“Und der Haifisch, der hat Zähne”. Warum sich auf einmal ein PR’ler zu “Bloggergate” äußert

Posted by on Januar 29, 2011 at 8:42 am.

“Bloggergate”. Die Blogger-Szene diskutiert aktuell über sich selbst. Über ein Image Problem, über Nestbeschmutzer, über das Problem, Geld zu verdienen, und über die Normalität oder Nichtnormalität von bezahlten Links. Betrifft das nur die Blogger? Man könnte es meinen. Aber nur weil niemand diskutiert, was das für Menschen außerhalb der Bloggerszene bedeutet: Dass die (oder Teile der) “SEO-Industrie” (Search Engine Optimization) die Bürger regelrecht verarscht. Sie manipuliert einen großen Teil unserer Meinungsbildung. Und das perfide und arglistig. Wer meint, das betreffe ihn nicht, hat vielleicht nicht genug über das Thema nachgedacht.  Oder ist das alles gar nicht so schlimm?

cc Flickr http://www.flickr.com/photos/friederike_b/3588525329/

Ergänzung 29.01. 17:00 Uhr: Ich möchte aus aktuellem Anlass noch einmal ganz am Anfang klarstellen (wie schon unten in den Anmerkungen steht), dass ich die Kritik hier keinesfalls auf die Disziplin SEO oder gar alle SEO’ler beziehe. Wenn ich von SEO-Industrie spreche, dann meine ich das schon sehr differenzierend. Und zwar vor allem in Bezug auf die Automatisierung und Mechanisierung (und damit auch den Verlust von Werten) und definitiv in Abgrenzung zum sehr ehrenhaften Handwerk. Ich halte integres SEO für wichtig, ehrenhaft und nützlich.

Der Hintergrund

Der Blogger Sascha Pallenberg hat am 21. Januar auf Twitter angekündigt, einen Skandal in der Bloggerszene aufzudecken. Das hat für Aufmerksamkeit gesorgt, unter anderem hat MEEDIA berichtet und Pallenberg hat auf netzpolitik.org ein Interview gegeben. Als dann der Spiegel auf Pallenberg zukam, ging er in die Offensive und hat alle Hintergründe dazu veröffentlicht. Und schließlich hat Spiegel Online selbst dazu etwas geschrieben. Inzwischen gibt es viele weitere Artikel und Beiträge, wen es interessiert, auf Google finden sich viele Links, sowohl bei den News als natürlich auch bei den Blogs.

Deftige Reaktionen

Unter dem Strich waren alle Reaktionen auf den Skandal (oder auch Nicht-Skandal?) ziemlich heftig und deftig. Allerdings gänzlich anders, als Sascha sich das vorgestellt hat. Denn die gesamte Szene regt sich in den Kommentaren und eigenen Blogbeiträgen irgendwie über das Thema auf, aber die meisten beschimpfen sich nur gegenseitig: Die einen sagen “boah, wie langweilig”, die anderen unterstellen sich gegenseitig mangelnde Kompetenz und Fachkenntnis, wieder andere sagen, das sei doch normal, manche unterstellen Sascha Pallenberg unlautere Motive und wieder andere tragen scheinbar persönliche Animositäten aus. Wie das eben manchmal so ist, in der Bloggerszene. Und wenn da nicht inzwischen auch “normale Medien” berichten würden, wäre das Thema wirklich irrelevant. Wirklich?

Der Kontext: “Korruption” und systematisches “Linkbuilding”

Worum es geht? Onlinekosten.de und die Betreiber des Blogs BasicThinking bezahlen Bloggern sehr gutes Geld, dass diese Links auf die Seiten ihrer Kunden setzen – dem ist nicht einmal widersprochen. Das ist im Prinzip auch nichts ungewöhnliches, das nennt man (Textteil-)Werbung. Ungewöhnlich ist nur, dass die Blogger diese Links nicht als Werbung kennzeichnen dürfen. Die Verträge dazu haben es in sich: Die Blogger werden zur Geheimhaltung verpflichtet, und es gibt hohe Vertragsstrafen, die extra so gestaltet sind, dass das Landgericht zuständig ist. Das riecht alles nach Vertuschung und Sauerei. Hintergrund ist das so genannte “Link Building”, um das Ranking der jeweiligen Websites zu verbessern: Suchmaschinen (allen voran natürlich Google) arbeiten so, dass sie Websites für relevanter halten, wenn sie oft “empfohlen” werden, also wenn sie Links erhalten. Die SEO Branche hatte es lange über Linkfarmen probiert, aber Google erkennt diese inzwischen, und so müssen die SEO’ler andere Wege finden, ihre Links zu platzieren. (Ergänzung: Mitnichten sage ich, dass sei die einzige Methode von SEO’lern).

“Böse, böse Schleichwerbung”?

Aber ist das nun schlimm, verwerflich und relevant? Meedia und Spiegel Online stellen zum Beispiel auf den Aspekt der “Schleichwerbung” ab. Werbung müsse gekennzeichnet werden. Wer das nicht einhält, macht eben Schleichwerbung. In den USA ist das explizit verboten. In Deutschland gibt es bei Bloggern noch keine Regelung dazu. Interessant dazu der Beitrag von Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht. Aus meiner Sicht ist das ein Randaspekt. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass es Transparenz braucht, aber wer nicht die Systematik des Rechts versteht, kann nicht wirklich eine persönliche Relevanz für sich erkennen, wenn eben die “Rechtslage” diskutiert wird. Dazu kommt: Es ist für 99,99 Prozent der Bevölkerung (also fast alle) nicht direkt relevant, weil sie niemals eines dieser Blogs lesen. (Edit: Wie ich finde hier noch ein sehr guter, vollständiger Kommentar von Jochen Mai auf wiwo.de)

Image der Blogger gefährdet?

Robert Basic kritisiert dagegen die Blogger sowie die Veranlasser, weil sie damit “der Gesamtheit der Blogs” schädigen, weil Bloggern damit eine hart umkämpfte Glaubwürdigkeit genommen wird. Das ist übrigens der Tenor der meisten Artikel: Der Fall schädige das Image der Blogger. Der Spiegel betont dabei etwas süffisant und sinngemäß, dass das ja nicht neu wäre, eigentlich seien ja alle Blogger korrupt. Auch das ist als Thema bestimmt nicht für einen “Tsunami” geeignet: Denn es betrifft eben nur “die Blogger”. Und unter dem Strich sind das nicht viele. Die meisten werden sich auch nicht darüber aufregen, weil sie ein Teil des Systems sind.  Und ja, es ist “Korruption”, denn die Blogger haben sich – zumindest möchten das viele so sehen – eine Vertrauensstellung erarbeitet, die sie dadurch missbrauchen, dass sie (Link-)Empfehlungen aussprechen, ohne ihre wahre Motivation (Geld!) offen zu legen. Würde ich daraus einem einzelnen Blogger einen Strick drehen? Nein! Irgendwie muss er ja auch leben, und als Einzelfall scheint das so viel Unrecht zu sein wie “Falschparken”.

Beide Sichtweisen springen aus meiner Sicht massiv zu kurz.

Aber ist es wirklich so, dass die Geschichte nur die Leser von Nischenblogs oder das Image der Blogger betrifft? Wohl nicht. Die Auswirkungen sind größer. Aus meiner Sicht braucht es eine Debatte über die SEO-Industrie und Google. Und auch eine Debatte über Manipulation und Meinungsbildung. Es mag erstaunen, dass das von einem PR’ler kommt. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das, was da passiert für eine ausgemachte Schweinerei halte. Und ich muss auch sagen, dass ich es kaum fassen kann, dass man das NICHT kritisch sieht. Das SEO Blog Sistrix schreibt hierzu: ” Wer sich bereits etwas länger mit SEO beschäftigt, wird sich nun fragen: ja und weiter? Der Kauf von Links zur Verbesserung des Rankings ist so alt, wie Google selber.” Und hier frage ich mich: Geht’s noch?

