Kategorie: Social Media Krise

Deutsche Bank vs. Zentrum für Politische Schönheit – Überforderung oder Strategie?

Die Deutsche Bank “schlägt zurück”… oder “rudert zurück”? Nach diversen Debatten, und nachdem auch die “normalen Medien” das Thema aufgegriffen haben (Quellen siehe unten), äußerte sich die Deutschen Bank nun am Freitag zu dem Fall:


In einem Video war ein Pressesprecher der Deutschen Bank damit zitiert worden, die verhungernden Menschen in der dritten Welt seien “selbst schuld”. Daraufhin drohte die Deutsche Bank mit juristischen Schritten gegen die Künstler und Menschenrechtsgruppe “Zentrum für Politische Schönheit“. Da schon sehr unglücklich: Das Argument war nicht, dass des “Zentrum für politische Schönheit” die Unwahrheit sagte, sondern dass der Pressesprecher angeblich nicht wusste, dass er zitiert würde (siehe hierzu auch mein Posting vom Freitag).

Was Kühlschränke mit Spiegelneuronen zu tun haben – Krisenarbeit im Social Web

Ich habe mich heute aufgrund einer Medienanfrage mit einem Fall beschäftigt, der schon rund eine Woche alt ist. Es geht um Kühlschränke und um China. Die Geschichte schnell erzählt: “Vor einem Siemens-Gebäude in Chinas Hauptstadt zerstörten einige Männer mit Hammern drei angeblich defekte Kühlschränke. Diese Aktion war ein Protest gegen die Qualitätsprobleme mit den Kühlschranktüren und die ablehnende Haltung des deutschen Konzerns.” Alle Details dazu gibt es unter anderem bei http://german.china.org.cn. Und diese Nachricht geht um die Welt, in Deutschland haben u.a. fast alle “Leitmedien” berichtet  (weitere Quellen am Ende des Artikels). Niemand weiß bisher, ob das zu einem wirtschaftlichen Schaden bei Siemens führt. Aber mit großer Sicherheit sind bei Siemens bzw. Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) ganz viele Manager “not amused”.

Quelle: http://german.china.org.cn/china/2011-11/21/content_23971831.htm

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Die Frage (für einen Kommunikations-Professional) ist nun: Wie konnte es dazu kommen? Was kann Siemens dagegen tun?  Hätte Siemens das verhindern können? Und was kann man daraus lernen? Eine kurze Analyse dieses und ähnlicher Fälle zeigt: Es gibt ein klares Muster und deswegen auch Lösungen: So gut wie immer hat sich der Konflikt angekündigt, aber anstatt empathisch auf die Kritik zu reagieren und die Kritiker wertzuschätzen, geben sich die Unternehmen arrogant und ignorant. Dazu kommt: Die Kommunikation erfährt nichts von den Kritikern, weil diese zuerst im Customer Service oder bei Public Affairs aufschlagen, und diese die Gefahr nicht erkennen.

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Die “Killer-Kampagne” von Greenpace – hervorragend aufgearbeitet in fritz rbb Radiobeitrag

Greenpeace hatte in der vorletzten Woche eine Social Media Kampagne gegen Nestlé gestartet. Über die Kampagne ist bereits vielfach geblogt und berichtet worden. Ich habe selbst einige Beiträge dazu verfasst, z.B. “Greenpeace vs. Nestlé – gerechter Kampf um die Sache oder Propaganda ohne Rücksicht auf Verluste?” und “Alles konstruiert. Nestlé zu verurteilen hilft weder dem Urwald noch dem Orang-Utans.” Mein Argument war, dass auch ein NGO mit absolut berechtigten Zielen nicht zu Mitteln wie Propaganda, Polemik und Populismus greifen und täuschen darf – was Greenpeace mit den Mitteln des Social Web geradezu virtuos tut. Auch Greenpeace hat dazu noch mal ausdrücklich reagiert.

