Einladung zum Crowdsourcing: Der “Downside” einer Facebook-centric Strategie

Datum: 16. Januar, 2013 | Kategorie: Myth Buster, Social Media Marketing, Social Media Strategie

Ich habe mich in den letzten Wochen bei drei großen Projekten sehr konkret und sehr intensiv mit der “optimalen Social Media Architektur” beschäftigt – die tatsächlich immer eine “Kommunikations-Architektur” ist: also alles andere neben Social Media mit berücksichtigt. Eine der größten Hürden in der Praxis ist oft, dem Unternehmen verständlich zu machen, dass “Facebook” (alternativ: “Social Networks”) und “Social Media” nicht synonym sind. Dabei wird eines klar: Strategien, die auf Facebook als Hauptmedium/-kanal setzen, müssen mit ein paar ganz erheblichen “Downsides” umgehen.

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Was ich jetzt hier machen will, ist sicherlich nur ein Aspekt des Themas “Online-Ökosystem” oder “Online-Architektur”, aber eines der wichtig(st)en: Nämlich die Frage, welche Nachteile eine “Facebook-centric” Strategie hat. Was ich damit meine: Was droht, wenn ich “meinen” (also: owned) Content nur auf Facebook (oder ein anderes Social Network) stelle aber nicht (auch) in ein “Owned Medium”, also in eine Medium, wo ich die Inhalte, Mechaniken und Regeln selbst bestimme. Denn Facebook entwickelt sich immer mehr vom “Owned/Earned Medium” zum “Paid Medium”: Ich kann zwar Inhalte in das Medium einstellen – aber Wirkung erzielt es vielfach nur, wenn ich für die “Vermittlung” (“Medium” bedeutet ja “Vermittler”) bezahle.

Ich fange einfach mal locker und ungeordnet an…

… die Nachteile aufzulisten, die ich sehe, und würde mich freuen, wenn Ihr noch weitere Aspekte seht und/oder die aktuellen diskutiert:

Vorteile einer “Meta-Community”?

Man sieht: Die Liste ist schon richtig lang. Und man kann das wohl noch weiter fortführen und das (auch sehr interessant!) natürlich auch aus der anderen Perspektive betrachten, nämlich welche Vorteile denn eine Architektur hat, die ins Zentrum der Aktivitäten ein “Owned Medium” stellt und Facebook nur als ein (von vielen) “Social Outposts” betrachtet, mit der Hauptaufgabe, Traffic zu diesem “Owned Medium” zu generieren. Das hätte auch den Vorteil, dass ich dieses Owned Medium quasi als “Meta-Community” verstehen kann, was die “Communities” aus einzelnen Social Networks (Facbeook, Google+, Xing, LinkedIn, Twitter etc.) zusammenführt. Das ganze Thema “Social Media Ökosystem” ist allerdings noch mal ein viel weiteres Thema, welches ich mal in einem weiteren Blogpost untersuchen werde.

Das Zusammenspiel von “Owned Medium” und “Owned Content”

Dieses “Owned Medium” kann übrigens ein Blog sein, ist es aber nicht nur. Es sollte genz generell nur ein Online-Medium sein, das “social” ist, wo also alle Beiträge “sharable”, “likeable” und “commentable” sind und in das die Social Networks integriert sind (siehe z.B. www.coca-colacompany.com). Wir konzipieren auch immer mehr “Social Mags”, die zwar im Kern Blogs sind, aber eben nicht so aussehen. “Blogs” klingt ja immer nach etwas sehr Standartisiertem und oft auch etwas trockenem. Und man kann (muss) eigentlich beides verbinden. Nämlich indem man den “Owned Content” in ein “Owned Medium” stellt und das dann mit den Social Networks intelligent verknüpft, zum Beispiel über Facebook Connect und Facebook Widgets (wie die Kommentarfunktion von Facebook aber auch den Social Graph. Aber wie gesagt, das ist ein Thema für ein weiteres Blogposting. Etwas Hintergrund zu dem Modell des “Owned Contents” im Gegensatz zum “Owned Medium” findet Ihr übrigens hier: “Vom Media-Modell zum Content-Modell“.

Das Zusammenspiel von Facebook und Google

Etwas unklar ist mir übrigens noch das Zusammenspiel von Facebook und Google. ich habe gerade mal getestet, was passiert, wenn ich nach einem eindeutigen Ausdruck aus einem Facebook Posting suche. Ich habe dafür einfach mal einen Facebook-Post gewählt, den ich gestern geschrieben habe. Wenn ich daraus einen Satz nehme und nach ”Klingt für mich wie die Perversion von Kommunikation” in Google suche, dann findet Google den Post gar nicht, sondern verlinkt auf eine eigene Seite bei “facebook-trends.de“. Weiß jemand genau Bescheid, wie von Google Facebook-Postings indiziert werden? Und wie schnell? Und was sieht man als Suchergebnis? Sieht man eine Vorschau= Was verändert sich, wenn ich als Suchender gar nicht in Facebook eingeloggt bin?

Also: Welche weiteren Nachteile seht Ihr bei einer “Facebook-centric” / “Facebook-only” oder auch allgemeiner “Social Network only” Strategie?

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