Der (schmutzige?) Kampf um die Deutungshoheit – Generation Upload trifft Generation Polemik

Posted by on Juli 11, 2009 at 11:41 pm.

Ich bin seit gut zwei etwa vier Stunden unruhig. Ich ärgere mich. Warum? Ich habe eine Replik von dem Verfasser eines FAZ-Artikels zum Thema “Vodafone” bekommen, den ich kommentiert hatte. Und ich bin aus dem Kopfschütteln irgendwie nicht mehr raus gekommen: Die reinste Polemik, persönlich, unsachlich, ja sogar nahe an Verleumdung. Von einem (vermeintlichen) FAZ-Journalisten! Jetzt habe ich das recherchiert und verstehe es viel besser. Und ich schreibe darüber in diesem Blog, weil es für mich viel von dem Millieu verdeutlicht, in der Meinungsbildung aktuell stattfindet. Er schließt fast nahtlos an einen der letzten Blogbeiträge “Waffengleichheit” an. Man kann daraus lernen.

Der FAZ-Journalist heißt “Don Alphonso”. “Aha!  Don Alphonso”, wird vielleicht manch einer sagen. Ich kannte bisher flüchtig seinen Namen, aber nicht seine Historie. Don Alphonso heißt mit bürgerlichem Namen Rainer Meier. Er war mal ein bekannter Blogger. Glaube ich zumindest. Oder er ist es noch.  Interessant zu Don Alphonso finde ich den Beitrag von Stefan Niggemeier: “Don Alphonso will kein Dreckschwein sein” sowie den von Peter Turi in Lexikon2.de: “Er selbst hält sich für den Paten der Blogs, andere sehen ihn ihm eher einen Troll und Taugenichts”. Egal, jedenfalls schreibt Don Alphonso seit einiger Zeit auch für die FAZ.

Und Don Alphonso alias Rainer Meier schreibt für die FAZ nicht nur Glossen oder Kommentare, er schreibt auch richtige Beiträge. Journalistische. Zumindest im redaktionellen Teil. Da steht einfach irgendwo sein Name, und der unerfahrene Leser denkt sich nichts besonderes dabei. Wie heute bei seinem Beitrag mit dem Titel “Vodafone lädt auf und eckt an“. Dieser Artikel ist nicht in der Rubrik “Blogs” erschienen, auch nicht unter der Rubrik “Glosse” oder “Meinung”, sondern unter “Aktuell | Feuilleton | Medien”. Und der Artikel liest sich auch wie ein journalistischer Bericht.

Aber ist er es auch? Ein journalistischer Bericht? Oder ist es Vodafone-Prügel von einem fundamentalistischen Blogger, der geschickt die – praktischerweise ja vielfach vorliegenden – negativen Berichte in der Bloggersphäre nutzt, um seine Meinung zu transportieren? Don Alphonso ist nämlich parteiisch. Sehr parteiisch. Er ist befangen. Seine Geisteshaltung sieht man sehr schön an den Beiträgen in seinem Blog, besonders schön der Beitrag “Das angeblich originale vodafail blogposting” (s.a. Kommentare). Darf so jemand einen Beitrag in der FAZ schreiben? In einem Leitmedium? Da diskutiert die Welt über die zunehmende Bedeutung der klassischen Medien für die Orientierung in einer Welt voller zweifelhafter Informationen im Social Web, und dann schreibt in einem Leitmedium jemand über ein Thema, über das er sonst sonst nur Häme und bissigen Spott verbreitet. Damit mich keiner missversteht: Die Meinung von Don Alphonso ist mir heilig. Er darf Vodafone und die Aktionen finden wie er will. In vielen Dingen gebe ich ihm sogar recht. Aber ich frage mich, ob so jemand der richtige Mann ist, um die Meinungsbildung verantwortungsvoll zu “leiten”. Denn er nimmt genau die Kritik in den Blogs auf, ohne (auch) den Kontext darzustellen.

Sei es drum, es ist ja auch Teil des Meinungsbildungsprozesses, dass Debatten geführt werden. Dass zusätzliche Aspekte von anderen Diskussionteilnehmern aufgezeigt werde. Ich empfand den Artikel von Don Alphonso (ohne da schon seine Geisteshaltung zu kennen) spontan als einseitig, weil er den Aspekt “Öffnung durch Vodafone” völlig ausklammert (s.a. Holger Schmidt in seinem Beitrag: Vodafone und die Blogger). Er vermittelt aus meiner Sicht einen falschen Eindruck von dem, was bei Vodafone stattfindet. Und so verfasste ich eben diesen Kommentar:

Generation Rumgemecker
Ich muss sagen, dass mir ein “Was immer Du startest, es kann die Welt bewegen” deutlich mehr gefällt als ein “Pass bloß auf, es könnte ein Debakel werden”. Lieber “Herr Alphonso”, warum reihen Sie sich auch in die Reihe derer ein, die über Vodafone herziehen? Weil das die Wahrheit ist? Ist sie nicht. Ich widerspreche. Ich war auch in der Pressekonferenz, und in den Bemerkungen waren auch eine ganze Menge sehr anerkennende Worte. Würde es die journalistische (oder auch ethische) Pflicht nicht gebieten, BEIDE Seiten darzustellen? Ganz ohne Frage hat Vodafone Fehler gemacht. Aber es ist trotzdem extrem anerkennenswert, dass sich Vodafone (als erster?) Consumer-Konzern dieser “Generation Upload” stellt, die sie empowern will. Und das ist ein sehr guter und sehr lobenswerter Schritt. Ich habe das ja schon an anderer Stelle gesagt (http://blog.talkabout.de) und dort ist es auch schon reichlich diskutiert worden. Jede Veränderung beginnt mit einem Dialog. Ich würde mich freuen, wenn wir in Deutschland eine Kultur entwickeln könnten, die auf Öffnung und Anerkennung fußt. Alle fordern das immer ein, aber wenn es mal jemand macht, dann wird nach Kräften drauf eingeschlagen. Ich finde das schwach. Und verlogen. Denn das ändert nichts.

Ich meine das wirklich. Ich glaube, dass die Welt besser wird, wenn sich Unternehmen den Menschen im Diskurs offen stellen. Und Vodafone tut das. Natürlich ist das nicht “die Wahrheit”, aber es ist zumindest ein Aspekt, über den man trefflich (und sachlich) diskutieren kann. Stattdessen bekomme ich (öffentlich!) folgende Replik:

Generation Egopromotion
Lieber Herr Lange, ich wäre Ihnen wirklich sehr verbunden, wenn Sie bei solchen Äusserungen einen Hinweis einflechten könnten, wer und was Sie sind: Ein PRler nämlich, der nun schon, wie andere Kollegen der Branche, etwa Herr Lünenburger von Edelman, seit einiger Zeit durch diverse Blogs zieht und Stimmung für Vodafone macht. Ihr selbstgebastelter Blogeintrag ist übrigens der Freundlichste, den ich finden konnte, und zugleich auch jener, den Vodafone selbst als einzigen unter bichstäblich tausenden negativer Reaktionen verlinkt hat. Ich muss gestehen, dass ich mich dem Urteil eines Ihrer Kollegen, der diese Haltung – die auch ih Ihrem Kommentar zum Ausdruck kommt – mit dem schönen Wort “Beratungsgeier” belegt hat, nicht ganz verschliessen kann (http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2009/07/vodafone-wir-haben-nichts-verstanden.html). Ich empfand diese Form der Eigenwerbung bestenfalls als marginal, insgesamt aber ganz sicher nicht als zitierenswert. Vodafone ist selbst breit zu Wort gekommen. Ein Testimonial von Vodafone ist zu Wort gekommen. Insofern fände ich es reizend von Ihnen, mir keine Belehrungen zum Journalismus zu erteilen; ich gebe Ihnen ja auch keine Seminare in schamloser Egopromotion.

