Berufsbild Social Media Manager: Die potenziell spannendste Aufgabe, die man heute in der Kommunikation haben kann

Im kommenden Jahr wird ein Social Media Buch erscheinen. Nun ja, sicher auch ganz viele. Aber es wird eines geben, dass das Berufsbild Social Media näher beleuchten will. In diesem Zusammenhang hat man mich darum gebeten, ein paar Interviewfragen zu beantworten, was ich gerne gemacht habe. Und eben diese will ich gerne hier teilen: Quasi als Vorgeschmack auf das Buch und auch, um eine Diskussion anzuregen. Welcher Verlag das ist, ist noch geheim. Aber ich finde das Projekt sehr sehr gut und wichtig, denn Professionalisierung im Bereich Social Media tut Not. Noch immer sind noch viel zu viele Irrglauben unterwegs.

Social Media Manager: Wie definieren Sie dieses neue Berufsbild?

Wer als Social Media Manager in Unternehmen tätig ist oder tätig sein will, muss noch auf Zeit sein Aufgabenfeld zwischen einer ganzen Reihe von alten und neuen Kommunikationsdisziplinen finden. Je nach Unternehmensgröße ist der Social Media Manager entweder nur „Manager“, also vor allem strategisch, konzeptionell oder koordinativ tätig, oder er ist dabei auch sehr viel operativ eingebunden, von der Redaktion und Content-Produktion über das Community Management bis hin zur Sprecher-Funktion. Dementsprechend dürften die Aufgabengebiete in der Praxis sehr unterschiedlich sein, je nachdem, ob man im Unternehmen ein „Einzelkämpfer“ ist oder ein Team hat. Aber so oder so: seine zentrale Aufgabe ich nicht das Operative! Das sind dann die „Social Media Redakteure“, „Content Manager“ oder „Community Manager“. Ich halte das für sehr wichtig, vor allem die Abgrenzung zum Community Manager. Und um die Verwirrung noch komplett zu machen, gibt es auch noch die Online-Marketing-Spezialisten, denen dann auch die Verantwortung für Social Media zugeschoben wird – zusammen mit den Adwords. Da erkennt man den unterschiedlichen Stellenwert.

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Die digitale Promillegrenze im Social Web

Egal, wer heute über „Social Media“ spricht, der spart nicht mit Superlativen und riesigen Zahlen. “Eine Milliarde” Nutzer sind auf Facebook (und davon “584 Millionen” angeblich Facebook-süchtig). Auf Twitter werden “500 Millionen” Tweets gepostet – am Tag. “Siebzig Prozent” der deutschen Internetnutzer nutzen auch Social Media. “250 Millionen” Nutzer sind auf Google+. Und so weiter, und so weiter. Und das suggeriert „uns Unternehmen“ ein riesiges Potenzial. Trotzdem ist es für fast jeden von uns gefühlt noch immer ein „Hype“: noch immer gibt es ein Missverhältnis zwischen öffentlicher Wahrnehmung und nachgewiesenem Nutzen. Noch immer sind alle auf der Suche nach dem heiligen Gral ROI, noch immer kann kaum jemand wirklich sagen, was denn Social Media wirklich bringt. Der konkreteste Nutzen ist noch „bloß nicht in einen Shitstorm kommen“, aber auch die Furcht davor hat sich langsam abgenutzt, denn niemand hat irgendwann mal einen konkreten Schaden durch einen Shitstorm gesehen.

Aber jetzt gibt es mal konkrete Zahlen! Und die sind auf den ersten Blick erschreckend. Wir haben im Rahmen eines Fachartikels für die Zeitschrift „t3n“ einmal untersucht,  welchen Anteil Social Media konkret an der Wertschöpfung im Unternehmen hat. Und da gibt es einen Bereich, wo der tatsächlich messbar ist: Den Support. Anders als im Marketing oder der PR geht es beim Support um das, was Social Media ja ausmacht: Direkten Kontakt zum Kunden und Dialog, zudem ist da jeder einzelne Kontakt zum Kunden dokumentiert. Hier mal ein paar konkrete Zahlen von drei Unternehmen, die in Deutschland als Benchmark für Kundenservices im Social Web gelten…

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Danke, Microsoft: das habt Ihr extrem gut gemacht…

Ich bin gerade fasziniert. Einfach begeistert. Was Microsoft im “BackOffice” von Windows 8 gemacht hat, ist sensationell. Ich hatte mir am Wochenende Windows 8 installiert und erforsche jetzt Stück für Stück das Universum das dahinter steht. Aktuell bin ich bei SkyDrive. Und ich habe einfach mal meine Dateien von Google Drive auf SkDrive geladen. Und ich muss sagen: Gegen die Anmutung von SkyDrive mutet Google Drive an wie der billige Versuch eines Studenten, mal schnell was hinzustellen. Bitte versteht mich nicht miss. Bis gestern fand ich Google Drive richtig gut.