Perfide Manipulation von Wirklichkeit

Ganz ehrlich (und jetzt wechsle ich mal in die persönliche Ansprache): Ist es IHNEN wirklich egal, wenn Suchergebnisse in Google manipuliert werden? Google gibt Wirklichkeiten wieder. Google gestaltet Wirklichkeiten. Wer etwas über ein Thema wissen will, schaut auf Google. Das betrifft nicht nur Nischenanbieter, sondern quasi ALLE Menschen (die online sind). Wir vertrauen Google, dass die Suchergebnisse und die Sortierung relevant sind. Die Links auf der ersten, vielleicht noch auf der zweiten Seite von Google bestimmen unsere Wirklichkeit! Und wer diese Ergebnisse manipuliert, manipuliert die Wirklichkeit der Menschen, und den Prozess einer angemessenen Meinungsbildung. Sie sagen jetzt: Auch das ist normal und verweisen auf Werbung?

Und der Haifisch der hat Zähne…

Meinungsfreiheit und die Freiheit der Presse sind mit die höchsten Werte, die wir in Demokratien haben. Sie stehen in der Verfassung. Und direkt daraus abgeleitet ist die Pflicht, Werbung als Werbung zu kennzeichnen. Ja, Werbung manipuliert (auch) Meinungen. Aber sie kommt offen daher. Werbung trägt “ihre Zähne im Gesicht”, um es mit Macky  Messer zu sagen. Die SEO Industrie ist Diese Methoden der SEO Industrie sind dagegen perfide und arglistig. Sie manipulieren ein System, dem wir vertrauen, und zwar so, dass wir es nicht merken. Und dass die SEO Industrie dabei nicht einmal ein Unrechtsbewusstsein hat finde ich gelinde gesagt abscheulich.

Und Palmöl ist ein kleiner Fisch dagegen…

Ganz ehrlich halte ich diese Geschichte im Kern für deutlich relevanter für uns, als die Geschichte zwischen Greenpeace und Nestle. Für mich persönlich ist es sehr wichtig, dass ich auf ein System zugreifen kann (Google), dass mir zeigt, wo ich zu welchem Thema relevante Beiträge finde. Ich habe kein Interesse an einem System, dass mir zeigt, wo ich die Beiträge der Anbieter mit dem meisten Geld finde. Wer so etwas aktiv betreibt (onlinekosten.de), so etwas unterstützt (die fraglichen Blogger) oder so etwas nicht kritisiert (es als “normal” abtut), trägt damit zur Zerstörung eines für unsere Meinungsbildung enorm wichtigen Werkzeugs bei. Und mich persönlich macht das mindestens ebenso betroffen wie die Zerstörung des Lebensraums von Orang Utans. Aber man muss sagen, dass Greenpeace einfach deutlich cleverer war, als Sascha Pallenberg. Greenpeace hat es verstanden, der Bevölkerung die Relevanz zu vermitteln. Sie sind zwar nach meiner Ansicht deutlich über das Ziel hinaus geschossen, aber das Prinzip, Relevanz zu entwickeln, ist richtig.

Ich wünschte mir eine Kampagne gegen die SEO Industrie

Ich bin PR-Mensch. Und ich habe mir über “Resonanz” viele Gedanken gemacht. Weil es mein Job ist. Ich weiß, und der Fall Greenpeace zeigt es, dass es ein richtig großer Aufwand ist, um der Öffentlichkeit das “nicht offensichtliche” bewusst zu machen. Ich habe aktuell nicht die Zeit, mich um dieses Thema zu kümmern. Wenn ich die Zeit hätte, hätte ich nicht wenig Lust, einen Feldzug (oder neudeutsch: Kampagne) gegen die SEO Industrie unlauteren Methoden der SEO-Industrie im Stile der Greenpeace Kampagne zu führen, und alles unternehmen, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie sehr uns diese Industrie verarscht. Entschuldigung für dieses harte Wort. Und ich kann nur wiederholen: Ich verstehe nicht, wie manche argumentieren, “das sei doch normal”.

Wie sehen Sie das? Glauben Sie, dass die SEO-Industrie auf perfideste Art manipuliert? Ist das für Sie okay?

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Anmerkungen:

  • Ich bin mit in der Gründungsgruppe der “Techlounge”, die in dem SpOn-Artikel erwähnt wird. Ich kenne also den Vorgang und Hintergründe direkt von Sascha Pallenberg.
  • Es gibt noch ganz viele weitere Meinungen, Links und Belege. Ich hab aktuell nicht die Zeit, wirklich alle zu sichten. Wenn ich also etwas oder jemanden übersehen habe, bitte ich um Verständnis. Das ist nicht einer Hybris geschuldet, sondern einfach der mangelnden Zeit für weitere Recherche.
  • Das hier ist ein Meinungsartikel. Ich persönlich mag Manipulation der Meinungsbildung nicht, und ich reagiere deswegen allergisch darauf. Nicht “trotz” meines Berufes als PR-Mensch, sondern “wegen” dessen.
  • Jede Form der mangelnden Differenzierung bei Gruppen (“die Blogger”, “die SEO Industrie”) dient der Vereinfachung des Texte. Ich bin überzeugt, dass es absolut integre SEO-Spezialisten gibt. Die möchte ich explizit von der Kritik ausschließen.

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Ergänzung

Mir ist es ganz wichtig zu sagen, dass ich hier auf keinen Fall “die SEO’ler” bashen will. Ich spreche bewusst nur von der “SEO-Industrie” – und hier die, die solche manipulativen Methoden in großem Stil und systematisch betreiben. Ganz egal, ob das “schon immer so war”. SEO ist an sich eine sehr gute Sache, und viele SEO’ler sind ganz sicher aufrichtige, kompetente und gute Leute!

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  • http://blog.adler-webprofis.de Max

    “Wenn ich die Zeit hätte, hätte ich nicht wenig Lust,..” Der Unterschied ist, dass die Greenpeace-Aktivisten sich die Zeit nehmen. Wer im Konjunktiv spricht, sollte sich nicht aufregen. Ich denke, dass man sich (egal um welches Thema es sich dreht) immer aktiv an Verbesserungen Beteiligen sollte, bevor man kritisiert.

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Ich denke, dass man (egal um welches Thema es sich dreht) erst einmal nachdenken sollte, bevor man kritisiert :-)

      Der Unterscheid ist, dass die Greenpeace Aktivisten jahrzentelang ein Netzwerk aufgebaut haben, dass sie sehr viele Spendengelder bekommen, und so sowohl die Ressourcen als auch das Geld haben, das zu finanzieren. Wenn man den Ressourcen- und Geldeinsatz der Greenpeace Kampagne hochrechnet (nicht der Fans, nur den harten Kern), da bin ich sicher, dass da ein sechsstellige Eurosumme nicht reicht.

      Ich finde so eine Einstellung, wie Du sie äußerst sehr problematisch. Ab wann beteiligt man sich denn “aktiv an einer Verbesserung”? Vor Allem: Wodurch entsteht denn die Verbesserung. Durch Bewusstheit! Dadurch, dass ich diesen Beitrag geschrieben habe, und dadurch, dass ihn Leute lesen und hier diskutieren, entsteht etwas mehr Bewusstheit über das Problem. Und dadurch auch “Verbesserung”.

      Reicht das? Wahrscheinlich nicht. Aber wie gesagt, ich habe auch nur bescheidenen Mittel. Und Du hast wahrscheinlich wenig Vorstellungen davon, wie viel meiner Zeit jetzt hier schon drinnen steckt.

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  • Magica

    In meinen Augen wird das ganze Thema ein wenig zu sehr aufgeplüscht. Sicherlich es ist nicht unbedingt die feine Art auf solche Mittel zurückzugreifen. Dennoch gilt wie immer Qualität vor Quantität. Was nutzt es jemanden mal für einen Monat massig Links zu bekommen, wenn es danach wieder nach lässt und die Qualität einen überholt?

    Um also daraus einen Nutzen zu ziehen müsste man konstant für Links bezahlen und ich bezweifel sehr stark, dass sich das dann noch rentiert.

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  • http://www.ishpc.de/ Herbert Peck

    Vorweg: Ich finde es nicht in Ordnung, dass bezahlte Pseudo-Posts ins Netz gestellt werden.
    Ich sehe das nicht so scharf wie Mirko Lange, aber es ist nicht in Ordnung.

