Category Archives: Web

Ein Plädoyer für die Mitteilung: Mit. Anderen. Teilen. Oder: Teilhaben lassen als Kern von Social Media.

Letzten Freitag hatte mich Timo Lommatzsch von Molthan van Lohn in Hamburg gefragt, ob ich am aktuellen “Mittagstisch” teilnehmen wolle, ein regelmäßig stattfindenes, halbstündiges Gespräch über Telefon, dass aufgezeichnet und dann auf der Plattform “Social Media PReview” ausgestrahlt wird. Timo meinte, es ginge um das Thema “Dialog”, ich hatte aber leider keine Zeit. Jetzt ist der Podcast grade online gegangen, und ich habe mir ihn sehr interessiert angehört. Und der Titel “Ist Dialog ein zwingendes Element?” kam mir nicht nur bekannt vor, er bezog sich dann sogar explizit auf meinen Blogpost letzte Woche: “Es braucht keinen “Dialog” für erfolgreiche Social Media“.

Doch nicht alles simples Handwerk?

cc gholzer, Flickr

Ich finde den Podcast sehr gelungen, Kompliment an Timo, Lars Basche von Text 100 und Sebastian Keil von von WBN. Und ich finde das ganze Thema weiterhin sehr spannend. Ich freue mich, dass nicht alle sagen “alles Handwerk, alles ganz normal, alles langweilig”. Lustig fand ich vor allem, dass ich beim Hören immer was sagen wollte, aber dann erst gemerkt habe: Ist ja viel zu spät, ist ja nur eine Aufzeichung. Aber auf jeden Fall ein tolles Format. Habe ich für mich jetzt erst neu entdeckt. Ich habe erst bei Social Media PReview kommentiert, der Kommentar wurde aber doch so lang, dass ich jetzt einen Blogpost draus gemacht habe :-)

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6 einfache Thesen zu Corporate Social Media

Ich möchte hier meinen Beitrag zur “Normalisierung der Debatte” leisten und einfach mal ungeordnet eine Reihe von Thesen aufstellen.

1. Social Mediaist eine simple Realität

Menschen tauschen Informationen öffentlich im Internet aus. Und durch die Mechanismen des Internets bilden sich Cluster, in denen sich gleich interessierte Menschen über ihre speziellen Interessen austauschen. Punkt. Mehr ist das nicht. Aber auch nicht weniger.

2. Social Media ist ein neuer Einfluss auf die Meinungsbildung

Weil sich Menschen öffentlich unterhalten (und weil Google nicht vergisst und alles findet), sind die Gespräche, Informationen und Meinungen für alle sichtbar.

Menschen reden miteinander. Wenn sie es in sozialen Medien tun, kann jeder zuhören. Social Media Club München. (cc kirasong)

Sie fließen so in die Meinungsbildung anderer, nicht unmittelbar an dem Gespräch Beteiligter ein. Direkt, weil sie “das Volk” unmittelbar liest, oder indirekt, weil sie von Mittlern (also Journalisten und Bloggern) gesehen und verarbeitet werden. Dieses Phänomen ist ein komplett neues Phänomen: Zig-tausende Jahre war es fundamental anders: Da war “Wissen Macht”. Heute sind “Informationen Allgemeingut”.

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Twitter wirkt! Einer von einer Million werden

Seit gestern ist die Website unseres Kunden “Eine Millionen Menschen” online, http://www.eine-million-menschen.de . Wir haben im Vorfeld viel machen dürfen, an der Strategie mitarbeiten, am Konzept, am Film. Ich finde das ein richtig tolles Projekt. Und als der Film dann gestern eingebunden war, habe ich nur kurz einen Link gewtittert.

Eine Million MenschenHier unten eine kleine Slideshow von ausgewählten Reaktionen. Man beachte: Überall gibt es klare positive Statements! Zusammen ging das an ca. 15.000 Menschen.Ich finde das schon ein sehr gutes Ergebnis. Jetzt müssen wir noch abwarten, ob die Leute die Seite nicht nur *empfehlen*, sondern dass sie auch “einer unter einer Million” werden – also sich schon mal registrieren. Kostet ja nix. Und ist ja nur die Betaphase.

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“Buzz” ist keinen Hype wert. “Buzz” ist langweilig. “Buzz” wird nur der neue Standard.

Gefühlt lese ich jeden Tag, dass ein Unternehmen das andere mit einem neuen Produkt “angreift”. Und unter einem “Killer” macht es heute kaum kein Produkt mehr, das es zu etwas bringen will. Und nun dieser Buzz um Buzz. “Halten Sie Google Buzz für ein geeignetes Produkt, um Facebook und Twitter anzugreifen?” fragt die tagesschau. Die Welt meint, Buzz wolle Twitter ersetzen, wieder andere sehen in Buzz “einen Großangriff auf die IT-Konkurrenz“. Etwas viel Buzz, Dramatik und Hype um Buzz.