Man ziehe sich das mal rein. Vodafone ist mit der Kritik deutlich professioneller umgegangen. Nicht der kleinste Ansatz vom Don, auf die inhaltliche Frage einzugehen. Vielmehr persönlich beleidigt sein, Fragen als Belehrungen verstehen und ansonsten reine Polemik. Wobei das, was Don Alphonso macht, eigentlich nicht einmal den Namen “Polemik” verdient. Zitat Wikipedia zu “Polemik”: “Gegebenenfalls bedeutet dies auch die – mehr oder weniger – subtile Beschuldigung des Opponenten, keineswegs jedoch den Verzicht auf sachliche Argumente.” Don Alphonso verzichtet komplett auf die Argumente und beschränkt sich darauf, mich als Person zu diskreditieren. Und dabei schreckt er auch vor Populismus – und ich würde fast sagen: “Stigmatisierung” – nicht zurück. Alleine, dass ich ein “PRler” bin, scheint mich zu disqualifizieren. Er erweckt damit sogar den Eindruck, dass ich nur deswegen positiv über Vodafone rede, weil ich von Vodafone bezahlt bin – oder fast noch schlimmer: es gerne wäre. Abgesehen davon ist es schlichtweg falsch, dass ich “seit einiger Zeit Stimmung für Vodafone” mache. Ich habe vor zwei Tagen einen (!) differenzierten und durchaus nicht kritikarmen Blogbeitrag geschieben – wobei PRler ja scheinbar nicht schreiben (so wie echte Blogger oder Journalisten), sondern “selbstbalsteln” (s.o.). Und offensichtlich braucht er inhaltlich auf meine Fragen nicht einzugehen, weil ich ja nur “schamlose Eigenpromotion” betreibe.

Ich fände so etwas okay, und würde mich gar nicht beschweren, wenn ich mich “auf der Straße” bewege, also wirklich in der tiefen Blogosphäre. Da gehört *dieser* Ton vielfach zum *guten* Ton. Im Umfeld der FAZ hätte ich allerdings etwas anderes erwartet. Inzwischen geht meine Irritation allerdings mehr in Richtung der FAZ, dass sie Don Alphonso ein Forum gibt. Irgendwie finde ich das gar nicht so weit weg von dem aktuellen Aufreger, wo PRler verdeckt einseitig *positive* Beiträge in fundamentalistischen Blogs schreiben. Dass fundamentalistische Blogger jetzt quasi verdeckt einseitig *negative” Beiträge in klassischen Medien schreiben, finde ich eine interessante Variante.

Aber zurück zum eigentlichen Thema, zur “Generation Polemik”. Ich finde die aktuelle Situation in Deutschland einfach nur bedauerlich. Wir haben keine Kultur des Respekts vor Engagement. Keine Kultur der Anerkennung. Keine Kultur der Differenzierung. Überall wird sofort Raffgier und rein wirtschaftliches Interesse vermutet, streng nach dem Motto: “Vodafone tut ja nur so, als ob sie sich öffnen, damit sie uns besser bescheißen können – aber nicht mit uns!” Ich wiederhole hier noch einmal, was ich schon vorher gesagt habe: Ich finde, Vodafone hat Anerkennung verdient. Sie haben keine Anerkennung für eine tolle “Social Media Aktion” verdient, die war tatsächlich schlecht. Und ich halte die Testimonials auch für nicht unbedingt glücklich gewählt.

Aber Vodafone wagt etwas. Sie stellen sich, sie setzen sich mit dem Feedback auseinander. Sie verstehen “Social Media” noch nicht wirklich, auch nicht, was jetzt hier gerade mit ihnen vorgeht. Das ist okay. Wer versteht “Social Media” schon? Aber sie wollen es. Und das finde ich bemerkenswert. Mir ist egal, wie sehr man mich als “Beratergeier” tituliert oder mir “schamlose Eigenpromotion” vorwirft: Ich werde weiterhin jeden anerkennen, den ich anerkennenswert finde. Und ich werde weiterhin in diesem Blog Fehler und Alternativen aufzeigen, so ich denn meine, welche zu sehen.

Ich persönlich will mich von diesen (sehr geschickten) Polemikern nicht ins Bockshorn jagen und mundtot machen lassen. Ich werde weiterhin sagen, was ich denke, und ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass Unternehmen transparenter werden, offener und authentischer kommunizieren, und: AUCH FEHLER MACHEN DÜRFEN! Und ich möchte jeden anregen, es genau so zu tun. Ich mag den Begriff “Generation Upload” nicht, er ist mir viel zu wenig “dialogisch”. Aber noch viel weniger mag ich die “Generation Polemik” oder die “Generation Nörgler”.

P.S. Ich will noch darauf hinweisen, dass talkabout mal für Arcor gearbeitet hat, die ja heute in Vodafone aufgegangen sind. Wir wurden im März 2008, als Arcor noch eigenständig war, mit Pressearbeit für den Geschäftskundenbereich von Arcor beauftragt. Von “Social Media” haben wir nicht mal ansatzweise besprochen. Die Zusammenarbeit wurde im Zuge der Überahme Arcors durch Vodafone Anfang des Jahres eingestellt. Hier gibt es keinerlei Zusammenhang zu der aktuellen Diskussion. Und mir wäre es wirklich egal, ob das Vodafone, Pampers oder die Kamps-Bäckerei wäre.

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  • http://www.zweipunktnull.org Casi

    Don Alphonso ist natürlich so ein Fall für sich. Oft trifft er mit seiner Kritik auch meinen Nerv, aber in den seltensten Fällen drückt er es so aus, wie ich es ausdrücken würde. Soll aber egal sein, solange er das auf seiner Plattform macht. Genau da möchte ich Dir nämlich beipflichten, Mirko – beängstigend, dass er in dieser offensichtlichen Befangenheit auch “normale” Artikel für die FAZ verfasst und Leser-Reaktionen genauso schroff wie auf seinem Blog abwatscht. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen.
    Auch bei der “Generation Polemik” gebe ich Dir Recht. In Deutschland trifft man eher auf Missgunst und Neid als auf Respekt und Anerkennung. Irgendein Mensch hat mir mal erzählt, was einer der Unterschiede zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten wäre: “Wenn jemand mit einem dicken Auto in Deutschland an der Tankstelle steht, tuschelt man, dass er bestimmt heute Papis Auto fahren darf oder den Wagen geschenkt bekommen hat. In den Vereinigten Staaten gratuliert man ihm offen zu dem schönen Auto und fragt ihn danach, was man vollbringen muss, um sich ebenfalls ein so außergewöhnliches Auto leisten zu können.”

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    • http://duckhome.de Jochen Hoff

      Ach ja die Neidkultur. Auf was bitte schön soll man denn bei den Leuten die sich an Vodafone und Zensursula verkauft haben neidisch sein? Das ist Quatsch und bevor du weiterhin solchen Blödsinn erzählst, lies bitte einmal diesen Text.

      http://martina-kausch.de/index.php?/archives/4632-Ein-Taktiker-auf-dem-Weg-zum-Grab.html

      Sascha Lobo und Nico Lumma sind einfach ein paar kleine schmierige Geschäftemacher, die weder Ehre noch Charakter kennen oder beides zumindest nicht zeigen.

      Die beiden hatten bis heute nicht den Mut, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Die beneidet keiner, sondern sie werden weitgehend verachtet und das zu recht.

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  • Katrin Minkmann

    Hm, Sie schreiben davon, dass Vodafone sich dem Dialog stellt, aber genau das haben sie ja nicht getan:Tausende Bemerkungen, Kommentare, Blogposts etc. kommen herein und die meisten kritisieren die Englischen Worthülsen, die falschen Tarife und die Zusammenarbeit mit Zensursula.