    “Google gibt die Wirklichkeit wieder”. Richtig, und deshalb wird bei Google Search manipuliert.
    Von allen Seiten, nicht nur von einigen professionellen SEOlern. Das ist nicht einfch schwarz und weiß,
    hier die Guten, dort die Bösen. Sehen wir uns doch einfach mal an was, warum und von wem täglich ins Netz gestellt wird. Täglich verseuchen redundante Pressemeldungen die Suchergebnisse. Ist das Manipulation oderInformation? Was ist mit den (meist kleinen) Unternehmen, die ihre Newsletter verlinken und ins Web stellen, natürlich mit schönen Backlinks auf die Corporate Website. Manipulation oder Wirklichkeit? Social Newsrooms schießen wie Pilze aus dem Boden, Information oder Erzeugung von indizierbarem Content? Diese Reihe ließe sich erweitern um viele, viele Beispiele. Lange bekannte und neue, erst mit der Etablierung von Social Media auftretende. Was ist mit den vielen Backlinks in Blog-Kommentaren? Oder Inhalten von Twitter und Facebook, bilden die “Wirklichkeit” ab? Den Kampf, den die Suchmaschinen täglich gegen Spam und sinnfreie Inhalte führen, haben sie schon verloren. Die SERP der Suchmaschinen sind ein Abbild der heutigen “Netz-Wirklichkeit”. Also manipuliert oder doch nicht? Eine ganz schwierige Frage. Und keine einfachen Antworten.

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Moin Herbert,

      Ich sehe zwei Aspekte dazu: Gerne würde ich erneut den Vergleich der Tour de France bringen.

      * Wenn PR-Agenturen ihre Texte SEO optimieren, ist das so, als ob die Fahrer einen windschnittigen Helm tragen. Das ist legitimer Wettkampf.

      * Wenn Du die ausufernde Flut von Pressemeldungen und Newsroom ansprichts, ist das so, als ob die Team jetzt mehr Fahrer ins Rennen schicken. Das ist legitimer Wettkampf.

      * Wenn Unternehmen alle ihre Newsletter etc. verlinken, dann ist das so, als ob sie ihre Fahrer in Gruppen organisieren, um Vorteile beim Windschattenfahren zu haben. Das ist legitimer Wettkampf.

      * Wenn einzelne Unternehmen ein Netzwerk an Fans und Diskutentan aufbauen um Backlinks zu erzeugen, dann ist das so, als ob sie sich mit Fahrern von anderen Teams zusammenschließen, um noch mehr Windschatten zu erzeugen. Das ist legitimer Wettkampf.

      Wie gesagt, alles noch im Rahmen des Wettkampfs und legitim. Das ist sicher nicht “In STein gemeißelt), aber ich sagte ja grade, dass wir eine Debatte brauchen.

      Aber jetzt wird es interessant:

      * Wenn Unternehmen bei einzelnen Bloggern Backlinks *einkaufen*, ist das wie Doping auf der Tour de France und (nach heutigen Regeln der Tour de France) und KEIN legitimer Wettkampf mehr.

      * Wenn das in großem Stil von anderen organisiert wird, und inklusive einem ausgekügelten System von Vertuschungsaktionen (Geheimhaltungsklauseln, genau 5001 EUR Vertragsstrafe um einen Rechtsstreit vor dem Landgereicht führen zu müssen) ist das so wie das Netzwerk “Fuentes” bei der Tour de France. Quasi “gewerbsmäßiges” Doping.

      * Und last but not least: Wenn jetzt alle noch sagen “Ist ja nicht so schlimm und das machen ja alle so, und das war ja auch schon immer so”, dann ist das so, als ob man Doping auf der Tour de France freigeben würde. Ich sage nicht per se, dass das nicht geht. Es würde aber den Charakter der Tour dee France ziemlich stark verändern.

      Und mir persönlich wäre es wichtig, dass ich weiß, dass die Top 10 auf der Tour de France (= Seite 1 auf Google) nicht durch ein perfekteres Doping sondern durch Sport dahingekommen sind.

      Magst Du eine “Doping Tour de France”? Dann müssen wir die Debatte tatsächlich ganz anders führen.

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      • http://twitter.com/bhabegger bhabegger

        Hallo Mirko,

        “legitimer” Wettkampf?
        Was ist legitim? Legitim ist, was gesetzmäßig ist, oder sich an Vorschriften hält.
        In Deinem Bsp. sind die Vergleiche deswegen jeweils so legitim wie die Tour-de-France Renner, weil der dortige Veranstalter es als legitim definiert hat.

        Der Vergleich mit SEO, PR und co im Netz hängt jedoch daran, daß hier der Prozess der “was ist legitim und was nicht” gerade erst begonnen hat.

        Im Prinzip sehe ich das “Tun” der angesprochenen “Blogger” (geile Schublade) als legitim an -
        das der Auftraggeber jedoch nicht.

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        • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

          Hallo Bjoern,

          Gut, dass Du es ansprichts. Ich will hier auch nichts definieren, sondern ganz bewusst eine Debatte anregen. Die Antwort auf die Frage, was “legitim ist”, entsteht sehr oft in einer öffentlichen, zumindest aber in einer öffentlich geführten Debatte (siehe auch Stuttgart 21). Und der Vergleich mit der Tour de France ist auch nur ein Debattenbeitrag, die Idee, ob uns eine Analogie weiterbringt. Da haben wir ja ein ähnliches Problem, nämlich, dass es “jeder tut”, und dass man (so scheint es) nur ganz vorne dabei sein kann, “wenn man es tut”. Und genau da setze ich ja an. In der aktuellen Debatte wird das Phänomen ja überwiegend als “na ja, nicht ganz okay, aber eben Usus” bezeichnet, aber definitiv nicht als “verwerflich”. Und ich frage mich, ob das angemessen ist.

          Und ja, ich stimme Dir zu. Was das Verhalten des einzlenen Bloggers angeht, hätte ich auch Zweifel, das wirklich als “verwerflich” zu bezeichnen. Wie oben schon gesagt, ist der Schuldvorwurf nur ein kleiner (“Falschparken”). Was aber das “organisierte System” angeht, da dürften wir aus meiner Sicht die Grenze des verwerflichen übrschritten haben. Ich finde die Analogie mit der Tour de France eigenlich sehr passen.

          Aber um es noch mal deutlich zu sagen: Ich spreche immer von der Verwerflichkeit von “diesem Verhalten” bzw. “diesen Partiken”. Ich spreche nie von der Verwerflichkeit von “den SEO’lern” oder “der SEO”.

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        • http://www.ishpc.de/ Herbert Peck

          “Legitim ist, was gesetzmäßig ist, oder sich an Vorschriften hält”. Das fällt doch wohl unter ‘Legal’. Legitim ist für mich eher eine moralische Kategorie, und daher: Wer ist moralischer, der Dieb oder der Hehler?

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      • http://www.ishpc.de/ Herbert Peck

        Guten Morgen Mirko,

        Nein, ich mag keine “Doping Tour de France”. Ich dachte, das hätte ich in meinem ‘Vorweg’ zum Ausdruck gebracht, auch wenn ich es nicht so scharf formuliere wie Du.

        Meine Antwort bezog sich auf die von Dir postulierte ‘Wirklichkeit’ in den SERP, also das Auffinden nur relevanter Inhalte in den Ergebnissen der Suche. Eben die gibt es schon einige Zeit nicht mehr.

        Eins hat Dein Beitrag schon bewirkt, er schärft den Blick für redundante oder sinnfreie Inhalte und für reine Spam-Seiten, die (auch) als Blog daherkommen. Ich habe heute in meinem Feedreader einiges davon gefunden. Habe ein Beispiel in Deinem FB-Status angeführt. Und noch einmal, nein ich will keine “Doping Tour de France”, aber das Thema ist weit gefächert, mit viel grau zwischen dem Schwarz/Weiß. Ich habe noch keine abschließende Meinung, aber ich glaube, eine Kampagne wird hier nicht allzuviel bewirken, die Suchergebnisse der von Dir vermissten ‘Wirklichkeit’ näher zu bringen. Aber Du hast zu einem wichtigen Thema eine noch wichtigere Debatte angestoßen, dafür ein Danke.

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        • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

          Hallo Herbert, nee, völlig klar. Hatte hier “auch” für die Allgemeinheit geschrieben. Denn letztenende läuft alles auf diese Frage hinaus: Legitimiert man “Doping” (analog gewerbsmäßiges Backlinking) , oder lehnt man es ab. Die Frage muss sich in diesem Zusammenhang jeder stellen. Und wenn man es nicht legitimiert, dann darf man auch nicht sagen “na ja, ist nicht korrekt, aber es wird halt schon immer so gemacht”.