Wer braucht jetzt noch Slideshare?

Was mir besonders gefällt sind die Optionen, die man erhält, wenn man dann auf eine Datei klickt. Über “Microsoft Web Apps” lassen sich alle Dateien im Browser bearbeiten – und zwar mit einer kompletten App, die alle Funktionen von Office 2013 enthält. Nicht nur rudimentäres wie Google. Es tut mir leid, ich mag Google sehr, aber was hier Microsoft macht, ist einfach bis ins Letzte durchdacht. Und das beste ist: Man kann für jede Datei auf Knopfdruck einen Embedd-Code erzeugen und diesen dann beispielsweise in WordPress einfügen. Dauert 30 Sekunden. Ich habe es hier mal für eine PPT-Präsentation gemacht: Und in der Präsentation sind alle Animationen und Übergänge enthalten , und auch die Videos lassen sich in der Präsentation abspielen (z.B. Folie 10). Hiergegen wirkt die Embedd Funktion von Slideshare wieder an, wie aus dem letzten Jahrhundert. Was Microsoft mit und im Umfeld von Windows 8 gemacht ist ganz, ganz großes Kino! Und hier zeigt sich die Stärke eines Software Anbieters, der das Betriebssystem UND die Anwendungen herstellt – und jetzt zum ersten Mal wirklich intergiert – in die Cloud.

Schaut Euch einfach mal die Beispielpräsentation an: Get the whole story »

Der “Bodyform” PR-/Social-Media-Stunt: nur ein Fake oder Blaupause für kreative Krisenkommunikation?

Ihm galt der Applaus der der vorletzten Woche: Dem englischen Unternehmen “Bodyform”, das mit einem höchst kreativen Video auf einen bösen Kommentar auf Facebook geantwortet hat. Fast 3 Millionen Zugriffe auf das YouTube Video, in der Spitze bald 100.000 Menschen, die auf Facebook über Bodyform gesprochen haben, knapp 1.000 Kommentare auf das Video auf Facebook, der Beitrag wurde auf Facebook 900 mal geteilt und knapp 1.000 Mal geliked. Noch viel besser der Ursprungspost von Richard: Knapp 100.000 Likes und 4.500 Kommentare. Richard hatte sich durchaus humorvoll über die Werbung von Bodyform beklagt: Es stimme ja gar nicht, dass Frauen während ihrer Periode eine so tolle Zeit hätten und so tolle Sachen machen würden, im Gegenteil, seine Freundin verwandle sich dann immer in ein echtes Biest. Und er sei jetzt nachhaltig enttäuscht und geschädigt. Hier die Reaktion von Bodyform:

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Allerdings kamen auch schnell Gerüchte auf: Ist da alles mit rechten Dingen zugegangen? War das Posting von “Richard” nicht einfach eine zu gute Vorlage? Die Kernfrage dürfte wohl sein: Lässt sich so ein Video in weniger als acht Tagen produzieren? Oder ist es realistisch, ein Video in so kurzer Zeit zu produzieren? Was sind da die Schlüsselfaktoren? Ist das vielleicht sogar eine Blaupause für kreative Krisenkommunikation?

Wir haben hinsichtlich der Umsetzung mit Friedl Wynants gesprochen, dem Geschäftsführer von Triple F, einer Agentur für Bewegtbildkommunikation, die seit vielen Jahren Filme produzieren, und für die talkabout als Agentur für das Produkt explain.it arbeitet.