    Das tun Sie als “Rumgemecker” ab. Was bitte schön ist denn das fpr ein Dialog?

    Und genau darum geht es Don Alphonso.

    Übrigens interessant: Sie beschweren sich darüber, dass er sie als Person diskreditiert und tun es selbst doch auch.

    Ist das Dialog? Nee, das ist Kindergarten.

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    • http://mirkolange mirkolange

      Hallo Katrin,

      gibt es wirklich nur schwarz/weiß? Ohne Frage kann Vodafone deutlich mehr in Sachen machen, als sie jetzt tun. Wie jeder immer mehr machenkann, als er gerade tut. Aber sie machen bereits jetzt deutlich mehr als jeder andere Consumer Konzern im Social Web. Und es ist zu kurz gesprungen, sich nur die missglückte Pressekonferenz anzuschauen. Inzwischen hat ja Vodafone auch zu vielen in der Pressekonferenz angesprochenen Themen Stellung genommen. Und ich glaube nicht nur aufgrund des Drucks der Kritiker.

      Und ich tue die geäußerte Kritik mitnichten als “Rumgemecker” ab. Im Gegenteil. Ich teile sie größtenteils. Ich werbe nur für eine differenzierte Betrachtungsweise. Nicht mehr und nicht weniger. Gerade wenn es um neue oder komplexe Sachverhalte geht. Gerade von einem “Leitmedium” wie der FAZ erwarte ich das. Denn Dinge differenziert zu betrachten und den Leser darüber zu informieren ist die einzige Daseinsberechtigung für die “alten Medien”. News, Meinungen und einseitige Beiträge findet man in den “neuen Medien” mehr als genug. Als “kritischer Journalist” nur die negativen Aspekte zu beleuchten ist genauso verwerflich wie als PR-ler nur die positiven Seiten zu nennen.

      Und wenn ich jemanden persönlich diskrediterit haben sollte, täte es mir leid. Ich wüsste aber nicht, wo ich das getan hätte. Dawäre ich über einen Hinweis dankbar.

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  • Pingback: Mirko Lange

  • Pingback: Vodafone Update oder lebe Deinen Traum | mobinauten.de

  • http://mirkolange mirkolange

    Hi Sascha, hmm…

    ich reflektiere, ob das wirklich so ist, dass die ganze Geschichte übertrieben ist. Für sich genommen – wohl ja. Wenn man das größere Bild betrachtet – nein, dann halte ich eine Debatte doch für wichtig.

    Was im Moment stattfindet ist keine Kleinigkeit. Es gab nie in der Geschichte der Menschheit auch nur annähernd eine solche Explosion an Ausdrucksmöglichkeiten für Menschen. Und die nehmen sie wahr. Die Zahl der veröffentlichten Meinungen explodiert. Und Menschen lesen das und bilden sich auf der Basis eine Meinung. Und wir sehen, dass es viel “unauthentische” Informationen gibt: Fake-Accounts, PR-Aktionen, Trolle und, und, und. Es wird also enorm schwierig, sich eine angemessene Meinung zu bilden. Aber diese Meinung ist die Grundlage für Wahlen und Entscheidungen. Also letztlich für unsere Demokratie. Wie gesagt, das ist nicht meine Meinung, sondern das ist ganz einfach im Grundgesetz so verankert: Presse- und Meinungsfreiheit gehören zu den wichtigsten Grundregeln unseres Staatssystems – und die regeln genau die Meinungsbildung.

    Was allerdings auch wahr ist: “Zweifelhafte” Meinungsmache gibt es schon lange, Stichwort “Bild Dir Deine Meinung”. Und vielleicht sind die Menschen intelligtenter als ich (bzw. als “man”) meint, und sie können damit umgehen. Ich bin mir aber da wirklich nicht sicher. Das Thema kam so schnell und so gewaltig, und Menschen sind im allgemeinen nicht so (schnell) anpassungsfähig.

    Und auch noch ganz wichtig in diesem Zusammenhang. Ich halte hier keine Vorträge: Ich reflektiere. Und ich freue mich, wenn eine Debatte zusammen entsteht. Ich lese die Antworten, nehme sie sehr ernst und mache mir darüber Gedanken. So bilde ich mir meine Meinung. Und Menschen die das interessiert, können die Debatte verfolgen und sich vielleicht auch eine (differenziertere) Meinung bilden.

    Und ich finde es richtig, wenn Leute wie Lobby-Control oder Don Alphonso (und viele andere) jeden Manipulationsversuch öffentlich kritisieren. Die manipulativen PR-Aktionen der Bahn wurden ganz breit diskutiert. Ebenso die (angeblichen) des Bauernverbandes.

    Was aber enorm wichtig ist: Es muss eine DEBATTE zustande kommen. Und in dieser Debatte werden idealerweise alle (relevanten) Aspekte eines Sachverhaltes diskutiert. Nur so entsteht ein differenziertes Bild. Und die Welt ist heute so kompliziert, dass ihr nur ein differenziertes Bild gerecht wird. Ich glaube jedenfalls sehr daran, und ich bin für mich sehr bemüht, Dinge differenziert zu sehen.

    Dass ich so viel über Vodafone geblogt habe, liegt einfach daran, weil Vodafone exemplarisch für “Corporate Social Media” steht. Das ist mein Beruf. Also frage ich mich, was ich daraus lernen kann und teile meine Überlegungen – ganz social-media-like – mit anderen Menschen. Hier ist das ein “PR-Fach-Blog”. Dass ich dann Don Alphonso kritisert habe hat eine andere Grundlage: Hier wurde versucht, in einem Leitmedium eine Debatte mit unlauteren Methoden verhindert. Das ist ganz schlechter und unkultivierter Stil. Ich finde das ähnlich kritikwürdig, wie ein Manipulationsversuch der PR-Leute – nur eben mit umgekehrten Vorzeichen. Auch “PR-ler” haben Rechte. Auch die können ihre persönliche Meinung sagen. Auch sie können Argumente anbringen.

    Ein weiterer Gedanke: Mein Kollege Stefan Oßwald (@denQuer) sagte letzten zu mir im Rahmen dieser Debatte: So ist das eben in der Blogosphäre. Da wird schnell mal drauf eingeprügelt. Vielleicht bin ich noch nicht lange genug in der Szene. Aber ich ich finde das problematisch. Prägt das vielleicht unsere Kultur? Und was passiert denn im richtigen Leben, wenn man nicht besonnen die verschiedenen Aspekte abwägt, sondern erst mal losprügelt?

    Und noch etwas, und bitte verstehe mich da nicht miss: Ich habe für mich bzgl. des Blogs eine Entscheidung getroffen. Ich nutze das Blog, ich sagte das auch schon zu Ralf Schwartz, in seinem ursprünglichen Sinne: nämlich als “Tagebuch”. Ich schreibe auf, was mich bewegt. Und die ganze Geschichte hier beschäftigt mich. Wenn das jemand lesen will und interessant findet, dann ist das schön. Wenn nicht, na ja, dann gibt es ja keinen Grund, das zu lesen. Ich bin ein unbedeutender kleiner PR-Berater. Mehr nicht (keine Ironie!).

    So, sorry Sacha, wenn ich dich dazu missbraucht habe, diese Gedanken aufzuschreiben. Aber sie beschäftigen mich einfach. Ich bin gespannt darauf, dich irgendwann mal persönlich kennen zu lernen.