Ich persönlich kenne die Motive von Google nicht, aber mir erscheint es absurd danach zu fragen, ob Google Facebook oder Twitter “Marktanteile abnehmen wird”. Von einer auf die andere Technologie zu *wechseln*, macht wenig Sinn, weil das Netzwerk (also die Kontakte zu seinen Freunden) entscheidend sind. Und die werden nicht geschlossen von Facebook und Twitter weg zu Google gehen. Aber wenn Google nicht Facebook und Twitter angreift, dann ist es doch langweilig. Oder nicht?

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Der Kampf Apple gegen Google. In Wirklichkeit ein Kampf zwischen “Kontrolle” und “Freiheit”?

Die FAZ vom  02. Februar berichtet wie folgt: “Der Apple-Chef glaubt nicht an das Web 2.0 und will Google stürzen. Mit dem iPad verabschiedet Apple nicht nur den Computer, sondern greift auch die Idee sozialer Netzwerke an. Während sich Google und Apple zunehmend in direkte Konkurrenten verwandeln, übersehen viele Beobachter, dass Jobs ein eingefleischter Skeptiker bezüglich der doppelten Marotte des Silicon Valley geblieben ist: der Rechnerwolke und Web-2.0-Diensten wie Facebook.” (Artikel leider noch nicht online).

CC Flickr, andres.thor

Ich glaube, dass ich so langsam anfange, den Hype und die Debatte um das iPad zu verstehen. In der Debatte um das iPad steckt eigentlich eine andere, eine viel größere  Debatte: Nämlich die, wie wir mit der zunehmenden Komplexität der Welt umgehen. Immer wieder wird den Kritikern des iPad vorgehalten, das iPad sei gar nicht für sie gemacht. Und es gibt eine starke Bewegung, die sich für eine Reduktion und Verlangsamung der Welt einsetzt, siehe Frank Schirrmacher oder auch die “Slow-Media-Bewegung” (wenn man dort schon von einer Bewegung sprechen kann).

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Das iPad als Ausdruck von Konsumenten-Bedürnissen? Oder: Fett und faul im Web-Schlaraffenland?

Eines möchte ich vorwegschicken: Ich liebe Technologie. Ich liebe Innovationen. Ich liebe Gadgets. Und ich finde das iPad super. Ich werde es mir definitiv kaufen. Aber, so toll wie ich das auch finde: Ich glaube, das iPad zeigt ein Problem auf weit über das “technische Gadget” hinaus. Zumindest wenn man das iPad als alleinige “Zukunft des PC” ausruft. Denn aufgrund der Hardware und der Apple-App-Politik ist das iPad ein Gegenentwurf zu der grade aufkommenden Kultur des Web 2.0: Offenheit, Partizipation und Vernetzung. Laut Apple hält man mit dem iPad das Internet in der Hand – aber vor allem zum Zugucken. Nicht zum Mitmachen. Das iPad zeigt tendenziell einen Weg zurück zum (edit: kontrollierten) Informations-Konsum, nicht nach vorne zum Dialog. Aber trotzdem gibt es einen Hype.


Worum geht’s? Apple hat einen neuen “Computer” vorgestellt. Das iPad. Vielfach wird es jedenfalls als eine ganz neue Art von Computer bezeichnet. Und Frank Schirrmacher hat einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschrieben. Heute, am 31. Januar. So weit, so gut. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es hier um mehr geht als einen Computer. Es ist eine Debatte um die Art, wie wir mit der rasant zunehmenden Komplexität der Welt umgehen. Und mit der damit einhergehenden Komplexität der Meinungsbildung. Sie ist aber auch eine Debatte über die Teilnahme an der Meinungsbildung. Denn bezeichnenderweise hat Apple beim iPad seine ganze Genialität nur in die Optimierung des Abrufens von Informationen gesteckt, nicht in das (Mit-)Teilen: unkomfortable Texteingabe, keine USB-Anschlüsse, keine Spracherkennung (wie z.B. Googles Nexus), keine Kamera und und und.

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Der pragmatisch-professionelle Einstieg in Social Media und was eine Agentur dazu beiträgt

Heute hat mir jemand auf Formspring eine sehr gute Frage gestellt, die ich dann auch gleich beantwortet habe. Weil’s so schön war, gleich auch hier im Blog.

Die Frage war: “Eine Firma möchte in den Bereich ‘Social Media’ einsteigen. Wie gehen Sie vor? Was sind die einzelnen Steps, wie Sie die Firma auf Ihren Einstieg vorbereiten? Was leisten Sie, was muss die Firma leisten?”

1. Die Kommunikations-Strategie

Die erste Frage ist die nach der Kommunikations-Strategie: In welchen Bereichen kann Social Media Mehrwert schaffen. Dabei gehen wir davon aus, dass es im Unternehmen diverse Wertschöpfungsprozesse gibt: Vertrieb, Human Ressources, Forschung & Entwicklung, Licence to operate usw. usw. Überall gibt es Ziele, und Verbesserungen in diesen Bereichen haben direkten Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens. Kommunikation ist ein wenig so wie IT: Sie kann Prozesse beschleunigen und optimieren.

Pfeile

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Die richtige Zeit für ein neues PR-Verständnis. Oder: Es sind die Menschen, Dummkopf!