Am Samstag, den 27. März hat der Berlin-Brandenburger Radiosender “Fritz rbb” einen wie ich finde sehr guten Radiobeitrag dazu gesendet. Er fasst noch mal die Hintergründe zusammen, greift die Argumente oben aus dem Blog auf und interviewt neben mir die Greenpeace-Mitarbeiterin Corinna Hölzel sowie den Kommunikations-Wissenschaftler Professor Wolfgang Schweiger von der TU Illmenau.

Abgesehen davon, dass der Beitrag einen sehr schönen und ausgewogenen Überblick über den Fall gibt, hat mich begeistert, wie spannend Radio sein kann – oder das Webderivat Podcast.

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Vodafone und Social Media – ein Resumee und Learnings

Nach ein paar Tagen Reflexion fällt mir folgendes auf: In der ganzen Diskussion um Vodafone gehen ständig zwei Dinge durcheinander. Und ich glaube, dass vor allem die Vermischung dieser beiden Aspekte zum Desaster geführt hat. Und wie sonst auch, reflektiere ich nicht darüber, weil mir Vodafone so wichtig wäre, sondern exemplarisch, um daraus zu lernen. Wenn das noch jemandem hilft, freue ich mich.

Der eine Aspekt ist die Werbekampagne, die das Thema “Social Media” aufgreift. Hier ist Vodafone ein Infrastruktur-Anbieter, der Menschen den Zugang zum mobilen wie stationären Internet ermöglicht. Damit spricht Vodafone vor allem Menschen außerhalb des Social Web an. Und Vodafone transportiert über die Werbung, dass das moderne, das aktuell spannende Internet vor allem das “Social Web” ist. Damit wollen sie Lust auf’s Social Web machen, und so neue Kunden gewinnen, die über Vodafone das Social Web nutzen. Das klingt stimmig. Und es ist bemerkenswert, dass “Voice” in der neuen Kampagne kein Thema ist. Sondern ausschließlich das (mobile) Internet, und davon nur das Social Web.

Der zweite Aspekt ist, dass Vodafone selbst “als Unternehmen” über Social Media am Social Web teilnimmt. Das ist eine völlig andere Geschichte. Damit sprechen sie vor allem Menschen innerhalb des Social Web an. Und hier agiert Vodafone nicht als Infratsrukturanbieter für das Social Web, sondern als ein Teilnehmer im Social Web. Und ich finde auch das bemerkenswert, weil es neu ist in Deutschland. Bisher nimmt kein Consumer-Konzern am Social Web teil, und schon gar nicht in der Intensität.

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Der (schmutzige?) Kampf um die Deutungshoheit – Generation Upload trifft Generation Polemik

Ich bin seit gut zwei etwa vier Stunden unruhig. Ich ärgere mich. Warum? Ich habe eine Replik von dem Verfasser eines FAZ-Artikels zum Thema “Vodafone” bekommen, den ich kommentiert hatte. Und ich bin aus dem Kopfschütteln irgendwie nicht mehr raus gekommen: Die reinste Polemik, persönlich, unsachlich, ja sogar nahe an Verleumdung. Von einem (vermeintlichen) FAZ-Journalisten! Jetzt habe ich das recherchiert und verstehe es viel besser. Und ich schreibe darüber in diesem Blog, weil es für mich viel von dem Millieu verdeutlicht, in der Meinungsbildung aktuell stattfindet. Er schließt fast nahtlos an einen der letzten Blogbeiträge “Waffengleichheit” an. Man kann daraus lernen.

Der FAZ-Journalist heißt “Don Alphonso”. “Aha!  Don Alphonso”, wird vielleicht manch einer sagen. Ich kannte bisher flüchtig seinen Namen, aber nicht seine Historie. Don Alphonso heißt mit bürgerlichem Namen Rainer Meier. Er war mal ein bekannter Blogger. Glaube ich zumindest. Oder er ist es noch.  Interessant zu Don Alphonso finde ich den Beitrag von Stefan Niggemeier: “Don Alphonso will kein Dreckschwein sein” sowie den von Peter Turi in Lexikon2.de: “Er selbst hält sich für den Paten der Blogs, andere sehen ihn ihm eher einen Troll und Taugenichts”. Egal, jedenfalls schreibt Don Alphonso seit einiger Zeit auch für die FAZ.

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