, sehr sympatisch. Man kann von einem Unternehmen keine 100% Wende verlangen und eine Agentur wu00c3u00a4re du00c3u00a4mlich diese zu raten. Insofern: alles prima. Der Weg ist richtig.

Ansonsten gefu00c3u00a4llt mir Dein Artikel sehr gut: am besten sind die Bezeichnungen "Social Media Reife" und "Public Konferenz", die ergu00c3u00a4nzen doch wunderbar den Kommunikationswortschatz. Danke dafu00c3u00bcr!

ich gebe dir zwar grundsu00c3u00a4tzlich recht, finde aber, das momentan soviele immer gleich daher kommen und sagen was falsch gemacht wurde. momentan ist der ganze corporate social media bereich so wenig beschritten, dass noch kaum jemand von vu00c3u00b6llig richtig oder vu00c3u00b6llig falsch sprechen kann. es gibt meiner meinung nach auch keine experten auf dem gebiet, sondern nur berater, die vielleicht etwas mehr erfahrung haben. ich finde jeden schritt, den unternehmen in richtung social media machen erfreulich, auch wenn manche davon nicht gut sind, aber ich bin u00c3u00bcberzeugt, dass die auswirkungen sich in grenzen halten. hauptsache es finden neue kanu00c3u00a4le in den kommunikationsmix.

Hallo Susanne. Eigentlich war der Artikel genau in Deinem Sinne gemeint! Ich sage auch KOMPLETT uneingeschru00c3u00a4nkt, dass ich die Aktion von Vodafone gut finde. Mit all den vermeintlichen Fehlern. Fehler sind gut. Und wir alle ku00c3u00b6nnen und mu00c3u00bcssen aus ihnen lernen.

Nun im Vergleich zu den meisten Konzernen macht Vodafone doch schon eine ganze Menge. Mir kommt die ganze Debatte eher vor wie ein (digitaler) Sturm im Wasserglas vor.

Immerhin hat Vodafone ein Corporate Blog, einen Twitter Account und eine halbwegs Social PK (gehabt). Das ist weit mehr, als die meisten deutschen Unternehmen hierzulande vorzuweisen haben. Zumindest optisch u00c3u00bcberzeugt all das mich. Allerdings ist es wirklich noch zu fru00c3u00bch, daru00c3u00bcber abschlieu00c3u009fend ein Urteil zu sprechen. Dafu00c3u00bcr ist alles noch eindeutig in der Entwicklung.

Mir gefu00c3u00a4llt die Experimentierfreude, die bei alledem an den Tag gelegt wird. Fehler sind hierbei vu00c3u00b6llig normal und noch kein Grund, auf die Unternehmen einzupru00c3u00bcgeln, die auf mehr Transparenz setzen.

Alle Berater haben natu00c3u00bcrlich ganz eigene Vorstellungen, wie man etwas besser machen ku00c3u00b6nnte; so geht es mir auch. Aber dennoch habe ich Respekt vor diesen ersten Schritten. Es gibt hierzulande nicht viele Corporate Blogs oder Corporate Twitterer, die wirklich (viel) besser sind oder?

Mich begeistert, dass V. sich u00c3u00bcberhaupt traut. Angesichts des (negativen?)"Feedbacks" du00c3u00bcrften einige (andere) Unternehmen sich wieder einmal in ihrer Einstellung bestu00c3u00a4tigt sehen und lieber die Finger von Social Media lassen. Wer sich nicht bewegt, macht ja auch nichts falsch. Und verliert!

Hallo Klaus, ich habe ja schon an vielen anderen Stellen gesagt, dass ich das im Social Web so weit verbreitete Bashing kontraproduktiv uns schade finde. Ich rate nur jedem Unternehmen, sich dadurch nicht abschrecken zu lassen - oder (auch wenn das eigennu00c3u00bctzig klingt) jemanden an die Seite zu holen, der wenigstens dabei helfen kann, es nicht auf die ganz harte Tour zu lernen.