          Besser wäre die Formulierung gewesen: “Wenn *man* Doping auf der Tour de France” usw. Deine Haltung war klar. :-)

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  • http://twitter.com/ChristophKappes Christoph Kappes

    Ich habe einen konstruktiven Vorschlag:
    Blogger diskutieren über Fehlentwicklungen mit anderen Bloggern.
    SEO-Leute diskutieren über Fehlentwicklungen mit SEO-Leuten.
    Qualitätspresse diskutiert mal intern, wie man Qualitätspresse besser machen könnte.
    PR-Leute kümmern sich um die PR-Branche.
    Wie wäre das ?

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    • http://twitter.com/Missfeldt Martin Missfeldt

      wieso? Ich für meinen Teil finde diese übergreifende Diskussion sehr erhellend…

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Hallo Christoph?

      - Und Stuttgarter diskutieren Stuttgart 21 nur mit anderen Stuttgarten?
      - Und Chinesen diskutieren Menschenrechtsverletzungen nur mit andere Chinesen?
      - Und Pharmaunternehmen diskutieren Gesundheitsschäden durch Medikamente nur mit anderen Pharmaunternehmen?
      - Und Atomkonzerne diskutieren die Gefahren der Atomkraftwerke nur mit anderen Atomkonzernen?
      - Und Lebensmittelkonzerne diskutieren die illegale Abholzung von Regenwäldern nur mit anderen Lebensmittelkonzernen?
      - To be continued….

      Ich finde das war einer deiner weniger klugen Beiträge :-)

      Erstens: Dass das eben kein internes Problem ist, sondern eben sehr wohl “den Bürger” betrifft, genau DAS ist ja der Inhalt des Artikels. Ich finde, der eigentliche “Skandal” (wenn man denn dieses Wort verwenden will), ist nicht, dass es das gibt. Sondern wie fast alle drauf reagieren. Deswegen habe ich den Artikel auch “erst jetzt” geschrieben.

      Und zweitens: Wir reden überall von Silodenken. Oder besser: Wie unangemessen Silodenken heute ist. Und du kommst her und sagst: “Zurück in den Silo”? Wer kann denn schon eine sauberer Abgrenzung zwischen “PR” und “SEO” machen? SEO gehört inzwischen zum Geschäft vieler PR-Agenturen. Wir schreiben alle unsere Pressemitteilungen (wenn wir die dann noch einsetzen), SEO optimiert. Und den Content, den wir erstellen ist massiv SEO-relavant, weil guter Content zu (“natürlichen”) Backlinks führt.

      Diese Praktiken schädigen nicht nur den Ruf der integren SEO’ler. Und nicht nur den Ruf “der Blogger”. Diese Praktiken schädigen auch den “Bürger”. Und sie schädigen auch PR’ler, weil Unternehmemn nicht die (legitimen) Angebote der PR annehmen, relevanten Content zu schaffen, sondern die (illegitimen) Abkürzungen nehmen, Relevanz zu “imitieren”.

      Der erste Schritt, eine illegitime Praxis zu unterstützen (sie oben, “Atomindustrie”, “Pharmaindustrie”, “Menschenrechtsverletzung”, …) ist zu sagen: “Das geht mich nichts an”.

      Schönen Sonntag :-)

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  • http://twitter.com/Chris_Buggisch Christian Buggisch

    So, auch wieder online … ;-) Ich hab’s irgendwie nicht geschafft, unten in der Konversation zu antworten, daher kippe ich das neu ein, sorry.

    Zum einen: Tolle, spannende Diskussion, danke an alle! Ein schönes Beispiel, wie man sich mit Blog plus Kommentaren ganz konstruktiv dem Kern eines Themas nähern kann.

    Nochmal zur Sache: Ich hatte ja unten geschrieben, dass es ein SEO-Problem in großem Stil nicht gebe; aber darüber nachdenkend und die Kommentare lesend muss ich zugeben, dass meine Perspektive evtl. zu eingeschränkt ist. Bei der Suche nach einer SEO-Agentur war uns von vornherein klar, welche Maßstäbe wir anlegen wollen, und dass “schmutzige Tricks” nicht in Frage kommen. Damit war unser Blick auf SEO-Anbieter von vornherein selektiv, vielleicht sind mir deshalb Erfahrungen, wie sie Meike Leopold unten schildert, weitgehend erspart geblieben. Die spannende Frage wäre nun: Ist das eine Randerscheinung? Ist das wirklich SEO-Alltag, wie manche schreiben, oder handelt es sich doch nur um ein paar schwarze Schafe, die es in jeder Branche gibt, machen wir also nur viel Lärm um nichts?

    Ansonsten habe ich ein ziemlich großes Vertrauen a) in Google: Dort hat man ein geradezu existenzielles Interesse daran, relevante Treffer anzubieten, gepaart mit allerhand Know-how, die Qualität der Trefferliste sicherzustellen und sie gegen Manipulation abzusichern. Die Adwords (die übrigens auch nicht einfach an den meistbietenden verkloppt werden, sondern Relevanz für den Suchenden haben müssen) sind nach wie vor die Cashcow für Google, und die funktionieren als Geschäftsmodell nur, wenn wir alle weiterhin Google nutzen, weil wir das Gefühl haben, in kürzester Zeit die bestmöglichen Treffer für unsere Suchanfrage zu bekommen. Und b) in den User, der doch ziemlich schnell merkt, ob ein Inhalt, den er über Google erreicht, ihn weiterbringt oder nicht. Es ist doch nicht so, dass alle blind den Treffer auf Platz 1 klicken und dann hilflos dem Content der SEO-Manipulatoren ausgeliefert sind.

    Letztlich kann man daher auch in Frage stellen, ob bezahlte SEO-Manipulation irgendeinen ROI für diejenigen Unternehmen bringt, die sich darauf einlassen. Klar, ich kann mir auf die Schultern klopfen, wenn ich es bei einem für mich wichtigen Begriff auf Platz 1 geschafft habe. Aber dann folgen Inhalte, Informationen, die so überzeugend sein müssen, dass irgendwann ein Lead entsteht – sonst kann ich mir von meinem Platz 1 im wahrsten Sinne des Wortes nichts kaufen.

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Hallo Christian,

      Ich kann das nicht wirklich beurteilen. Aber ich hatte bei der Lektüre der Debatte um das “Bloggergate” (bevor ich diesen Beitrag hier schrieb), an allen Ecken und Enden gelesen, dass das ja ganz normal sei, und dass das ja deshalb gar kein Skandel sein. Sie auch das Zitat im Beitrag ” Wer sich bereits etwas länger mit SEO beschäftigt, wird sich nun fragen: ja und weiter? Der Kauf von Links zur Verbesserung des Rankings ist so alt, wie Google selber.”

      Ich habe keien validen Daten, ob das ein Einzelfall ist, oder nicht. Aber alle Diskussionen, Debatten und Beobachtungen gehen in die Richtung. Und alleine das finde ich schon bedenklich: Denn wenn alle denken, dass es jeder macht, dann entsteht leicht die Meinung, es sei auch legitim. Und wenn dann schon SpOn schreibt, “Man kann das alles durchaus anstößig finden, doch es ist ein weit verbreiteter Usus”, dann finde ich, dasss es problemtisch ist. Das ist diese komische Geschichte mit der öffentlichen Meinung, sie verselbständigt sich. Und ich wollte hier noch mal ganz unmissverständlich sagen: Es. Ist. Nicht. Okay. Egal, wie Usus es ist. Und es betrifft auf den normalen Menschen. Nur merkt er es nicht und deswegen interessiert es ihn nicht.

      P.S. Ich hatte Disqus auf einen Antwort Thread reduziert, dass es übersichtlicher bleibt. Dann kann man nur auf den Ausgangsthread antworten. Aber das scheint zu verwirren :-)

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  • Throttle

    SEO wirbelt ganz einfach das fein austarierte Kräfteverhältnis der großen Medienplayer durcheinander. Es gab in der alten Medienordnung ein klares (in Gesetze und Verträge gegossenes) Agreement darüber, in welcher Form PR, Werbung und die Medienunternehmen interessengesteuerte Informationen verwerten und vermarkten dürfen.
    SEO schert sich eine Dreck um diese Konventionen weil es in einer völlig neuen Medienökonomie funktioniert – und wird genau deshalb von den traditionellen Kräften angegriffen (bezeichnenderweise ziehen PR-Vertreter und DJV an einem Strang!).
    (BTW: Ich halte SEO für eine aus dem Ruder gelaufene Technologie(Bewegung), die zu Zeiten primitiver Suchmaschinen mal notwendig war. Nihilistisch-amoralische Mechanisten – in etwa.)