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    • http://www.bendler-blog.de Sascha Stoltenow

      Hi Mirko,

      die Gelegenheit finden wir sicher. Und ja, es ist keine Kleinigkeit, die stattfindet. Recht überzeugend hat das u.a. Dirk Baecker, Professor an der Zeppelin University in seinem Buch “Studien zur nächsten Gesellschaft” beschrieben. Ein zentraler Begriff darin: Sinnüberschuß. So wie ich das verstanden habe: Durch unsere Debatten reduzieren wir das Zuviel an potentiell Sinnvollem, auf das für uns erträgliche Maß. Der Furor dabei mag daher rühren, dass wir uns gegenüber Anderem (und Anderen) umso schärfer abgrenzen müssen, je näher und vor allem fast ebenso sinnvoll es ist/sie sind. (In anderem Kontext sprechen Psychologen von einem “Narzismus der geringen Differenz” und erklären damit u.a. die Heftigkeit im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern). Du siehst, auch ich kann das große Fass aufmachen.

      Im Fall Vodafone (und im Disput mit Don) wäre es m.E. jedoch besser, sich zu fokussieren. Zum einen impliziert die Headline “Doch wer hat sie beraten?” auch für mich, dass Du überzeugt bist, es hätte jemand besseres sein können. Zum anderen halte ich Deine vermischte Kritik an Don und der FAZ für Web 0.1ig, denn eine für mich entscheidende Perspektive des neuen Internets ist die Stärkung der Autoren (die sich noch nicht in der Bezahlung widerspiegelt) und die Stärkung des Publikums. Die – verkürzt gesagt – Kritik an der FAZ, was für einem windigen Autor sie denn da ein Podium gäbe, offenbart da einen leichten autoritären Reflex. Und die Selbstbeschreibung als “nur PR-Berater” finde ich auch zu defensiv. Wir sind Autoren, wir arbeiten (in der professionellen Rolle) im Auftrag, wir wollen unterhalten, wir legen unsere Interessen offen, wir nehmen unser Publikum ernst und wir müssen journalistisches Handwerkszeug drauf haben. Nur so entsteht Qualität. Und wenn die Journalisten all das besser können, wird das Publikum sie mehr lieben. Verstecken müssen wir uns dennoch nicht.

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      • Mirko Lange

        Danke, Sascha. Alles weitere hoffentlich bald f2f.

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  • http://ralfschwartz.typepad.com/mc ralf schwartz

    @mirko lange: So lange Du für ein Publikum bzw. eine Kulisse schreibst und nicht für Dein Gegenüber, wird das wohl nichts mit dem (zum 2. Male angeregten “persönlichen Gespräch”, weil Du selbst es gar nicht willst – sondern vor Deinem Publikum nur so erscheinen möchtest.

    Und: Wer nicht zu seinem ‘Mist’ stehen kann, kann auch nicht daraus lernen.
    Mein Deutschlehrer in der 5. Klasse hat schon gesagt: “Wer sich selbst nicht zum Besten halten kann, der gehört nicht zu den Besten!”
    Es macht also keinen Sinn, immer größere Keulen auszupacken, und sich damit immer lächerlicher zu machen!

    Sinn macht nur, Fehler einzusehen, aus Fehlern zu lernen, bescheiden und ruhig zu bleiben und es beim nächsten Mal einfach besser zu machen.

    Du würdest Dir, Deinen Kunden und uns allen einen großen Gefallen tun. Denn niemand hat in den letzten Tagen eine derart persönliche, und gleichzeitig überflüssige Kampagne gefahren wie Du.
    Dieser Rat ist kostenlos.

    Ich folge Jochen Hoff.

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    • http://mirkolange mirkolange

      Och Mensch Ralf, woher meinst Du, mich so gut zu kennen? Ich meine das nicht als Vorwurf, aber ich frage mich, ob Du nicht eigene Motivationen auf mich projezierst.

      Das hier ist ein Blog, das kommt – Du weißt das – von Webtagebuch. Ich schreibe hier auf, was mich bewegt. Wie in einem Tagebuch. Niemand muss das lesen. Und das Thema bewegt mich. Eine “Kampagne” ist das nicht.

      Und auch @JochenHoff: Ich weiß nicht, ob hier irgendwie ein Missverständnis vorliegt. Weder ich noch talkabout haben irgendetwas mit der Vodafone Kampagne oder mit der Vodafone PR zu tun.

      Und wir sind uns auch völlig einig, dass man “Lernen” muss. Und ich kritisiere ja selbst ganz vieles – auch an Vodafone. Und deren Beratern.

      Ich kann also echt nicht folgen. Ich würde wirklich ungern Deine Kommentare einfach ignorieren. Weil ich das nicht gut finde: ignorieren. Wenn wir aber nicht irgendeine Ebene für einen Dialog finden, wird das schwierig. Was sind denn genau Deine Argumente außer dass ich mich produzieren will oder einäugig bin?

      Wier gesagt, oft lässt sich das leichter f2f ausmachen. Wenn Du aber wieder meinst, dass ich das nur tue, um “meinem Publikum” recht zu werden, habe ich leider auch keinen Plan mehr.

      Vorsorglich bitte ich Dich um Entschuldigung wenn ich mich weiter hier im Netz ausdrücken werde. Bitte versuche das dann doch einfach zu ignorieren, wenn es dich stört.

      Danke.

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  • Pingback: DJg450

  • http://www.bendler-blog.de Sascha Stoltenow

    So, so, es geht um den Kern unserer Demokratie. Geht es vielleicht auch eine Nummer kleiner? Schön, wie so ein im Grunde nichtiger Anlass dazu führt, dass Du uns allen dein Weltbild präsentierst. Das ist eine Debattenstruktur wie am Stammtisch, nur intellektuell etwas höher anzusiedeln und erinnert mich an Bücher von Ulrich Wickert.

    Wobei einiges stimmt ja wirklich: »Wir haben keine Kultur des Respekts vor Engagement. Keine Kultur der Anerkennung. Keine Kultur der Differenzierung.« Und wir sind innovationsfeindlich.

    Wie sehr, zeigt weniger die Debatte an sich als vielmehr ihr Auslöser, denn die eigentliche Respektlosigkeit ist die inhaltslose Vodafone-Veranstaltung.

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  • http://duckhome.de Jochen Hoff

    Ach Mirko Lange. Vor langen Jahren fuhr ich mal mit einem Kollegen über eine nächtlich nasse Straße im Sauerland. Er fuhr zu schnell, weil er mir beweisen wollte wie gut er auch betrunken fahren konnte. Es kam wie es kommen musste. Wir knallten in eine Brückenmauer. Nicht weiter tragisch, ich brach mir einen Fuß.

    Weißt du wer schuld war. Ich. Ich hätte eben nicht mit dem Menschen den ich eigentlich so gut kannte, dass ich die Dinge hätte vorhersehen müssen, zu dieser Zeit betrunken im Auto sitzen sollen. Es gab auch in diesen grauen Vorzeiten schon Taxis.

    Ihr habt die Vodafone Kampagne voll vor die Wand gefahren und nun sind die Leute schuld, die sich kaputtlachen. Dabei lachen die gar nicht. Die sind pisswütend. Im Grunde genommen wartet nämlich die ganze Szene auf eine Möglichkeit, Bürgerjournalismus mit Werbung zu einem Minigeschäft machen zu können, das seinen Mann und Frau, wenigstens grundlegend ernährt.

    Diese Chance ist jetzt wieder einmal für lange Zeit vorbei, weil ein paar völlig unprofessionelle Trolls für schnelles Geld, jedes Denken abgeschaltet haben. Aber so wie du die Zensur von Vodafone für ein paar Silberlinge übersehen hast, wünscht du dir das die FAZ, den Don kritisiert. Hättest du nur eine Sekunde deine Pflicht getan, dann hättest du dich vorher informiert.