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Social Media – Fluch oder Segen für die Demokratie? Ein Abend im Debate-Club von CNN

Ich hatte gestern einen sehr lustigen Abend im Debate Club von CNN und Roland Berger. Zwei Teams haben nach festen Regeln über die Frage debattiert: “Social Media – Fluch oder Segen für die Demokratie”. Ich war zusammen mit Eva Herman und John Friedman (“Erkan”) im No-Team und musste verargumentieren, warum Social Media ein *Fluch* für die Demokratie ist. Im anderen Team waren drei, nennen wir sie mal “Jungpolitiker”: Thomas Pfeifer (die Grünen), Valentin Tomaschek (Politcamp) und Christoph Giesa (“Vordenker” und im Team von “Gauck for BP”). Wir hatten einen tollen Moderator, das Format macht Spaß (auch wenn es noch einige Schwächen hat) und die Stimmung war super “spielerisch” – also der “Wettkampf” stand deutlich vor dem Rechthaben.

Und ich will es vorwegnehmen: Wir haben haushoch gewonnen. Eigenltich hatte ich uns wenig Chancen ausgerechnet, weil: Hey, na klar ist Social Media ein Segen für die Demokratie! Und dementsprechend war auch die Grundstimmung: 82% des Publikums stimmten in der “Nullmessung” für “Segen” und nur 18% für uns, also für “Fluch”. Und am Ende der Debatte hatten wir dem “Yes” Team 31%-Punkte abgenommen: 51:49. Das war eine herbe Schlappe. wenn wir auch noch über die 50 Prozent gekommen, also auch absolut gewonnen hätten, dann wäre das schon degradierend gewesen :-) Gott sei Dank war es nicht so.

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Das Ende der Silos: 10 Trends für die Unternehmens-Kommunikation im Social Web

Heute haben wir auf Initiative von Joachim Graf vom HighText Verlag  einen neues Format eines Webinar ausprobiert. Die iBusiness “10x10x10-Trendakademie: 10 Experten á 10 Trends und 10 Minuten”. Zehn Experten erzählen in jeweils zehn Minuten, was im jeweiligen Themenfeld an Trends kommen werden und worauf in den kommenden Monaten zu achten ist. Die Teilnehmer erfahren in zehn mal zehn = 100 Minuten (plus 20 Minuten für Diskussion und Fragen) einen komprimierten Strategie-Update über die wichtigsten Felder von Internet-Wirtschaft, E-Commerce und Online-Marketing. Ich fand das Format richtig richtig gut und super interessant – für mich vor allem, den anderen zuzuhören. Mehr Informationen dazu gibt es auf http://www.ibusiness.de/webinar/. Hier sind meine Vortragsfolien.

Vorlesung an der Social Media Akademie

Anbei ein Ausschnitt aus einer meiner Vorlesungen an der Social Media Akademie. Die Vorlesung ist die Einführung in Social Media. Ich versuche das den richtigen Kontext zu schaffen, wie mal sich als Unternehmen dem Phänomen Social Media nähert. Der Ausschnitt behandelt vor allem die Frage, welche Ziele Social Media verfolgt und ich versuche aufzuzeigen, dass in Social Media andere Gesetze herrschen als zum Beispiel im klassischen Marketing. Die gewohnten Ziele, insbesondere in Bezug auf “Bekanntheit” oder “Reichweite” funktionieren hier nicht, zumindest nicht so, wie man auf den ersten Blick meint. Die ganze Vorlesung dauert etwa eineinhalb Stunden und im Original-Player der Social Media Akademie sieht man zusätzlich zu dem Video immer noch die Folien eingeblendet.

“Bring doch allen Tulpen mit, Sascha”

Vor 10 Tagen hatten wir Menschen eingeladen, über das Thema “Big Data” zu bloggen und hatten damit eine Reise nach Amsterdam mit Besuch der SMICS ausgeschreiben. Die abhängige Jury hat nun ein einstimmiges und ebenso eindeutiges Urteil gefällt: Der “Gewinner” ist Sascha Walk mit seinem Blogbeitrag “Big Data, Datenschutz und Vertrauen“! Herzlichen Glückwunsch ! Wir freuen uns, dich persönlich in Amsterdam kennenzulernen. Aber auch allen anderen Teilnehmer sei unser größter Danke gewiss!