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  • Pingback: P. Michels

  • http://einladungskarten-gestalten.de Silke

    Hallo Mirko,

    ich kann deine Meinung nachvollziehen, jedoch muss ich Dir sagen Du sprichst über Dinge die Du nicht verstehst. Dabei beleidigst Du eine ganze Branche. Und genau dashalb geht die Ganze Bloggergate Diskussion nicht um die Themen, um die Sie gehen sollte.

    Zuerst sei gesagt, SEOs manipulieren nicht die Rankings bei google. Ein Seo optimiert eine Webseite, ob seine eigene oder die eines Kunden. Dabei nutzt er die Möglichkeiten, die google einem bietet. Meiner Meinung nach helfen Seos dabei auch bei der Entwicklung neuer Techniken im Internet und forcieren neue Trends. Sie sorgen dafür, dass Seiten für Besucher und Suchmaschinen besser les- und bedienbar sind. SEO ist per se etwas gutes und hat seine Berechtigung. Das optimierte Seiten besser ranken und mehr Besucher bekommen finde ich auch ok. Ein Produkt im Laden, welches ein gutes Design hat, wird sich auch besser verkaufen.

    Nun gibt es auch SEOs die das schneller Geld machen wollen, die sich Spamtechniken bedienen und die Suchergebnisse manipulieren. Aber denkst Du es ärgert die sauber arbeitenden SEOs nicht, das jemand vor ihnen steht der unsauber arbeitet? Und das ist was Gretus sagt, der Markt wird sich selbst regulieren. Entweder durch google oder SEOs.

    Und ja, dein Leben wird auch durch die Arbeit von SEOs beeinflusst, mal negativ, weil Du nicht die Dinge findest die Du dir erhoffst und auf Spamprojekte landest, mal positiv, weil gleich die ersten Suchergebnisse ein Volltreffer sind. Jede Seite die in den Top 10 bei google rankt, wurde durch SEO Maßnahmen optimiert.

    Das Linkbuilding ist dabei nur ein kleiner Bereich, das Kaufen von Links ist von diesem Bereich ebenfalls ein kleiner Bereich. SEO wird damit auf eine Tätigkeit reduziert und verteufelt. Ich würde mir wünschen, dass nicht alle SEO gleich über einen Kamm geschoren werden und hier nicht gleich das Wort Manipulation zu nutzen. Denn seinen wir mal ehrlich. Worum dreht sich PR? Ist PR nicht auch eine Art Manipulation? Werbung im Allgemeinen? Ich denke schon.

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Hallo Silke,

      Du tust mir Unrecht! :-) Und gleich (mindestens) dreifach. Erstens: Ich kenne durchaus den Unterschied zwischen Onsite- und Offsite SEO. Zweitens: In den Kommentaren und auch oben im Text sage ich explizit an mehreren Stellen, dass ich von der Kritik die integren SEOs ausnehme, und dass ich SEO grundsätzlich für gut und wichtig halte. Vielleicht hast Du nicht aufmerksam genug gelesen? Und drittens: Ich “beleidge” keine ganze Brache. Ich kritisiere ganz konkretes Verhalten: Einerseits die Praxis von onlinkosten.de und Basicthinking und andererseist die Reaktionen auf die Veröffentlichung.

      Mitnichten sage ich, dass alles, was SEOs tun, schlecht ist. Im Gegenteil. Lies mal hier die Kommentare. Aber *ein* inakzeptables Verhalten reicht eben auch aus, um zu kritisieren. So wie man ein Pharma-Unternehmen, dass tolle Medikamente erfindet, auch kritisiert wird, wenn es Giftstoffe verklappt. Und erst recht muss es (umso härter) kritsiert werden, wenn dann alle sagen “Och, so’n bißchen Gift ist doch nicht so schlimm”. Und sorry, diese Art von gekauften Link-Building ist eben KEIN Einzelfall. Und die, die es machen, nennen sich SEOs und sie versprechen ein besseres Ranking in Google.

      Ist das also kritikwürdig? Ist das Manipulation? Ist das verwerflich? Und ja, ich glaube durchaus, dass die schwarzen Schafe den sauber arbeitenden Kollegen ein Dorn im Auge sind. Umso mehr müsstet Ihr dann sowohl diesem Artikel zustimmen als auch der Kritik an der Geschichte mit onlinekosten.de und Basicthinking, anstatt jetzt mir Vorwürfe zu machen, oder?

      Wo ist die Logik zu sagen: “Das regeln wir alleine”? Vielleicht hast Du dir nicht in Ruhe die öffenltiche Debatte um das Thema angeschaut. So lange wie es Blogger gibt, die auf diese Angebote eingehen, so lange wie es Unternehmen gibt, die gutes Geld dafür zahlen, und so lange wie die Öffentlichkeit (inkl. der Medien) sagt “das sei doch nicht so schlimm”, so lange wird die SEO-Branche keien Chance haben, das Problem “intern” zu lösen.

      Und letztlich: Wenn jemand die “PR-Branche”kritisiert, wenn Sie manipuliert, bin ich auch der erste, der dieser Kritik zustimmt. Denn ich freue mich über jede Art von Druck, dem die schwarzen Schafe in der PR-Branche ausgesetzt sind. Mein Beitrag hier ist mitbnichten und in keiner Weise eine pauschale Kritik “der SEO Branche”. Da musst du richtig lesen.

      Und wie gesagt: Ich würde mich freuen, wenn wir *gemeinsam* gegen diese schwarzen Schafe vorgehen, anstatt uns jetzt hier gegenseitig zu kritisieren.

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  • Pingback: Franz Juergens

  • Pingback: Valdet Beqiraj

  • http://www.elcario.de elcario

    Eigentlich ein schöner Beitrag, der die zum Teil berechtigte SEO-Kritik wiedergibt. An dieser Stelle habe ich Sie Herr Lange allerdings überschätzt:

    “Wir vertrauen Google, dass die Suchergebnisse und die Sortierung relevant sind. Die Links auf der ersten, vielleicht noch auf der zweiten Seite von Google bestimmen unsere Wirklichkeit! Und wer diese Ergebnisse manipuliert, manipuliert die Wirklichkeit der Menschen, und den Prozess einer angemessenen Meinungsbildung.”

    Wer das glaubt, hat das Internet nicht verstanden. Es gibt in Deutschland keine große Webseite, die nicht SEO macht. Es gibt kaum ein Suchergebnis, welches nicht auf irgend eine Weise (meist völlig legal durch OnPage-Optimierungen) beeinflusst wurden. So ist es, sehen sie der Wahrheit ins Auge. Google ist eine (dumme) Maschine und nicht fähig, eine objektive Meinungsbildung zu gewährleisten. Das ist die Wahrheit und da kann man jetzt sagen: Böses Gooogle, böse Seos. Aber wissen Sie was, ich glaube auch Nichts was in der Zeitung steht, denn ich weiß auch nicht welche Firma den Journalisten zuletzt auf eine Pressereise geschickt hat.

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Hallo Sebastian,

      ich befürchte, das ist leider die Krux an “Wirklichkeit”. Wir können uns diesem Prozess nicht entziehen. Es kommt gar nicht mal so sehr darauf an, was im Einzelnen in den Artikeln steht, sondern allein schon auf das Informationsangebot. Das ist übrigens auch die Methode, wie klassische Medien manipulieren, obwohl sie sich formal an journalistische Grundsätze halten: Man nennt das “Agenda Setting”.

      Wie schon mehrfach gesagt (auch wenn das in dem Artikel nicht so deutlich rüberkommt), finde ich SEO völlig okay. Und wichtig. Grade und vor allem die On-Page-Optimierung. Das sorgt ja dafür, dass der Content auf der Seite eben optimal von der Suchmaschine berücksichtigt wird. Ich bin da ein absoluter Befürworter!

      Man muss da auch meien Motivation kennen: Und da geht es auch um meinen Beruf. Denn wir arbeiten daran, relevanten Content zu erstellen, damit unsere Kunden ins Gespräch kommen. Und guter, also relevanter Content soll gefunden werden. Deswegen ist SEO gut. Aber eben nicht das Manipulieren.