    Es stand alles schon lange im Netz und wer mit Sascha Lobo schwimmen geht, muss wissen, dass er schon untergegangen ist. Das Netz vergisst nichts. Es wird auch dieses Desaster nicht vergessen. So gerne du es auch möchtest. Aber das Netz verzeiht. Gib einfach zu dass ihr Mist gebaut habt und man kann weiter diskutieren.

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  • https://twitter.com/jfuebel Jochen F. Uebel

    Ich habe mir inzwischen den ersten Teil der Vodafone-Pressekonferenz angeschaut. Ich finde: Fehler wurden ganz unabhängig von Web 2.0 gemacht.

    Fehler 1: Vodafone realisiert noch nicht genügend, wer seine Kundschaft ist. Sind das vorrangig Menschen, die zum ersten Mal die Buchstaben DSL hören – oder eher Menschen, die vorhaben, demnächst (weiter) exzessiv Web, Handy, Telefon zu benutzen? Wie spricht man solche Menschen an? Gar nicht? Dann braucht die PK nicht übers Web laufen. Eben doch? Dann muss man DEREN Sprache sprechen: auch optisch. Im Ernst: Was sollen dunkle Anzüge und langweilige Krawatten heute noch? Biedere Scheitel? Niemandem an den Karren. Aber für slche Auftritte muss man Leute engagieren, die, wen ich das so sagen darf, »barrierefreier rüberkommen«.

    Fehler 2: Da gibt es offenkundig einen Verkaufshitt (oder einer, der es werden soll). Das berühmte Kästchen, das via Plug&Play die neue Verbindung sofort funktionieren lässt (»der Kunde merkt nicht mal, dass das DSL dann später freigeschaltet wird). Bravo, wenn das bisher ein Problem gewesen war! Aber warum beschreibt man diesen Kasten nur mit Händen und Füßen – statt in live zu zeigen und vorzuführen? Warum nicht eine stinknormale Telefonleitung nehmen, das Modem dazwischenschalten und sofort allen Anwesenden zeigen: »Es funktioniert«? Es muss keine Apple-Show werden. Aber bisschen davon, das ist heutzutage immer gut. Wenn es nicht gekünstelt ist.

    Fehler 3: Für solch einen Neuauftritt wählt man einen etwas großzügigeren Raum. Man lässt die Gäste nicht krumm auf Hockern sitzen, man sorgt dafür, dass den Vortragenden nicht die Decke auf den Kopf fällt, und man leuchtet so aus, dass nicht ständig ein Billigschatten im Hintergrund mittanzt. Bei 180 oder 200 Millionen hatte man hierfür kein Geld? Warum überhaupt eine Pressekonferenz nur für Presseleute – wenn man das Geschehen dann doch ins Web stellt? Warum sich nicht was ausdenken, was auch den Kunden anzieht – und ihn mit einladen? Das Wort kann man in den Frageminuten ja dann trotzdem den Leuten von der Presse erteilen, erst einmal!

    Also alles ein bisschen lockerer, freizügiger, großzügiger und freudiger. Es ist doch was, wenn eine Firma einen Neustart versucht! Das ist wie Geburtstag. Da lässt man etwas springen – und teilt gute Laune aus. Aber so …

    Aber vielleicht wissen das Scholz & Friends alles noch nicht – und wollten es sich auf diese Weise sagen lassen. Ich glaube allerdings: Die Regie für diesen Auftritt – lag bei den Vodafone-Leuten selbst. Hey, Leute, lasst auch hier die Profis ran!

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  • http://ralfschwartz.typepad.com/mc ralf schwartz

    Man mag von Don Alphonso halten was man will, aber was sagt denn die Tatsache, einen einzelnen Artikel von Mitte 2007(!) herauszukramen (“Interessant zu Don Alphonso finde ich den Beitrag von Stefan Niggemeier: ‘Don Alphonso will kein Dreckschwein sein’”), über das Nervengerüst des CEO Mirko Lange? Denn das hier ist doch Kindergarten! Es geht um eine Werbekampagne und sonst nichts!

    Was soll denn passieren, wenn Du mal ein richtiges Problem hast?

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    • http://mirkolange mirkolange

      Hallo Herr Ralf, oder Herr Schwarz. Ich befürchte, wir werden nicht mehr so richtig Freunde, oder? ;-) Oder vielleicht doch, wenn wir uns mal persönlich treffen.

      Ich will das hier nicht völlig unkommentiert lassen. Ebenso wenig wie Ihren oder Deinen letzten Blogbeitrag (http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2009/07/vodafone-wenn-der-blauaeugige-auf-den-einaeugigen-trifft.html).

      Aber es fällt mich schwer, darauf zu reagieren, da ist so wenig greifbares oder sachliches drinnen. Ich finde da eigentlich nur Polemik. Jede Debatte, die geführt wird, ist relevant. Würde sie nicht relevant sein, würde sie nicht geführt.

      Ich finde, es geht um VIEL mehr als um eine Werbekampagne. Es geht darum, wie Unternehmen in Zukunft mit Menschen sprechen – und mit ihnen umgehen. Und es geht auch um das Millieu in Deutschland. Deutschland ist innovationsfeindlich, durchzogen von Lobbyisten und wenig veränderungsbereit. Das hat auch damit zu tun, dass immer und überall gemeckert und genörgelt wird. Ich persönlich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass Unternehmen etwas wagen. Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass sie immer gleich alles richtig machen. Aber ich finde, man sollte toleranter sein, und anderen eine Chance geben – auch Unternehmen. Und dabei sollte man natürlich nicht vergessen, dass auch in Unternehmen MENSCHEN arbeiten.

      Und es geht um noch mehr: Nämlich um den Kern unserer Demokratie. Es geht um die Berechtigung von Medien. Es geht um Meinungsbildung. Früher war das geregelt. Da waren für die Meinungsbildung einige wenige verantwortlich. Heute haben wir Anarchie. Niemand beherrscht mehr die Meinungsbildung. Alle können auf sie Einfluss nehmen. Ich finde das grundsätzlich gut. Aber in einer Anarchie spielen Werte und Ethik eine große Rolle. Und darüber muss man debattieren. Ich nehme mir in dem Kontext der anarchischen Meinungsbildung das Recht raus, eine Debatte anzuregen. Sie können gerne an ihr konstruktiv teilnehmen. Aber Sie müssen ja nicht.

      Mein Nervenkostüm ist übrigens total in Ordnung. Ich habe Emotionen, ich ärgere mich, ich bin betroffen, ich freue mich, ich bin begeistert. Je nachdem. Ich bin ganz einfach ein Mensch und lebendig. Auch als PR-ler.

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  • http://itblog.eckenfels.net Bernd Eckenfels

    Also mal ganz abgesehen vom Vergreifen im Ton möchte ich aber mal drauf Hinweisen dass der Don Alphonso Artikel wesentlich stärker gegen die Werber und Ikonen gereichtet war als gegen Vodafon selbst.

    Und zu Vodafon kann man nur sagen: würden Sie sinnvolle iPhone Tarife oder andere sinnvolle Daten-Pläne anbieten hätten Sie die Generation Upload auf Ihrer Seite ganz ohne Image Kampagnen mit Frisurträgern.