Kein Unternehmen muss sich seinen Kunden, Partnern, Mitarbeitern oder sonstwem u00c3u00b6ffnen. Aber die, die es tun, werden die Fru00c3u00bcchte ihres Risikos und des Aufwandes ernten. Du kriegst was du gibst. Und je mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung du den Menschen gibst, die fu00c3u00bcr dich wichtig sind, desto mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung wirst du von den Menschen bekommen.

Und ja, es wird dann auch immer Kritiker, Nu00c3u00b6rgler und "Trolle" geben. Der Trick ist, dafu00c3u00bcr zu sorgen, dass mehr Leute anerkennen als nu00c3u00b6rgeln. Dann hat man nicht nur ein klares Profil, dann liegt man in der Gunst auch vorne :-)

Trackbacks

  1. [...] ging ein “Braus wie Donnerhall”, um es mal sehr analog 0.2 zu formulieren. Und es wurde angefeindet, gepöbelt, [...]

  2. [...] einen. Die verstehen sich aber nicht als Zielgruppen, Endkunden oder/und Konsumenten. Mirko Lange bringt es auf den Punkt: “Ich empfinde es als etwas Beleidigendes zu sehen, wie ich für jemanden nur als Zahl oder [...]

  3. Puhs Blog sagt:

    Es ist deine Zeit…

    Dies ist der Werbespot “Heroes” der neuen Werbekampagne von Vodafone für die “Generation Upload” die auf der heute stattgefundenen Pressekonferenz von Vodafone vorgestellt wurde.

    Copyright © 2009 Vodafone D2 GmbH
    Hier fin…

  4. [...] TalkaboutMikro Lange äußert sich respektvoll-lobend-kritisch zur Bereitschaft von Vodafone, auch mal auf den Deckel zu kriegen. Schließlich ist Social-Media-Land in der Praxis noch weitgehend unerforscht und ein Pionier muss eben auch einstecken können. Die Diskussion unterm Post ist ebenfalls sehr lesenswert. [...]

  5. Bemerkenswerte Diskussion unter PR- und Social Media-Profis zur gestrigen Pressekonferenz von Vodafone http://bit.ly/gpxKp #vfpk #PÖFA04

  6. [...] Vodafones Social Media Engagement: Vodafone hat alles richtig gemacht. Aber wer hat sie beraten? | t… Die meisten begreifen sehr schnell, dass “Social Media” viel mehr ist, als ein neuer Kommunikationskanal, über den sich auf neue Art und Weise Marketing, PR und Verkaufsförderung betreiben lässt. "Social Media is the willingness to fail": Talkabout-Chef Mirko Lange analysiert auf seinem Agenturblog die Vodafone-live-Konferenz. Wie immer: Auch die Kommentare sind Beachtung wert. (tags: PR Kommunikation Marketing) [...]

  7. Interessante Diskussionen um #Vodafone PK hier … http://bit.ly/16spb9, http://bit.ly/g50yA

  8. taline sagt:

    Reading: “Vodafones Social Media Engagement: Vodafone hat alles richtig gemacht” Lesenswert. ( http://bit.ly/FlDsn )

  9. Martin Wenk sagt:

    RT @uknaus: Wenn ich viel zu sagen hätte und gerne schreiben würde, dann wäre mein Fazit ungef. so ausgefallen: http://is.gd/1rXFd #Vodafone

  10. hmmmm … kann man so sehen … http://is.gd/1snH5 #vfpk

  11. Wenn ich viel zu sagen hätte und gerne schreiben würde, dann wäre mein Fazit ungef. so ausgefallen: http://bit.ly/HkoeW (via @martinwenk)

  12. [...] Talkabout: Social Media is the willingness to fail.Vodafone will das Richtige: Vodafone will menschlicher, offener, direkter werden, will Gesicht zeigen und authentisch sein.Vodafone hat die Zeichen erkannt; sie machen die richtigen Schritte, sie trauen sich. Ich glaube, man kann das nicht oft genug anerkennen. Und ja, Vodafone macht beim So-viel-richtig-machen auch gleich ganz viel verkehrt. Das Schöne dabei ist: Wenn Vodafone schlau ist, wird Vodafone ganz viel aus der Kritik lernen. [...]