      Insofern ist SEO wie ein guter Trainer, der aus dem Körper eines Sportlers das Maximum rausholt. Das in dem Fall “Bloggergate” beschriebene Vorgehen ist aber “Doping”. Und das ist nicht gut.

      Oder willst Du auch sagen – wie bei der Tour de France – dass eben doch ALLE dopen, und dass es deswegen legitim ist, es auch zu tun?

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    • http://www.elcario.de elcario

      Hallo Mirko,

      die Radsportmetapher ist sehr gut gewählt. Mit ordentlich Training und einer soliden Basis lässt sich ganz gut mithalten, aber in der Weltspitze (Seite1) gibt es ohne Doping (Links) nichts zu holen. Wenn Du also als erster L’Alpe d’Huez (z.B. Keyword “Kredit”) erreichen willst, dann hast Du ohne exzessives Doping keine Chance.

      Es ist das selbe Dilemma: die WADA (Google) kommt nicht hinterher und kann Manipulationen nur sehr spät erkennen, gegen die immer neuen Dopingmethoden sind sie hilflos. Die Sportler (Webseiten, ) müssen Doping einsetzen, um konkurrenzfähig zu sein. Ein Teufelskreis. Und das wird sich so lange nicht ändern, so lange ein Algorithmus die Relevanzbewertung vornimmt.

      PS: Wo ist denn hier der Button, um direkt auf deinen Kommentar zu antworten!!?! Komisches Disqus.

      Disclosure: TRG, die Unternehmensberatung bei der ich angestellt bin, ist im Online-Marketing sehr bekannt und auch im SEO tätig. Deshalb möchte ich klarstellen, dass ich hier lediglich meine persönliche Meinung widergebe.

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Hallo Sebastian,

      fein, das ist schön konstruktiv. Ich würde “Links” aber noch nicht mit “Doping” gleichsetzen. Denn es gibt ja auch “legale” Links. Und jetzt kommen wir zu einem interessanten Punkt: Wir “forschen” grade ziemlich stark zum Thema “Resonanzmanagement”. Das ist ein neuer Begriff (ich weiß gar nicht, ob ich ihn irgendwo gelesen habe, oder gar erfunden?).

      Denn wir lernen, dass man kann so kommunizieren kann, dass seine Themen Resonanz erzeugen. Das ist das Resultat von eigener Reputation, guter Themenauswahl und gutem Schreiben. und “Resonanz” bedeutet vielfach eben auch Links. Das ist eigentlich banal, weil das gute Blogger und gute Medien ja schon lange machen, aber es ist eigentlich erst ein Learning der letzten Monate, dass das auch Unternehmen “in der Massse” können.

      Wie Du oben lesen kannst, ist der Titel meines Blogs (schon seit vielen Jahren) “Fürsprecher gewinnen | Debatten führen | Werte schaffen”. Genau das meine ich mit “Resonanzmanagement”.

      Und jetzt ist die Frage: Reicht dieses legale Verlinken aus, um in der Weltspitze zu fahren? Oder geht das wirklich nicht ohne (illegales) Doping?

      So oder so finde ich es erschreckend, wie abgestumpft manche Marktteilnehmer sind. Okay, das Management und die Ärzte der Tour-Fahrer (= SEO’ler) wissen das alles. Und sie zucken mit den Schultern, weil sie ja Teil des Systems sind. Aber im aktuellen Fall verlässt das ja die Fachkreise (SpOn & Co.). Und da mutet es echt komisch an, wenn man sagt: “Och, Tour de France (Google) kannst eigenltich gar nicht als Sport wahrnehmen. Ist eh alles gedoped.”

      P.S. Habe discuss so eingestellt, dass man nur in einer Stufe antworten kann, damit es nicht so unübersichtlich wird. Nicht gut?

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    • http://twitter.com/Missfeldt Martin Missfeldt

      Es kann so etwas wie “objektive Meinungsbildung” doch gar nicht geben, oder? Das scheint mir ein Knackpunkt in dieser Debatte zu sein: was ist eigentlich “Qualität” in den Suchergebnissen? Wer definiert das? Ich hatte das vor ein paar Tagen schon mal gefragt: http://www.tagseoblog.de/meine-kleine-content-farm-oder-was-ist-qualitaet
      Als SEO reagiert man natürlich auch auf die Rahmenbedingungen, die Google vorgibt (z.B. auch onpage-Optimierung). Aber ob das wirklich gut und sinnvoll ist?

      Btw: excellente Diskussion!

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    • http://www.elcario.de elcario

      Hallo Mirko,

      gerne, im Internet und gerade in Blogs sollte es – bei allen Emotionen – konstruktiv zugehen. Nein, Links sind grundsätzlich kein Doping, nur diese, die nicht freiwillig gesetzt wurden. Allerdings ist es bei einem gut gemachten Linkbuilding nicht einfach für die Suchmaschine, freiwillige von initiierten Links zu unterscheiden. Nicht umsonst gibt es das SPAM-Team und die Quality Rater bei Google.

      Resonanzmanagement klingt interessant, allergings tut sich an dieser Stelle ein weiteres Problem auf, welches Google – trotz anderslautender Beteuerungen – bisher nicht gelöst hat. Denn egal welchen Buzz (Resonanz) man erzeugt, die daraus resultierenden Links erzeugen immer Veränderungen in den Suchergebnissen . Ich erinnere mich an den PampersBuzz im Frühjahr, wo der Windelhersteller durch Negativschlagzeilen abertausende Links eingesammelt hat. Du siehst Mirko, Google ist nicht perfekt, auch wenn das die meisten Menschen nicht interessiert.

      Nichtsdestotrotz ist die PR eigentlich ein toller SEO-Hebel, oder umgekehrt. Aber das haben bisher auch nur die Allerwenigsten verstanden. Da genügt schon ein Blick in die Pressemeldungen der Unternehmen, die es nicht hinbekommen, einen Link als Link zu kennzeichnen. Ich glaube mit einer guten PR-Strategie lassen sich eine menge (freiwillige) Links gewinnen. Da sollten wir ansetzen…

      PS: Die Einstellung von Disqus war für mich irgendwie verwirrend. Ergibt aber Sinn.

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    • http://www.elcario.de elcario

      Hallo Martin,

      ja, so etwas wie objektive Meinungsbildung gibt es wirklich nicht. David hat in den Kommentaren weiter unten einen interessanten Punkt angebracht: Es geht um Medienkompetenz. Genauer, um Suchkompetenz. So wie die Leute gelernt haben, dass im Supermarkt die günstigen Produkte untern stehen, so sollten sie lernen nicht immer auf das erste Ergebnis zu klicken. Aber da es auch immer noch Menschen gibt, die die Bild für eine Zeitung halten, bleibt es wohl ein frommer Wunsch. ;-)

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Sebastian,

      so oder so, freue mich, Dich hier “kennengelernt” zu haben. Hab dich gleich in Tweetdeck in meine Gruppe “wichtig” gepackt. Vielleicht sehen wir uns ja mal. Grüße, Mirko :-)

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  • Dfdgdf

    Schreck lass nach! Bald ist es bestimmt soweit, dass wir sogar im Supermarkt, dem wir ja vertrauen, getäuscht werden, indem teure Produkte auf Augenhöhe platziert werden OHNE DIES ZU KENNZEICHNEN :( Na soweit kommts noch :(

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Ist eigentlich ein interessanter Aspekt. Ein Supermarktregal ist wirklich wie eine Google Website. “Augenhöhe” ist die erste Seite. Alles, was da nicht steht ist schwierig zu finden. Und die Plätze im Regal sind auch nicht immer nach Relevanz (= was sich am besten verkauft) verteilt, sondern manchmal als Promotion teuer erkauft.

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  • http://twitter.com/David_Philippe David Philippe

    Ein sehr interessanter Beitrag, dem ich in vielen Punkten zustimme. Die anschließende Diskussion hier in den Kommentaren ist sehr aufschlussreich. Ich persönlich habe nur sehr begrenzte Erfahrungen im SEO-Bereich und kann dazu nicht wirklich etwas Beitragen.