PR ist ein Schimpfwort. So scheint es jedenfalls vielfach. Früher habe ich scherzhaft erzählt, dass ich eher sage, ich sei Rausschmeißer in einem Porno-Kino, als dass ich zugebe, ich sei PR-Berater. Das hätte ein besseres Image. Das tue ich heute nicht mehr. Ich bin gerne PR-Mensch. Aber das Image von PR ist immer noch seltsam. “PR” taucht scheinbar immer im Zusammenhang mit dem Wort “nur” auf. Faszinierend!

Ich bin heute auf einen Blogpost bei freitag.de gestoßen, in dem eine Katrin Schuster fragt (oder sagt): “Twitter? Nur ein weiterer PR-Kanal …“. Sie berichtet von einer Veranstaltung, auf der eine ganze Menge Menschen im Podium saßen, die ich kenne, z.B. Richard Gutjahr vom BR, die freie Journalistin und Bloggerin Ulrike Langer und Michael Praetorius, Leiter Online von Antenne Bayern. Katrin Schuster schreibt darin einen interessanten Satz: “Wenn Journalisten twittern, facebooken u.ä., dann geht es weniger darum, mit den Lesern zu kommunizieren, als vielmehr und allererst darum, Werbung für das eigene Blatt zu machen.” Das scheint mir durchaus auch auf “Unternehmen” und “Kunden” übertragbar. Und wieder das “nur” in der Headline!

schlange

Woher kommt dieses Misstrauen gegen “PR”? Das Problem ist ja hier, dass Unaufrichtigkeit unterstellt wird. Warum wird jedem, der ein Gewerbe (oder einen sonstigen Broterwerb) betreibt, gleich unterstellt, er bezwecke eigentlich nur das eine, selbst wenn er etwas anderes tut? Liegt es daran, dass “PR” lange Zeit ein Synonym für Manipulation, Propaganda, Unaufrichtigkeit und Ausnutzung war? Weil Unternehmen nicht nur nicht authentisch, sondern vor allem nicht integer waren? Oder (teilweise) immer noch sind? Ist der Vertrauensverlust tatsächlich so tief?

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Die zunehmende Bedeutung von Social Media für PR und Meinungsbildung

Ich bin seit etwa 5 Jahren Dozent an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing. Und drei bis fünf Mal pro Jahr halte ich dort eine Vorlesung, meistens 3 Stunden, manchmal aber auf 6. Am vergangenen Samstag (den 09. Januar 2010) war ich wieder dran, dieses Mal im Studiengang “Medienmarketing”. Anbei die Präsentationsfolien, die schon ziemlich gut erklärt sind. Es gibt noch so viel dazu zu sagen, und ich habe auch zwei ergänzende Blog-Beiträge dazu in Arbeit. Einen (etwas polemisch gefragten) mit dem Titel “Werden Kommunikationsleute bald arbeitslos”. Der greift manche “fundamentalistische Ansätze” auf, nach denen Unternehmen in Social Media nichts zu suchen haben, weil die Menschen lieber unter sich sind. Der zweite Artikel wird heißen “In Social Media einsteigen. Jetzt!” und beschreibt die Schritte, die für ein Unternehmen notwendig sind um gleichermaßen pragmatisch wie nachhaltig “am öffentlichen Dialog teilzunehmen”. Quasi als Kontrastprogramm.

Aber hier nun die Folien der Vorlesung :-)

View more presentations from Mirko Lange.
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“Können Sie ein paar Beispiele für gelungene Social Media-Kampagnen von Unternehmen geben?” Ein Interview.

Stephanie Ristig von www.ars-scribendi.com hat mir diese Woche ein paar sehr, sehr gute Fragen für ein Interview gestellt, das sie auf ihrem “Kulissenblog” diese Tage veröffentlichen wird. Herzlichen Dank! Ich möchte die Inhalte auch unseren Blog-Lesern nicht vorenthalten.


Sixtus sagt in der „Sixtus versus Lobo“-Folge zu Twitter: „99 Prozent aller Nachrichten auf Twitter lassen verlauten, dass jemand Pippi geht.“ In PR-Kreisen wird Twitter spaßeshalber als Mirko-Blogging bezeichnet, weil Sie sich so intensiv auf Twitter bewegen. Wie erleben Sie Twitter?

Video 12 00m 38sNun ja, das „Mirko-Blogging“ haben wir wohl eher dem Wortspiel mit meinem Namen zu verdanken, als meiner Person. Soweit ich weiß, bezog sich das auch auf beide auf Twitter präsente „PR-Mirkos“, also mich und Mirko Kaminski von achtung! Kommunikation. Aber Scherz beiseite. Ich denke, Sixtus‘ Zitat ist eher der Pointierung geschuldet als wirklich ernst gemeint. Twitter ist einfach ein soziales Gespräch – nicht unterschieden vom „normalen“ sozialen Gespräch. Was man dort hört oder nicht, hängt davon ab, wem man zuhört. Wenn ich Sixtus Glauben schenkte, dass er tatsächlich nur von „Pippi“ liest, müsste ich schon die Frage stellen, wem er denn so folgt – und warum?

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