  13. @Storymaker Ich verstehe zumindest diesen Artikel als berechtigte Kritik an: http://bit.ly/g50yA

  14. [...] Überblick hierzu findet sich bei Tapio Liller. Konstruktiv kritisch wirkt der Artikel von Mirko Lange, während Thilo Specht sich motivierend äußert. Michael Friedrichs und Peter [...]

  15. [...] zu reden: Vodafones Auftritt auf der Social Media-Bühne, den neben vielen anderen auch Mirko Lange kommentiert. Durch all diese Diskussionsbeiträge klingt die Forderung durch: „Wir brauchen eine andere [...]

  16. Hat einen Beitrag auf XING zur #vfpk kommentiert http://tr.im/xing101 und dabei u.a. auf @talkabout’s Blogpost http://tr.im/vf_xing gelinkt

  17. [...] Talkabout PR: Vodafone hat alles richtig gemacht [...]

  18. [...] von Mirko Lange von talkabout: “Social Media ist auch die Chance für Unternehmen, lebendiger, echter und wahrhaftiger [...]

  19. Danke sagt:

    [...] über Strukturwandel Mirko Lange/Talkabout Vodafone Blog Artikel in der FAZ Wolfgang Nico Cem Tapio’s Linksammlung Klammer [...]

  20. [...] waren alles andere als euphorisch. Mirko Lange von talkabout hat daraufhin die Frage gestellt, wer den Kommunikationsanbieter eigentlich beraten hat? Die Frage, die ich mir gerade stelle ist eher: Wer hätte es besser gemacht? Denn stellt man des [...]

  21. bresslau sagt:

    Iteresting concept: anstatt “Pressekonferenz”, ”Public Konferenz”, oder PK. Genau so, aud Denglish. http://bit.ly/15tF9C #fb #socialmedia

  22. bresslau sagt:

    Iteresting concept: anstatt "Pressekonferenz", ”Public Konferenz”, oder PK. Genau so, aud Denglish. http://bit.ly/15tF9C #fb #socialmedia

  23. [...] Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, sich auch als Unternehmen mit Social Media (SM, no pun intended ;-)   zu beschäftigen. Und dann am besten richtig. Vodafone ist neulich in die SM-Offensive gegangen und hat nicht durchgängig Lob dafür eingeheimst. [...]

  24. [...] Änderung des Formats, statt einer Pressekonferenz haben wir es in Zukunft wohl eher mit einer Öffentlichen Konferenz zu tun, um das vorgeschlagene denglische Konstrukt “Public Konferenz” nicht zu [...]

  25. [...] Vodafones Social Media Engagement: Vodafone hat alles richtig gemacht. Aber wer hat sie beraten? von talkabout [...]

  26. [...] Talkabout: Vodafone hat alles richtig gemacht, doch wer hat sie beraten? [...]

  27. [...] so zu sprechen, wie man es mit Journalisten gewohnt ist. talkabout-Chef Mirko Lange fragt zu Recht nach der Rolle, die hier die Berater gespielt [...]

  28. [...] Änderung des Formats, statt einer Pressekonferenz haben wir es in Zukunft wohl eher mit einer Öffentlichen Konferenz zu tun, um das vorgeschlagene denglische Konstrukt “Public Konferenz” nicht zu [...]

  29. [...] und wenn man da Fehler macht, wird man selbst schnell zum (negativen) Gesprächsgegenstand (siehe Debatte um Vodafone). Der Fehler von Vodafone war nicht fehldender Dialog, sondern fehlendes Gespür für die [...]