    Zur angesprochenen Kampagne gegen die SEO-Industrie: Ich verstehe die Motivation. Wir PRler haben sehr großes Interesse daran, dass die Medien, zu denen Blogs meiner Meinung nach auch gehören, eine hohe Glaubwürdigkeit besitzen. Das Internet hat bei vielen (vor allem Älteren) noch ein sehr schlechtes Standing und wird kritisch betrachtet. “Bloggergate” trägt zur Steigerung der Reputation nun nicht wirklich bei. Es ist gut, Dinge kritisch zu betrachten, doch bedarf es einer offenen, kritischen Sichtweise und die wird selten gegenüber dem Internet angenommen.
    Eine Aufklärungskampagne, nicht unbedingt eine Anti-SEO-Kampagne, könnte helfen den Normal-User in seiner Suchkompetenz zu unterstützen. Dazu sollte man Normaluser, “ethische” SEOler und Kommunikationsleute, vielleicht auch Journalisten an einen Tisch bringen. SEO an sich halte ich dann für annehmbar, wenn es um Textoptimierungen und ähnliche Dinge geht. Linkkauf oder dergleichen lehne ich auch ab. Wie bereits mehrmals gesagt wurde, muss dies sehr differenziert betrachtet werden. Und mit einer gut gemischten Gruppe lässt sich die Differenzierung eher erreichen.

    Zu Meinungsbildung und vielen weiteren Aspekten wurde bereits genug gesagt. Darum erspare ich euch eine Wiederholung.

    Gruß,
    David

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  • http://twitter.com/mssfldt mssfldt

    Danke für den Artikel. Ich werde am Montag darauf eingehen. Nur ein paar kleine Bemerkungen:
    1. SEO ist weit mehr als das Setzen von Links. Inzwischen geht es vielen Seos vor allem darum, einen Kontext zu schaffen, der zum Verlinken animiert. Das versuchen fast alle, und sog. “Alpha-Blogger” sind darin besonders perfide.
    2. “Google gibt Wirklichkeiten wieder. Google gestaltet Wirklichkeiten. Wer etwas über ein Thema wissen will, schaut auf Google.” Das ist in der Tat ein sehr großer Irrglaube und darin liegt eine gesellschaftliche Gefahr. Allerdings bezweifle ich, dass das in der Breite so gesehen wird.
    3. Zu Spiegel: erinnert sich noch jemand, dass vor ca. 2 Jahren fast alle großen Medien-Websites von Google abgestraft wurden, weil si in ihren footer Links verkauft haben? Ehrlich gesagt halte ich es für 99,9% Wahrscheinlich, dass diese Seiten nach wie vor Links monetarisieren, auch gekaufte, die nicht als Werbung gekennzeichnet sind. Inzwischen machen sie es nicht mehr auf ihren Flagschiffen, sondern haben dafür zahlreiche “Unterseiten” angelegt, damit im Zweifelsfall nur ein kleiner Teil wegbricht.
    4. Was auf jeden Fall stimmt: es gibt in dem Bereich (fast) keine Transparenz. Das liegt aber in den meisten Fällen nicht daran, dass etwas verheimlicht werden soll, sondern am mangelnden Interesse und Bewußtsein der Öffentlichkeit. Warum konnt der Tsunami-Skandal wohl in Bloggerkreisen nur ein müdes Lächeln hervorrufen? Weil es alles bekannt ist.
    5. Ich bin irgendwie auch ein bisschen Seo, daher lege ich schon wert auf die Feststellung, dass es “die SEO-Industrie” nicht gibt. Es gibt viele Anfänger, die den Ruf vergiften, weil sie keine Ahnung haben. Aber das ist in Branchen, die sich neu entwickeln, logisch. Die Studiengänge, Abschlüsse und Zertifikate müssen erst entwickelt werden. Und bis dahin gilt: wenn es um Kohle geht, reizen viele natürlcih die Möglichkeiten aus. Der schwarze Peter liegt hier nicht bei denen, die manipulieren, sondern bei Google.
    Eine Frage der Moral? Würde ich auch so sehen, nur wen juckts? Ich bin auch gegen Hühnerfarmen oder den Afganistan-Einsatz? Und?
    Naja, wie gesagt: toller Denkanstoss, und viel Kritik gut auf den Punkt gebracht. Ich werde noch mal in Ruhe darauf eingehen…
    Gruß und schönes WE
    Martin

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    • http://twitter.com/Missfeldt Martin Missfeldt

      sorry für die Account-Verwirrung. War eben noch im engl. Disqus unterwegs. Muss mich erst mal an Disqus gewöhnen…

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  • Sascha_stoltenow

    Mein lieber Mirko, das ist ein wirklich guter Kommentar, und natürlich kann ich es nicht lassen, ihn zu ergänzen, denn im Kern verhandeln wir hier grundsätzliche Themen, die über das Heute und Partikularinteressen hinausgehen. Welche das sind, will ich ganz kurz an drei Fragen umreißen:

    1. Was bedeutet die Digitalisierung?
    Relevante und einsichtige Perspektiven zu dieser Frage hat Mercedes Bunz in Ihrem Artikel “Daten und Digitalisierung” formuliert. Ein wesentlicher Aspekt, den sie anspricht, ist die Algorhitmisierung unserer Wahrnehmung, die in Google nur ihren aktuell sichtbarsten Ausdruck gefunden hat. Was Mercedes nicht ausführt, ist, das Algorhitmen selbst Produkte menschlicher Schaffenskraft und damit interessengeleitet sind.

    2. Was sind Medien?
    Ohne in die große Theorie einzusteigen, sind Medie immer nur Abbild von Wirklichkeit. Das heißt auch, dass Medien niemals das Ende, sondern immer der Beginn von Erkenntnis sein können. Daraus könnten wir nun folgern, dass SEO im og Sinne unproblematisch seien, weil
    die Nutzer ja selbstverantwortlich entschieden. Das ist im Prinzip richtig. Dennochnist diese Art des SEO verwerflich, denn sie missbraucht das soziale Vertrauen der Nutzer in den Autor eines Blogs, in eine Marke, etc. Das ist auch der fundamentale Unterschiedbzur Werbung, die, wie Du richtig sagst, die Zähne und also die Absicht, zu beißen, im Gesicht trägt.

    3. Welches Menschenbild haben wir?
    Das Menschenbild der og SEO ist rückwärtsgewand, denn es unterstellt, dass Menschen mechanistisch bedienbar sind. Buy as you klick ist, so erfolgreich es materiell auch sein mag, ein kultureller Rückschritt und damit ein enger Verwandter solcher Strukturvertriebe wie Euroweb, AWD, etc., deren Hauptkunden die Unaufgeklärten, Leichtgläubigen, Hilflosen sind. Dass Unternehmen dennoch solche SEO-Leistungen bezahlen, ist ein Indiz für die Haltung der verantwortlichen Manager, die in einer Welt leben, die für mich keine Zukunft hat. Ich aber will für eine Zukunft arbeiten, due bereits begonnen hat, und in der wir in der Unternehmenskommunikatii von einem intelligenten Gegenüber ausgehen.

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Danke Sascha, für deinen wie immer sehr intellektuellen, aber trotzdem sehr treffenden Beitrag :-)

      Genau das ist der Grund, warum mich das Thema nicht nur betrifft, sondern betroffen macht. Ganz ehrlich “widert es mich an”, vor allem das von dir am Schluss beschreibene Menschenbild. Ich “vergebe” jedem Menschen (was nicht arrogant klingen soll), wenn er dafür Bewusstheit entwickelt, aber wenn jemand solch ein Vorgehen noch verteidigt (noch dazu mit dem Argument, es sei ja schon immer so), dann sage ich gerne deutlich meine Meinung dazu :-)

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      • Sascha_stoltenow

        die welt ist schlecht damit wir sie besser machen ;-)

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  • Pingback: Kai Lorentz

  • Pingback: Kai L.