Bildquelle: http://www.holland-nordsee.de/

Interessant waren die verschiedenen Herangehensweisen an das Thema Big Data, das bei weitem nicht nur als Chance und riesiges Potenzial verstanden wird, sondern auch kritisch betrachtet wurde. Allerdings sind sich alle Teilnehmer auch einig, das die Auswertung von Daten nützlich und zukunftsträchtig ist:  Nicht nur Unternehmen profitieren davon, auch der Konsument kommt zielgerichtet zur richtigen Zeit an die relevanten Informationen. Wichtig ist dabei auch die Erkenntnis, dass das Sammeln von Daten nicht neu ist. Neu sind vielmehr die Möglichkeiten, die Unternehmen heutzutage haben, diese Daten für sich zu nutzen. Deswegen: Der richtige Umgang mit persönlichen, wenn auch frei verfügbaren Daten aus sozialen Netzen, Suchmaschinenanfragen und Shopping-Plattformen, muss gewährleistet sein.

Und wie schreibt Sascha Walk ganz richtig: „Big Data stellt eine große Chance für Unternehmen dar. Diese können sie aber nur nutzen, wenn die Unternehmen sehr sorgsam mit dem Kapital Daten umgehen und die Konsumenten ihnen Vertrauen schenken.“ Wir freuen uns auf einen produktiven und interessanten Austausch mit allen Anwesenden in Amsterdam.

Vortrag mailingtage: “Kundendialog 2015 – Kommunikation im öffentlichen Raum”

UPDATE: Jetzt auch mit Einbindung der Vortragsaufzeichnung >>> Ich habe gestern auf den Mailingtagen in Nürnberg einen Vortrag gehalten zum Thema “Kundendialog 2015″. Darin habe ich die These aufgestellt, dass “Corporate Social Media” vor allem daran krankt, dass niemand so recht weiß: Wozu ist das gut? Was den Unternehmen meistens nur einfällt ist ein abstraktes “Dialog” (ohne dabei wirklich zu wissen, wofür der denn gut sein soll). Die ewige Frage nach dem “ROI” von Social Media ist Beleg dafür – und auch die aktuell verfügbaren Antworten, die eigentlich fast ausschließlich operativ sind, also deren Nutzen wiederum nicht ganz belebt ist, z.B. “Engagement”.

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Und weil das in den Unternehmen niemand weiß, kann auch niemand dem Kunden sagen, wozu er denn nun “Fan werden soll”. Ich nenne in dieser Präsentation ein paar Gründe, wie Social Media für den Kunden echten Nutzen schafft, und schlage konkret “Support” als eine Anwendung vor, die sowohl für das Unternehmen als auch für den Verbraucher Sinn macht. Und das schöne ist: Es ist für fast jedes Unternehmen umzusetzen, und kann über das Social Web hinaus Werte schaffen: Nämlich um eine Positionierung als serviceorientiertes Unternehmen zu stützen.

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Partner für neues Geschäftsmodell gesucht: “Rent a shitstorm”

Ich suche noch Geschäftspartner für ein neues Business-Modell: “Rent a Shitstorm”. Die Dienstleistung kann vor allem von Social Media Managern in Anspruch genommen werden, deren Worte zu Hause so viel gelten wie die des Propheten im eigenen Land. Nach einem echt guten Shitstorm haben die meisten bei ihren Chefs eine deutlich höhere “Management Attention” und können dann vereinzelte Projekte besser durchbringen. Damit das intern nicht auffällt, können wir das Honorar  gerne über alternative Leistungen (“Sachkosten Bordellbesuch” oder ähnliches) abrechnen.

Einen ersten Ansatz bietet der Leitfaden von Daniel Graf von der Agentur Feinheit, die kürzlich auf die großartige Shitstorm-Skala ins Netz gestellt haben. Statt die Empfehlungen wiederzugeben, wie man einen Shitstorm überlebt, wechselt er die Perspektive und fragt: Wie wird eigentlich ein erfolgreicher Shitstorm lanciert? Und “schwupps” hat er heute daraus eine schöne Infografik erstellt (Ausschnitt siehe unten) und einen Blogpost dazu veröffentlicht. Ich finde den Ansatz gut und wichtig und möchte ihn deswegen unterstützen.

Interessiert?

Neben intelligenten Kommunikatoren suchen wir noch viele Mitarbeiter, die Lust am hemmungslosen Trollen haben. Zahlen können wir hierfür zwar nichts (auf Nachfrage vielleicht auf 400-Euro-Basis?), aber ich nehme an, dass die Aussicht darauf, den potenziellen Klassenfeind mit Häme zu überziehen für viele Ausgleich genug ist. Ungeeignet sind hierfür Menschen mit einem echten Anliegen – aufgrund eines potenziellen Interessenkonflikts würden wir hier selbst in einen ethischen Konflikt kommen.

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