Twitter-Account-Strategie: Mit “Light”-Accounts mehr Menschen erreichen?

Datum: 17. Januar, 2010 | Kategorie: Social Media Relations

Ich habe mir heute die Frage gestellt, ob es sinnvoll sein kann, “Light”-Versionen des Twitter-Accounts anzulegen. Wir machen nämlich die Erfahrung, dass grade “Multiplikatoren” schnell mal entfollowen, wenn zu viel Traffic auf dem Account ist. Mit “Multiplikatoren” meine ich besonders Journalisten, die üblicherweise ja viele Quellen scannen, und für die dann irrelevante Informationen störend sind. Und aus “professioneller Sicht” ist es nicht gut, wenn man genau die verliert.

Konflikt: Wenig, aber nur relevantes oder auch persönliches und dann auch mehr

Allerdings ist der “viele Traffic” unter Umständen auch nicht unwichtig. Die Tweets also nur “auf das Nötigste” oder das rein Informelle zu beschränken, ist auch keine Lösung. Wir alle wissen und lernen, dass eine Funktion von Twitter auch ist, dem Unternehmen “ein Gesicht” zu geben, wodurch es absolut sinnvoll ist, “persönlich” zu twittern – aber das erzeugt notwendigerweise mehr Tweets in den Timelines. Selbst wenn Journalisten das grundsätzlich schätzen: Sie müssen trotzdem filtern, um ihre Timeline schlank auf das (für sie) Wesentliche zu beschränken. Und so fällt man dann doch mal leicht raus. Das muss nicht sein…

Lösung zusätzlicher “Light”-Account?

Die Lösung könnte ein “Light”-Account sein, der im Grunde auch sehr leicht zu managen ist. Damit meine ich, einen zweiten Account – ggf. sogar verschiedene mit unterschiedlichen Themen – die nur eine gewisse Auswahl der Tweets enthalten. Ein Beispiel: Im Hauptaccount von @talkabout kommen alle Nachrichten rein. Auch die spontanen. Auch die Ideen. Auch die persönlichen Dinge. Ich weiß durch Nachfragen, dass z.B. bei mir manche Follower grade diese Tweets schätzen. Andere mögen diese weniger – was ich allerdings nicht ganz so häufig als explizites Feedback bekommen, weil diese Menschen einfach weg sind. Und in einen zweiten Account, z.B. @talkabout_pro (oder @talkabout_exec, oder @talkabout_light), kommen dann nur die “wichtigen” Tweets, beispielsweise Hinweise auf Top-Artikel, Pressemitteilungen, Blogposts oder ähnliches.

Einfach zu managen über TweetDeck

Das lässt sich beispielsweise über TweetDeck sehr einfach managen. Der Hauptaccount wäre wie gesagt @talkabout. Das sähe in Tweetdeck wie folgt aus:

tweetdeck1Wie man sieht ist der Account talkabout standardmäßig ausgewählt. Wenn ich also ganz normal twittere, läuft alles in den @talkabout account.Wenn ich nun eine Nachricht habe, die ich als besonders wichtig erachte (oder die dem wie auch immer gearteten Profil des zweiten Accounts entspricht), dann dupliziere ich die Nachricht in diesen zweiten Account. Das passiert in TweetDeck einfach dadurch, dass ich den zeiten Account (zusätzlich) aktiviere.

tweetdeck2

Was man aus meiner Sicht dabei beachten muss

Pro und Contra

Die Vorteile: Man gibt den Followern eine Alternative zu “ganz oder gar nicht”. So kann man seine Informationen zielgerichteter ausrichten und hat in der Summe mit Sicherheit mehr Follower. Trotzdem muss keiner Angst haben, etwas zu verpassen. Und: Mit diesem System wäre die Trennung sehr komfortabel und ohne Zusatzaufwand zu managen.

Die Nachteile: Mit hoher Wahrscheinlichkeit verliert man bei seinem Hauptaccount User. Wem es wichtig ist, in Listings an einer guten Position aufzutauchen, muss das berücksichtigen. Aus Marketing-Sicht kann das auch ein Nachteil sein, weil man ja gerne doch mal dem Leser “etwas mitgeben will”, wonach er gar nicht gefragt hat. Noch ein wenig die Möglichkeit zum “Push” zu haben, beruhigt ja doch. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass man in der Summe mehr Menschen erreicht.

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Dieser Artikel wurde veröffentlicht auf talkabout - http://blog.talkabout.de

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