  • Anonymous

    ” Dazu kommt: Es ist für 99,9999 Prozent der Bevölkerung (also fast alle) nicht direkt relevant, weil sie niemals eines dieser Blogs lesen.” Aber fast 100% der Onlinennutzer nutzen auch Suchmaschinen, und für die ist schon relevant ob die Ergebnisse verzerrt/’gegeamed’ werden und sie z.B. ggf. auf Seiten von Leuten landen, die sie dann abzocken (man muss nur mal ‘Mandala Vorlagen’ googeln oder so ;). passiertdqann abzocke, wird das Netz insgesamt in seiner Reputation geschädigt.
    Die Frage ist ja, wie start si ein effekt insgesamt ist. D.h. ob es sich lihnt dei LInks zu kuafen ob es sich lohnt Spamblogs aufzusetzen (für 30 EUR/Text kriegt man auch ne Schreiber der SEOtexte en masse produziert). D.h. wie groß genau ist der Schaden, wenn ein Blogger 20 Links am Tag setzt und eins davon ‘gekauft’ ist? (Sind alle Links aller Blogger gekauft, dann …)

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  • Meike Leopold

    Hi, uns hat mal eine Münchner SEO-Agentur ziemlich unseriöse Vorschläge für den Backlinkaufbau fürs Cirquent Blog angeboten. Da wurde mir klar, dass die entweder überhaupt nicht kapieren, worum es beim Bloggen geht (Corporate Blogs haben es ohnehin schwer mit der Glaubwürdigkeit) oder billigend in Kauf nehmen, dass wir einen Shitstorm bekommen. Kurz und gut: ich hab sie schnell in die Wüste geschickt. Grüße, Meike

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Strike! :-)

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  • Pingback: mediaquell

  • Timmm

    Einzelne Schafe sind nett – als Herde können sie nervig sein. So ist das mit den SEO. Klar kann man das “Industrie” nennen, weil jede einzelner SEO dazu beiträgt, dass gamz massiv der Nutzen von Suchmachinen für den Internetnutzer manipuliert und zerstärt wird. Ich bewege mich beruflich im Gesundheitssektor. Bei Gesudnheits/Medizinthemen grenzen die Ergebnisse von google-Suchen schon an Körperverletzung. Kein Keyword, dass nicht in den ersten Seiten auf fragwürdige Anbieter, Desinformation oder Ärzteverzeichnisse führt.

    Es wird Zeit darüber zu diskutieren, sonst geht irgendwann das netz den Bach runter. Das würde Anbieter von geschlossenen Systemen oder Apps sicher freuen.

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  • http://webkompetenz.wikidot.com/ Stefan Münz

    Es ist durchaus wichtig, zwischen SEO als neutraler, legitimer Bestrebung einerseits und davon abweichenden Machenschaften einzelner andererseits zu unterscheiden. Allerdings muss sich die gesamte Branche zumindest fragen lassen, was sie Interessenten denn anderes bieten kann als das, was Google selber empfiehlt. Und ehrliches Linkbuilding hat ja wiederum mehr mit PR zu tun als mit SEO-Maßnahmen, zumindest meiner nichtfachmännischen Vorstellung zufolge. Gestern erschien übrigens noch ein Artikel, in dem ein SEO-Blogger selbst feststellt, dass es in letzter Zeit vermehrt zu illegalen Aktionen gekommen ist:
    http://www.seomoz.org/blog/how-organized-crime-is-taking-control-of-googles-search-results
    Ich nehme mal an, dass Google durch immer mehr Erkenntnisse die Luft immer dünner werden lässt, was die “Glücksritter” dann zu immer verwegeneren Aktionen treibt.

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  • http://twitter.com/Chris_Buggisch Christian Buggisch

    Endlich bin ich mal ganz anderer Meinung … ;-)

    Also zunächst mal: Nachdem ich den Beitrag zu 2/3 gelesen hatte, habe ich mich gefragt: Was haben die SEO-ler bloß Böses angestellt, um hier derart pauschal eins auf die Mütze zu bekommen? So ganz hab ich’s immer noch nicht verstanden, aber in der “Ergänzung” am Ende des Beitrags und in den Kommentaren findet ja dann immerhin ein bisschen Differenzierung statt, die ich ehrlich gesagt im restlichen Beitrag vermisse.

    Aber die Frage lautet ja: “Glauben Sie, dass die SEO-Industrie auf perfideste Art manipuliert?” Antwort: Nein, glaube ich nicht. Erstens gibt es keine SEO-Industrie, das haben ja andere schon geschrieben. Allein schon der Begriff ist, sorry, manipulativ, weil er ein mächtiges, weitverzweigtes, finanzstarkes Komglomerat aus SEO-lern suggeriert, das nicht existiert. Ich kenne nur vergleichsweise kleine SEO-Agenturen, kein Vergleich zum Beispiel zur Werbe-”Industrie” …

    Zweitens ist das, was die SEO-ler machen, grundsätzlich natürlich legitim. Seit es Google gibt, versuchen alle, möglichst gut gefunden zu werden: Blogger, Unternehmen, wer auch immer. Was ist manipulativ daran, nicht nur gute, spannende, relevante Texte zu schreiben, sondern auch ein paar Regeln zu beachten, damit mehr Leser auf sie aufmerksam werden? Natürlich gibt es unsägliche, offenkundig ausschließlich aus SEO-Gesichtspunkten bearbeitete Seiten, die es gelegentlich bei Google auch nach oben schaffen. Aber wenn das die Regel wäre, wären Google-Treffer mittelfristig nicht mehr relevant, würde Google seinen Nutzern nicht mehr den Mehrwert bieten, den es bietet, kurzum würden sich die User nach Alternativen umsehen bzw. würde Google dafür sorgen, dass wieder relevantere Inhalte gefunden werden (was man ja dauernd tut).

    Aus Unternehmenssicht gesagt: Auf unserer Suche nach einer SEO-Agentur, die uns bei der Optimierung unserer Seiten unterstützt, sind wir natürlich auch schwarzen Schafen begegnet, aber in der Regel hat man es mit seriösen Leuten zu tun, die sich einer “ethischen” SEO verpflichtet haben und die einem raten, nicht auf Teufel komm raus zu optimieren, sprich zu manipulieren, sondern die einem helfen, relevante Inhalte besser auffindbar zu machen.

    Ich kann also beim besten Willen keine SEO-Verschwörung industriellen Ausmaßes entdecken, ich glaube auch nicht, dass eine Grundsatzdebatte über Google, SEO und Co. geführt werden muss.Die eigentliche Manipulation ist, dass ein paar Blogger nicht ehrlich zu ihren Lesern waren.

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    • http://www.talkabout.de/ Mirko Lange, talkabout

      Guter Punkt….. [nachdenk]….

      Stimme Dir völlig zu: Es gibt keine “Verschwörung”. Und ich wollte mit dem Wort “Industrie” auch nicht zum Ausdruck bringen, dass es sich da um etwas besonders großes handelt. Eher, dass dabei so manche Werte etwas auf der Strecke geblieben sind. Also völlig richtig: Es gibt “keine SEO-Verschwörung industriellen Ausmaßes” und ich wollte das auch nie gesagt haben.

      Aber auf jeden Fall Danke für die Kritik, weil sie mir Gelegenheit gibt, einen eventuell falschen Eindruck zu korrigieren.

      Was mich tatsächlich an dem Fall irretiert – ich schrieb es grade unten in eine Antwort auf einen anderen Kommentar – ist “das fehlende Unrechtsbewusstein auf der Seite der “Täter”" auf der einen, wie das “fehlende Bewusstsein auf der Seite der “”Opfer”, betroffen zu sein” auf der anderen Seite. Das ist der Tenor in allen Kommentaren zu diesem Fall (die ich kenne).

      Ja, ich will das auch erneut deutlich machen: SEO ist für die Unternehmen wichtig. Richtig eingesetzt sorgt das dafür, dass der Inhalt die Relevanz bekommt, die es verdient. Oder das Potenzial ausschöpft.

      Aber das zu Manipulieren ist eben KEIN Kavaliersdelikt. Das wollte ich sagen. Sondern ist ein Angriff auf eines der wichtigsten Werte, die wir haben. Ob das wirklich schon so große Auswirkungen hat, dass die Meinungsfreiheit gefährdet ist? Ich weiß es nicht. Eher nicht. Zumindest nicht umfasssend. Aber ich weiß, dass man nicht “wegesehen” darf, sondern ganz klar sagen muss, dass solche Praktiken illegitim und Unrecht sind.

      Und ich würde es begrüßen, wenn die Unternehmen, die sich solcher Praktiken bedienen, öffentlich an den Pranger gestellt werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist der SpOn Artikel fast schon ein Skandälchen für sich, weil er das Phänomen runterspielt und stattdessen Sascha Pallenberg angreift. :-)

      Oder?

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