    Gruss
    Bernd

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  • Sven

    Es ist generell richtig und wünschenswert eine möglichst objektive Darstellung eines Sachverhaltes in einer deutschen Qualitätszeitung vorzufinden. Fraglich ist nur ob es überhaupt objektive Journalistik gibt. Das in der FAZ ein teilweise sehr polemischer Artikel veröffentlicht wurde, sehe ich wenig kritisch. Vor allem, da diesmal die 180 Millionen Werbekampagne eines Big-Sellers unter Beschuss geraten ist. Wer sich ernsthaft mit den Informationskanälen der großen Medien beschäftigt hat weiß, wie permanent völlig unreflektiert Pressemeldungen von Unternehmen bei z.B. der DPA landen und leicht verzögert auf allen Seiten der großen Nachrichtenportale und in den Tageszeitungen erscheinen. Und dies meist Produkt- und Unternehmensfreundlich. Um es mal vorsichtig auszudrücken. Jetzt wird ein einzelner umgekehrt negativer Artikel zum Anlass genommen die Berichterstattung der FAZ zu kritisieren. Das ist lächerlich und zeigt einmal mehr wie immanent wichtig die Vielstimmigkeit der Blogger-Szene für Diskussion und Information ist. In diesem Zusammenhang ist es eben auch fraglich, ob die deutsche Blogger-Szene eine Hinwendung braucht. So wie sie von Herrn Lange beschrieben wird. Die vermeintliche Hinwendung kann nur in einer gewollten Vereinnahmung münden, so wie es Vodafone versucht hat. Aufgrund der leicht durchschaubaren Intention dahinter, ist das Ganze natürlich nach hinten losgegangen.

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  • http://www.suelz-koeln.de kluelz

    Pikant an dem Ganzen ist durchaus, daß Vodafone zu denen gehört, welche die Verträge mit Zensursula federführend mit propagierte und Scholz & Friends, die nun die Vodafonekampagne machten auch bei Zensursula unter Vertrag ist:

    Scholz & Friends & CDU

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  • Pingback: Barbara Späth

  • http://lokalreport.com lokalreporter

    deutungshoheit oder das eigene im anderen erkennen? beide blogger/journalisten/herren agieren seitenverkehrt, setzen auf ähnliche self-PR-strategien, der vodafone-quatsch [oder irgendein ix-beliebig aufgeputschtes thema] dient als vehikel. super nährboden für sichselbsterklärer-&-aus-einer-kartoffel-einen-elefanten-macher..

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  • http://www.hebig.com/ heiko hebig

    re: transparenz – unter einem (auch noch so bissigen) artikel von thomas knüwer steht immer “thomas knüwer” und nicht “mickey mouse” oder “donald duck”. wer eine meinung hat, soll dazu stehen.

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    • http://www.50hz.de 50hz

      @Heiko: Wenn Reiner Mayer drunter stünde, wüsste doch keiner von wem es ist ;-)

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  • http://www.jokefy.de Fritz Brett

    Ich wundere mich maßlos über die allgemeine Geschwätzigkeit, die diese Nichtigkeit namens “neue Vodafone-Kampagne” auszulöst. Das ist an sich etwas, worüber nachzudenken lohnen würde. Ansonsten fällt dratisch ins Auge, dass sämtlichen Beteiligten der intellektuelle Abstand fehlt. Auf mich wirkt die Kampagne wirkt gähnend alt. Soll ja ein paar Leute geben, die Herrn Lobo kennen, die Masse der Leute “draußen” sieht nur ein Unternehmen, dass offenkundig einen Spät-Punkt im Werbefilm für besonders mutig hält – und das wirkt leider nur noch provinziell. Es hat schon Kampagnen gegeben, die sehr erfolgreich die Strategie der “Meinungsverbrüderung” mit dem Zielpulikum verfolgt haben, hier klappt das nicht. Es fehlt an Klarheit in der Haltung. Vodafone marschiert hinterher statt vorneweg. Da ist keine Botschaft, wo die Leute sagen würden: Gut, dass die das mal so laut sagen. Die Kampagne kommt mir unglaublich leer vor. Und insofern ist schon arg lustig, dass die Manager einen unglaublichen Theorieaufwand veranstalten und das DSimpelste nicht begreifen: “Make those people feel good about themselves” (damit wurde Reagan populär, damit wurde Obama populär …)

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  • http://bjoernguenzel.de Björn

    Ist doch gut wenn eine Zeitung so ihr wahres Gesicht offenbart. Den Begriff des “Leitmediums” kann ich nur ablehnen – auch hinter den Zeitungen stecken einzelne Personen, deren Meinung man entweder teit oder nicht. Teilt man sie ist es ein Leitmedium, wenn nicht ist es der Untergang des Abendlandes? Wen interessiert es schon? Die meisten Leute lesen sowieso die Bildzeitung, und durch Deinen Blog-Artikel erfährt der Alphonso-Artikel wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit als er von sich aus erfahren hätte.

    Und genau das brauchen die Zeitungen: sie verkaufen sich, wenn die Leute sich aufregen. Wahrscheinlich leisten sie sich deswegen immer auch ein paar Polemiker im Team, das steigert die Auflage.

    Als Gegenmittel empfehle ich den folgenden Comic von xkcd auszudrucken und an den Monitor zu kleben: http://xkcd.com/386/

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    • http://mirkolange mirkolange

      Ich glaube das nicht. Menschen sind im Allgemeinen deutlich weniger hinterlistig, als viele immer behaupten. Und ich glaube auch, dass es in der FAZ ein Gespräch mit Don Alphonso geben wird. Nicht wegen des Artikels, aber wegen des Kommentars. Ich bin überzeugt davon, dass es bei der FAZ einen Kodex gibt. Und ich bin auch überzeugt davon, dass da nicht dem FAZ-Kodex entspricht.

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  • http://molochronik.antville.org molosovsky

    Wenn ein Großunternehmen wie Vodafone eine Absichtserklärung aufwändig in den Raum strahlt, heißt das ja noch nix. Mit der PR-Veranstaltung hat Vodafone sich mit ihrem vogonenhaften(*) Auftreten, dem geballten *Bullshit*-Denglisch auf jeden Fall zur leicht treffbaren Zielscheibe gemacht. Was nun nach der stilistisch (für manche) peinlich bis schleimig wirkenden Absichtserklärung folgt, bleibt abzuwarten.

    Es ist wohl nicht übertrieben anzunehmen, dass ein kommerzieller Großbetrieb wie Vodafone zuvörderst an Geld und Marktanteilen interessiert ist. Es wurde ja auch klar geäußert: der Kunde soll im Mittelpunkt stehen, weil zufriedene Kunden die besten Aquirierer neuer Kunden sind usw. Wiegesagt: ob das gelingt bleibt abzuwarten. Für viele ist aber der Auftritt, weil nicht authentisch, bisher schon mal in die Hose gegangen. Muss ja auch nicht sein, dass Vodafone sympathisch rüberkommt. Reicht ja schon, wenn Leistung und Service stimmen.

    Dann: ich kann schon verstehen, dass man Ihnen, Herr Lange, den Vorwurf macht ein befangener PR-ler zu sein. Immerhin: wenn ich zur Seite von talkabout.de gehe und unter “Aktuelle Kunden” (Telekommunikation) nachschaue, dann steht da als erstes: Arcor (Vodafone Festnetz), Geschäftskunden. Das lässt schon Zweifel daran zu, ob Sie denn *wirklich* völlig redlich nur an rein sachlichen und neutralen Argumentationen interessiert sind. Zumindest aber erklärt es Ihren diplomatischen Ton bezüglich Vodafones bisherigen Auftritt.

    Eines noch: Bloggern, nur weil sie unabhängig sind und sich leisten können, frei von der Leber weg zu formulieren, gleich mehrmals am Stück das Adjektiv “fundamentalistisch” angedeihen zu lassen, gibt Abzüge auf die B-Note :)

    (*) Was sind Vogonen? Siehe Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis.

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    • http://mirkolange mirkolange

      Vodafone hat ja deutlich mehr gemacht, als eine Absichtserklärung abzugeben. Sie sind ja faktisch da, im Social Web, und sie stellen sich dort den Menschen.

