Das Social Web gibt Unternehmen viele neue Möglichkeiten der Kommunikation und der Interaktion. Nicht nur so als Gemeinplatz. Ganz real! Ein Unternehmen kann sich auf einmal “sozial” verhalten, also Dinge auf breiter Ebene gemeinsam mit seinen Stakeholdern gestalten. Man kann Unternehmens-Kommunikation persönlicher machen, also weg von der formalen (und oftmals antiseptischen) Kommunikation der Hochglanzbroschüren. Man kann allen interessierten Menschen Einblicke ins Unternehmen geben. Oder “hands-on” Know-how vermitteln. Oder Menschen an Entwicklungen teilhaben lassen. Oder Menschen das Gefühl geben, gehört, geachtet und ernst genommen zu werden…
Das alles und noch viel mehr kann “Social Media” leisten. Oder genauer: All das (und noch viel mehr) kann erst Social Media leisten. Das kann keine Hochglanz-Boschüre. Keine Flash-Webiste. Keine Marktforschung. Und auch kein HTML 5.
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Aber man kann im Social Web natürlich auch ganz einfach nur verkaufen. Kein Problem! Letztendlich ist ja auch das “Social Web” nur ein Web. Und wenn E-Commerce geht, dann geht auch S-Commerce. Jedenfalls sobald etwas total billig ist. Denn das wollen die Menschen ja: ein günstiges Schnäppchen schießen. Stört es, dass “Social Media” selbst bei “den Großen” als neuer Absatzkanal oft nur ein nur ein paar Promille des Gesamtabsatzes deckt? Geschenkt!. Oder dass das häufig nur “kannibalisierter Umsatz” ist, also einer, den sie auch woanders gemacht hätten? Auch egal! Wichtig ist: Man kann über Social Media auch ganz einfach nur verkaufen, und das ist auch gut so.
Vor einem Meer an Möglichkeiten stehen – und dann nur etwas darin herumwaten?
Was ich mich nur frage, ist: Wenn man so viele tolle Dinge im Social Web machen kann, warum gibt man sich da mit dem Verkaufen zufrieden? Das ist so, als ob man vor einem “Meer” von Möglichkeiten steht und dann nur mit hochgezogenen Hosen in der Brandung herumwatet. Mit hochgezogenen Hosen ein wenig im Wasser zu laufen ist auch eine schöne neue Erfahrung. Aber es ist nicht vergleichbar damit, im Meer zu schwimmen. Das Problem: zu schwimmen bedeutet, ein Risiko einzugehen und irgendwann auch sein Verhalten ändern. Mit seinem gelernten Verhalten (=laufen) muss man eben im flachen Wasser bleiben. Es ist sicherer. Es ist leichter. Und man findet dort auch tolle Muscheln, mit der richtigen Angel fängt man sogar auch Fische. Tolle Fische! Meeres-Fische!
Ich verstehe sowohl Sachar, der eigentlich gewisse Dinge gar nicht Social Media nennen will (“Don’t call it Social Media“). Und da hat er auch recht. Sachar ist jemand, der das Meer liebt. Er taucht gerne. Er ist fasziniert von dem Reichtum der Fische und den neuen Erfahrungen, die er in der Interaktion mit anderen im Social Web machen kann. Und er erfährt, wie das seinem Unternehmen nutzt. Aber auch Olaf Kolbrück hat Recht, wenn er meint, dass man Twitter oder Facebook gar nicht selbst nutzen müsste, um “Social Media zu können” (“Der Social-Media-Irrtum“). Ja, am Strand zu wandern ist schließlich auch schön!
Wer ein neues Verhalten lernt kann eben beides – waten und schwimmen
Unter dem Strich kann jeder das Social Web so nutzen, wie er mag. So wie es Strandspaziergänger gibt und Schwimmer. Das Social Web gehört genauso wenig jemandem wie das Meer. Mir persönlich sind die Unternehmen lieber, die sich selbst verändern und ihr Verhalten adaptieren. Und ich glaube auch, dass die langfristig besser fahren werden. Und das hat einen ganz einfach Grund: Denn auch Unternehmen, die die Möglichkeiten des Social Web ausnutzen, können im Social Web auch verkaufen. Ich glaube sogar, dass die das sogar besonders erfolgreich tun werden. WEinfach weil die Menschen ihnen vertrauen und (wirkliche) Fans sind. Die “Schwimmer” verfügen ganz einfach über ein breiteres Repertoire an Möglichkeiten, und über ein besseres Verständnis ihre Kunden. Das ist wie mit dem Service: Ich kenne genügend Restaurants, die einen echt beschissenen Service bieten. Auch von denen gibt es einige, die richtig gutes Geld verdienen. Aber lieber esse ich bei meinem Italiener, bei dem ich mich persönlich aufgehoben fühle. Und da zahle ich auch gerne (etwas mehr).
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Von Strandspaziergängern und Schwimmern,

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