      Was den Fundamentalisten angeht. Ich bezog mich da auch auf http://lexikon2.blog.de/2007/01/05/lexikon2_meyer_rainer_don_alphonso~1518816/: “Don Alphonso: (eigentlich: Rainer Meyer) wortgewaltiger Anführer der Blog-Fundamentalisten; schießt gegen alle, die im Web unsaubere Geschäfte machen wollen.” Ich finde auch “Fundamentalisten” kein Schimpfwort. Falls es doch jemand so empfinden sollte, oder falls ich damit Don Alphonso Unrecht tue, dann nehme ich das gerne zurück.

      Das mit Arcor ist tatsächlich leicht missverständlich, weil ja Arcor inzwischen zu Vodafone gehört. Wir wurden im März 2008 von Arcor mit Pressearbeit für den Geschäftskundenbereich beauftragt. Damals war Arcor noch eigenständig. Die Zusammenarbeit ist im Zuge der Übernahme Arcors duch Vodafone nicht fortgesetzt worden, weil Vadofone (angeblich) im Bereich PR keine fremden Agenturen beauftragt. Aber ich finde, das tut auch nichts zur Sache. Was ich hier tue, gehört zu meinem Wesen und zu meinen Werten. Ich kritisiere hart (aber sachlich), bin aber auch immer auf der Suche nach dem, was anerkennenswert ist. Das ist für mich der Schatz des Lebens.

      Befangen bin ich viel eher aus einem anderen Grund: Ich glaube an Corporate Social Media, und ich finde es bedauerlich, wenn Unternehmen, die sich für die Öffentlichkeit öffnen, öffentlich gebasht werden.

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      • http://molochronik.antville.org molosovsky

        Tut mir Leid; soweit ich zu verstehen glaube was › Corporate Social Media‹ sein soll (denn auf die schnelle finde ich dazu nichts erhellend Erklärendes), bin ich dem Konzept gegenüber seeehr skeptisch. Klingt für mich nach einem weiteren Versuch, als Großunternehmen die Kunden gleich selber einzuspannen was Werbung und Marktforschung betrifft. Der Start des Blogs macht keine Hoffnung: irgendwelche Tüdel-Konzerte und Formel 1. Danke, aber solch seichter Schmu ist der Grund, weshalb ich im Netz nur sehr selektiv unterwegs bin und seit 15 Jahren kein TV gucke.

        Was Vodafone macht, ist mit 180 Millionen Aufmerksamkeit heischen. Nebenbei: Warum denkt keiner daran, die Steuern auf Werbung zu erhöhen. Ganze U-Bahn-Stationen in Frankfurt sind zugekleistert mit den Vodafon-Gedöns. Ich finde das einfach nur obszön. — Mit so viel Kohle kann man, auch als Unternehmen a la Vodafone, Klügeres machen.

        Ach ja: wo sind eigentlich die konkreten Produktangebote? Davon bekomme ich nirgendwo etwas mit. Es geht Vodafone derzeit wohl nur darum zu posaunen: »Wir empowern jetzt die Netzgemeinschaft, so die uns denn will«.

        Und gebashed werden ist nun mal die Gefahr für alle, die sich breitbeinig mitten in der schönsten Gesellschaft an den Flügel setzten und drauf los klimpern. Natürlich ist es schön, wenn jemand Musik machen möchte, denn Musik ist etwas zutiefst Feines. Aber dann sollte man auch musikalisch sein, ein Instrument spielen können und die Mukke spielen, die zur jeweiligen Gesellschaft passt. Oder um bei Douglas Adams-Metaphern zu bleiben: ›die Netzgemeinschaft‹ ist eher Zaphod Beeblebrox, und Vodafone führt sich halt auf wie Vogonen. Kein Wunder, dass Zaphod genervt abschätzig reagiert.

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        • http://mirkolange mirkolange

          Was ich mit “Corporate Social Media” meine, wird hier am besten deutlich: http://blog.talkabout.de/2009/06/20/das-pr-train-manifest-2009/

          Alles, was Du sagst, teile ich. Und natürlich ist das, was Vodafone akuell macht, noch nicht die Erfüllung. Aber es ist (hoffentlich) der Beginn eines langsamen Wandels. Weg von der einseitgen Hau-Drauf-Kommunikation zu einem direkteren Austausch.

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  • Regine Heidorn

    Die Diskussion hier hilft mir in meinem Meinungsbildungsprozess auf jeden Fall mehr als andere Beiträge bisher. Weil mich daran auch der Aspekt der Mentalität interessiert, die Geisteshaltung, die sich in der Kommunikation ausdrückt.
    Ich stimme zu: Vodafone war mutig, die PK live zu streamen. Diesen Mut kann ich respektieren, über zukünftige Produkte sagt mir das jedoch noch gar nichts, bis jetzt kann ich also noch nicht klar erkennen, wohin die Reise nun geht.
    Trotzdem fand ich die PK misslungen, da schliesse ich mich Herrn Knüwer an. Wenn ich eine Geste respektiere, muss ich ihr Ergebnis auch kritisieren dürfen. Das ist eben Social Media und ich gehe erstmal davon aus, dass der Werbe-Etat groß genug ist, sich auf die Situation wie sie jetzt ist, vorzubereiten.
    Die Lektion ist IMHO eine andere: es gilt, aus dem “Gemecker” und den Polemiken herauszuhören, welche Bedürfnisse an ein Produkt sich dahinter verbergen und diese im Produkt sichtbar zu machen. Das verstünde ich unter professioneller Unternehmenskommunikation/PR. Weil “Markets are conversations.”

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    • http://mirkolange mirkolange

      Hallo Regine. Bin 100% Deiner Meinung. Märkte sind Gespräche, und man lernt insbesondere aus Debatten. Allerdings nur, wenn sie einigermaßen sachlich geführt werden – gerne auch mit Emotionen. Aber Polemik hilft niemals weiter, weil sie sach- und inhaltsfremd ist. Okay, man kann auch mal polemisch sein, das ist eigentlich eine feine Redetechnik. Aber dann wieder zu sachlichen Argumenten zurückkehren. Meine Kritik bezieht sich auch nicht darauf, dass z.B. Don Alphonso Vodafone kritisiert. Da gibt es viel Grund zur Kritik. Meine Kritik bezieht sich darauf, wenn die anerkennenswerten Elemente verschwiegen werden – oder deren Vertreter durch Polemik diskreditiert werden.

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  • Pingback: Nicole Simon (de)

  • https://twitter.com/jfuebel Jochen F. Uebel

    »Wir haben keine Kultur des Respekts vor Engagement. Keine Kultur der Anerkennung. Keine Kultur der Differenzierung.«
    Angenommen, Du hast recht (und vieles spricht dafür, dass es so ist). Und weiter angenommen, dass es nottut, an der beschriebenen Situation etwas zu ändern (weil zu viele Menschen sich unwohl mit ihr fühlen). Wo sind dann die Stellschrauben, an denen wir diese »Kultur« nachhaltig beeinflussen können?
    Diese Frage treibt mich um, seit ich den ersten Bericht des Club of Rome gelesen hatte, damals, irgendwann in den 60ern. Denn ist nicht alles, was wir zu beklagen haben, »Kultur«? Dieses ominöse Ding kollektiven Bewusstseins, kollektiver Denke, kollektiver Haltung – zu diesem, zu jenem?
    Erst wenn wir vestanden haben, was überhaupt dieses »Klima« in seiner Substanz ist, können wir hoffen, es nachhaltig zu beeinflussen.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns an dieser Stelle der Frage zuwenden müssen, was überhaupt Bewusstsein sei. Haben wir es (besser) verstanden, vestehen wir womöglich (besser), wie es zu kollektiven Bewusstseinserscheinungen kommt.
    Denn Polemik»kultur« ist ja noch was harmloses, wenngleich sie sich schnell aufschaukeln kann zu Gefährlicherem. Aber was ist mit all den »Kulturen« und Klimata des Hasses, der Zerstörungswut, des Irrsinns, die in vielen anderen Ländern dominieren – und bei uns vor 70 Jahren dominierten?
    All das mündet immer wieder in die gleiche Frage: Was ist Bewusstsein (individuell) und was ist es kollektiv.
    Ohne ein schlüssiges Modell desselben – keine Chance, mehr zu tun als (berechtigte) Klagen zu erheben.

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    • http://mirkolange mirkolange

      Das geht nur, wenn einzelne klar zu Werten stehen, über sie dabattieren und dabei Polemik vermeiden. Und wenn sie dabei authentisch sind. Ich sehe eine große Chance inden sozialen Median, weil sich dadurch mehr Menschen artikulieren und vernetzen können. Kultur entsteht aus meiner Sicht immer aus den Menschen heraus, die klar für diese Kultur stehen – seien es am Anfang auch nur einzelne.

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  • Pingback: Storyblogger » Wenn zwei sich streiten, freut sich Vodafone

  • http://www.kongressmedia.de Thomas Koch

    Eins ist in jedem Fall klar. Wer heute Medien konsumiert welcher Art auch immer, braucht eine höhere Medienkompetenz. Früher war die Welt einfach, die taz war links, BILD war rechts, FAZ und Süddeutsche waren besonders seriös, die FR liberal. Die Welt ist so viel komplizierter geworden, wie man an diesem obigen Beispiel sieht.

    Und sie ist noch viel komplizierter – viel viel komplizierter als das Beispiel zeigt. Da gibt es Bilder (Twitpics) mit einem click, die sehr unkommentiert reales Grauen zeigen. Ich glaube es wird auch darum gehen eine Generation “Medienkompetenz” zu schaffen. Ob das mal Schulfach wird? Gut wäre es sicherlich

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    • http://mirkolange mirkolange

      Ja. Medienkompetenz gehört meines Erachtens nach sogar als eigenes Fach in die Schule. Dass Medien und die freie Meinungsäßerung wie -Bildung zu den Grundsäulen unserer Gesellschaft und unserer Demokratie gehören, ist ja auch in unserem Grundgesetz klar geregelt.

      Ich finde es gut, das irreführende Werbung und untransparente oder gar manipulative PR scharf gerügt werden. Aber wir müssen so langsam auch mal auf alle möglichen anderen Medien schauen. Und wir müssen insbesondere dann aufmerksam werden, wenn es sich umMedian handelt, die als Leitmedien gelten.

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  • http://mirkolange mirkolange

    Hallo Thomas,

    danke für den Kommentar. Ich sehe noch einen Unterschied zwischen D.A. und Thomas Knüwer: Knüwer äzt in einem *Blog*. Es geht eben auch um Transparenz. Es kommt immer auf das journalistische Format an. Blogger schreiben überwiegend Kommentare oder Glossen. Und da ist Meinung gefragt – auch die Meinung eines überspitzt und pointiert schreibenden Fundamentalisten wie D.A.

    “PR-ler” werden (zu Recht) massiv gerügt, wenn sie nicht klar zu erkennen geben, wessen Interessen sie vertreten. Das Lustige ist, dass auch D.A. von mir fordert, dass ich das “PR-Abzeichen” für jeden sichtbar jederzeit trage. Don Alphonso ist unter Insidern bekannt. Aber der normale Mensch weiß nicht, wer oder was sich hinter diesem Pseudonym verbirgt. Und wenn man das nicht ganz deutlich macht, dann entsteht ein falscher Eindruck. Man muss ja nicht gleich ein Schild “Achtung, bissiger Blogger” anbringen, aber man kann solche Beiträge in einen Blog auslagern oder eben die Stilformen “Glosse” oder “Kommentar” wählen.

    Ich bin voll dabei, dass das wirklich Schlimme der Kommentar ist. Moderne Meinungsbildung funktioniert eben auch so, dass ein Autor mal nur ein Thema anstoßen kann und die “Gemeinde” dann weitere Aspekte hinzufügt. Das auf diese Art und Weise abzuwürgen ist kein guter Stil.

    Ich finde sehr treffend und deutlich fundierter, was Holger Schmidt in seinem FAZ-Blog (!) in http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/07/11/vodafone-und-die-blogger.aspx schreibt: “Wenn die deutschen Blogger, die sich so gerne beschweren, dass sie nicht ernst genommen werden, von einem großen Unternehmen wie Vodafone einmal ernst genommen werden, was tun die Blogger dann: Sie prügeln, zum Beispiel Thomas Knüwer, so vehement auf Vodafone ein, dass sich andere Unternehmen erstmal sehr genau überlegen werden, Social-Media-Kampagnen zu starten. Dabei wäre diese Kampagne die Gelegenheit gewesen, Social Media in der Werbung und Kommunikation zu etablieren. Die Chance ist erst einmal vertan worden.”

    Nur um möglichen Kritikern den Wind aus dem Segel zu nehmen. Ich bin persönlich nur marginal tangiert. Aber ich finde es sehr bedenklich, was “in den Medien” derzeit stattfindet. Meinungsbildung wird zunehmend schwieriger. Und wenn schon die, die eigentlich für freie Meinungsbildung einstehen, selbst anfangen zu manipulieren und freie Meinungsbildung zu verhindern – puhh….

    Vor Allem finde ich es unsäglich, wenn “PR” stigmatisiert oder die Menschen, die auch positive Aspekte sehen. Das ist niederträchtig, und es behindert eine ansonsten sehr gute Entwicklung.

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  • http://www.kongressmedia.de Thomas Koch

    Deine Sicht ist gut nachvollziehbar.

    Don Alphonso schreibt seit Jahren spitz und tut sich im wesentlichen hervor beim Abbürsten der Aktivitäten und Meinungen anderer. Das macht er teilweise amüsant, teilweise grob und flach beleidigend. Wenn sein Name drunter steht, dann steht für mich auch immer in Gedanken das Wort “Glosse” drüber und somit schmunzele ich häufig über seine Artikel.

    Du stellst die Frage ob die F.A.Z. so jemanden für einen Artikel engagieren kann wie D.A. und das ohne Warnhinweis

    Leitmedien sollten m.E. auch polarisierende Autoren, Artikel bringen, denn es sind ja keine Schulbücher. Thomas Knüwer hat sich über seine pointierten Sichtweisen beim Handelsblatt ja auch einen Namen in der Blogosphäre gemacht und wird heute genauso als Blogger wie als Redakteur eines Leitmediums gesehen. D.A. ist den Weg andersherum gegangen.

    Die Frage, die sich die F.A.Z. m.E. stellen muss ist, ob Sie dann auch in der Kommentierung polemische Äusserungen gegen Leserkommentare seitens Ihrer Redakteure in dem Maße zulässt, wie es hier getan wird. Das finde ich beleidigend und für den Aussenstehenden (der Don Alphonso eben nicht kennt) wirkt das ja so als würde die F.A.Z. hier auf einen Leserkommentar eingehen. Wenn wir mal D.A. vergessen dabei, dann finde ich hat sich die F.A.Z. hier klar im Ton und in der Aussage vergriffen, was die Antwort auf Deinen Kommentar angeht. Damit sollte man als Leserkommentator eben bei einem Leitmedium in der Regel nicht rechnen müssen.

    Wenn man auf einem D.A. Blog kommentiert ist das normal und man will es nicht anders – wenn man auf eine F.A.Z. Artikel – von wem auch immer – kommentiert, dann müsste die Leitmediumfunktion den Leser vor derartiger Polemik schützen.

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